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US-Industrie wächst im März – Lieferketten unter Druck

Der ISM-Einkaufsmanagerindex steigt auf 52,7 Punkte – höchster Wert seit August 2022.

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US-Industrie wächst im März – Lieferketten unter Druck

Der US-Industriesektor hat im März erneut zugelegt. Das Institute for Supply Management (ISM) meldete am Mittwoch einen Anstieg seines Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe von 52,4 im Februar auf 52,7 Punkte – der höchste Wert seit August 2022. Es war damit der dritte Monat in Folge, in dem der Index die Expansionsschwelle von 50 Punkten überschritt.

Analysten, die von Reuters befragt wurden, hatten lediglich einen PMI von 52,5 erwartet. Der leichte Anstieg täuscht jedoch über strukturelle Probleme hinweg. Ein wesentlicher Treiber des Indexwerts waren längere Lieferzeiten der Zulieferer – ein Indikator, der in normalen Zeiten auf eine starke Nachfrage hindeutet, diesmal aber gestörte Lieferketten signalisiert.

Krieg treibt Rohstoffpreise und Lieferzeiten

Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat zu erheblichen Schifffahrtsbeschränkungen in der Straße von Hormus geführt. Seit Beginn des Konflikts Ende Februar sind die weltweiten Rohölpreise um mehr als 50 Prozent gestiegen. Auch Lieferungen von Düngemitteln und Aluminium sind betroffen.

Der Teilindex für Lieferzeiten der Zulieferer kletterte von 55,1 im Februar auf 58,9 Punkte. Werte über 50 signalisieren dabei langsamere Lieferungen. Parallel dazu stiegen die Einkaufspreise der Hersteller deutlich: Der Preisindex beschleunigte sich von 70,5 auf 78,3 Punkte – ebenfalls der höchste Stand seit Juni 2022.

Dieser Preisanstieg spiegelt den Sprung bei den Erzeugerpreisen wider und schürt Inflationssorgen. Ökonomen befürchten, dass der anhaltende Konflikt die Inflation in den USA weiter anheizen könnte. Einige Experten gehen davon aus, dass die US-Notenbank Federal Reserve deshalb in diesem Jahr keine Zinssenkungen vornehmen wird.

Fed hält Zinsen stabil – nur eine Senkung für 2026 erwartet

Die Fed beließ ihren Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. In ihren aktualisierten Projektionen rechnen die Währungshüter mit einer höheren Inflation und nur einer einzigen Zinssenkung im Jahr 2026 – ein Signal, das die Märkte genau beobachten.

Trotz des positiven PMI-Werts bleibt das verarbeitende Gewerbe unter Druck. Der Sektor macht 10,1 Prozent der US-Wirtschaft aus und hat die erhoffte Reindustrialisierung bislang nicht erlebt. Trumps Importzölle, die vom Obersten Gerichtshof der USA gekippt wurden, sollten den Sektor stärken – ein weltweiter Zoll wurde seither angekündigt.

Der vorausschauende Teilindex für Auftragseingänge sank von 55,8 im Februar auf 53,5 Punkte. Auch das Wachstum der Auftragsbestände verlangsamte sich. Die Beschäftigung in den Fabriken blieb verhalten: Seit dem 1. Januar 2025 sind im verarbeitenden Gewerbe insgesamt 100.000 Arbeitsplätze weggefallen.

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