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Chinas Industrie-PMI erreicht 12-Monats-Hoch trotz globaler Risiken

Der offizielle Einkaufsmanagerindex stieg im März 2026 auf 50,4 – den höchsten Stand seit einem Jahr.

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Chinas Industrie-PMI erreicht 12-Monats-Hoch trotz globaler Risiken

Chinas verarbeitendes Gewerbe hat im März 2026 eine bemerkenswerte Erholung vollzogen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) kletterte auf 50,4 Punkte und übertraf damit die Konsenserwartung von 50,1. Das Nationale Statistikbüro (NBS) bestätigte damit die Rückkehr in den Expansionsbereich nach zwei aufeinanderfolgenden Kontraktionsmonaten im Januar und Februar.

Hauptantrieb der Erholung war die Wiederaufnahme des Fabrikbetriebs nach dem Neujahrsfest. NBS-Statistiker Huo Lihui erklärte, Unternehmen hätten ihre Produktion nach dem diesjährigen Rekordurlaub von neun Tagen besonders schnell hochgefahren. Sowohl der Teilindex für Produktion als auch jener für Neuaufträge stiegen über die Expansionsschwelle von 50 Punkten.

Besonders auffällig: Trotz rückläufiger Lieferungen in die USA stiegen Chinas Exporte in den ersten beiden Monaten des Jahres um 21,8 Prozent. Treiber waren starke Nachfrage aus Südostasien, Europa, Indien und Ostafrika – vor allem für Elektronik, Halbleiter, Solarmodule und Batterien.

Steigende Rohstoffkosten belasten Margen

Die positiven Schlagzeilen verbergen jedoch strukturelle Belastungen. Der Teilindex für Einkaufspreise sprang von 54,8 im Februar auf 63,9 im März – ein deutliches Signal für wachsenden Kostendruck. Höhere Frachtkosten sowie teurere Importgüter wie Rohöl und Chemikalien belasten die Gewinnmargen erheblich.

Die Fabrikabgabepreise legten zwar ebenfalls zu, jedoch in deutlich geringerem Tempo. Das zeigt: Hersteller können die gestiegenen Kosten nur begrenzt an Abnehmer weitergeben. Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten verschärfen diese Lage zusätzlich – die Region macht rund 20 Prozent von Chinas Fahrzeugexporten aus.

Geteilte Einschätzungen für das zweite Quartal

Unter Analysten gehen die Meinungen zur Nachhaltigkeit der Erholung auseinander. Zhiwei Zhang, Chefökonom bei Pinpoint Asset Management, warnte vor einem unklaren Ausblick für das zweite Quartal angesichts hoher Energiepreise und drohender Lieferkettenunterbrechungen. ANZ-Analysten rechnen zwar damit, dass das BIP-Wachstum im ersten Quartal die Marke von 4,5 Prozent übersteigen wird, sehen aber wenig Spielraum für Zinssenkungen.

Optimistischere Stimmen verweisen auf Chinas umfangreiche Rohstofflager, die das Land vor den schlimmsten globalen Versorgungsschocks schützen. Cameron Johnson von Tidalwave Solution betonte zudem, viele Fabrikbesitzer betrachteten aktuelle Lieferkettenstörungen als vorübergehend. Hoffnung setzt die Branche auch auf das geplante Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping im Mai, das die Handelsbeziehungen stabilisieren könnte.

Auch der Nicht-Fertigungssektor erholte sich leicht: Der PMI für Dienstleistungen und Bauwirtschaft stieg von 49,5 auf 50,1 Punkte. Für deutsche Anleger und Unternehmen mit China-Exposure bleibt die Entwicklung im zweiten Quartal entscheidend – insbesondere ob steigende Inputkosten und geopolitische Unsicherheiten die Erholung wieder abwürgen.

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