VW kappt Gewinnerwartung: Milliardenabschreibung auf Porsche-Tochter
Zehn Milliarden Euro fließen aus der Bilanz – VW nimmt massive Wertberichtigungen vor.

Gut ein halbes Jahr ist es her, da tauchten bei Volkswagen ganz plötzlich und schwer nachvollziehbar sechs Milliarden Euro Cashflow auf. Nun zeigt sich die Kehrseite der Medaille: Aus der Bilanz des Wolfsburger Autoriesen fließen zehn Milliarden Euro ab.
Der Konzern nimmt eine milliardenschwere Abschreibung auf die Tochter Porsche vor und setzt deren Wert um sechs Milliarden Euro tiefer an. Hinzu kommen Wertberichtigungen an anderer Stelle von insgesamt zwei Milliarden Euro sowie weitere Belastungen von zwei Milliarden Euro.
Milliardenschwere Wertberichtigungen belasten die Bilanz
Die zeitliche Koinzidenz ist bemerkenswert: Die Hiobsbotschaft kommt genau an dem Tag, an dem die VW-Aktie aus dem Index Euro Stoxx 50 flog. Der Rauswurf aus dem europäischen Leitindex ist ein herber Prestigeverlust für den einstigen Vorzeigekonzern der deutschen Industrie.
Für Anleger ist die Nachricht ein weiterer Rückschlag. Volkswagen, lange Zeit als stabiles Investment mit solider Dividende geschätzt, kämpft mit strukturellen Problemen. Die Abschreibung auf Porsche deutet darauf hin, dass selbst die profitabelste Marke des Konzerns unter den aktuellen Marktbedingungen leidet.
Der Zeitpunkt der Bekanntgabe wirft zudem Fragen auf. Dass ausgerechnet am Tag des Index-Rauswurfs die milliardenschweren Belastungen kommuniziert werden, lässt bei manchen Marktbeobachtern die Augenbrauen hochgehen. Transparenz sieht anders aus.
Auswirkungen auf Privatanleger
Für Aktionäre bedeutet die Gewinnwarnung in mehrfacher Hinsicht Ungemach. Die Aktie dürfte unter zusätzlichen Druck geraten, nachdem sie bereits in den vergangenen Monaten deutlich nachgegeben hatte. Der Rauswurf aus dem Euro Stoxx 50 führt zudem dazu, dass indexgebundene Fonds die VW-Aktie verkaufen müssen, was den Kurs weiter belasten könnte.
Die Kombination aus operativen Herausforderungen, milliardenschweren Abschreibungen und dem Prestigeverlust durch den Index-Rauswurf macht die Aktie derzeit zu einem riskanten Investment. Anleger sollten die weitere Entwicklung genau beobachten und ihre Positionen kritisch hinterfragen.
Ob Volkswagen die Kurve bekommt, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Fest steht: Der einstige Vorzeigekonzern der deutschen Automobilindustrie steckt in einer tiefen Krise, deren Ende noch nicht absehbar ist.
