Bessent will mit China über KI und Seltene Erden sprechen
Bessent trifft Chinas Vizepremier He in New York zu Vorgesprächen vor dem Trump-Xi-Gipfel.

US-Finanzminister Scott Bessent wird sich am Sonntag in New York mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng treffen, um über künstliche Intelligenz, Seltene Erden und handelspolitische Fragen zu sprechen. Die Gespräche dienen als Vorbereitung auf das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping am 24. September in Washington.
Das Treffen findet im Vorfeld des Trump-Xi-Gipfels statt und soll mögliche Bereiche ausloten, in denen beide Seiten Übereinstimmungen erzielen könnten. Neben Bessent wird auch der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer an den Gesprächen teilnehmen. Das Büro von Greer bestätigte die Zusammenkunft in einer Erklärung.
KI und Seltene Erden im Fokus
Die USA und China treiben als die beiden führenden Nationen die Entwicklung fortschrittlicher KI-Tools und deren globale Einführung voran. Bessent erklärte in einer separaten Stellungnahme, dass die Diskussionen sowohl Open-Weight- als auch Closed-Weight-Modelle umfassen werden. Open-Weight-Modelle sind KI-Systeme mit öffentlich zugänglichen Kernelementen, die Nutzer herunterladen und für spezifische Aufgaben anpassen können.
Chinesische Open-Weight-Modelle gewinnen bei US-Unternehmen zunehmend an Beliebtheit, da sie oft günstiger sind als Closed-Weight-KI-Tools von Anbietern wie Anthropic, OpenAI oder anderen US-Unternehmen. Reuters berichtete am Donnerstag, dass sogar eine Website der US-Regierung ein KI-Modell des chinesischen Unternehmens Alibaba nutzte, obwohl das FBI dem Entwickler vorwarf, die Technologie von Anthropic „bösartig“ kopiert zu haben.
„Die Vereinigten Staaten bleiben führend in der KI. Und wir sind offen für Diskussionen über die Vermeidung gemeinsamer Risiken und die Vermeidung einer Zweiteilung unserer beiden Systeme“, sagte Bessent in seiner Erklärung. Er hatte zuvor gefordert, dass sich die USA und China auf KI-„Sicherheitsvorkehrungen“ einigen, die leistungsfähige Modelle vor dem Zugriff bösartiger nichtstaatlicher Akteure schützen sollen.
Seltene Erden spielen eine entscheidende Rolle bei der Herstellung von Technologien. China hatte die Ströme seiner Seltenerd-Magnete und kritischen Mineralien im vergangenen Jahr stark eingeschränkt, als die Zölle auf beiden Seiten eskalierten.
Handelspolitische Spannungen und Zollmoratorium
Ein zentrales Thema der Gespräche wird die mögliche Verlängerung eines Zollmoratoriums sein, das am 10. November ausläuft. Im Rahmen dieses Moratoriums hatte China zugesagt, den Fluss kritischer Mineralien zu US- und globalen Nutzern wiederherzustellen. Ein hochrangiger US-Beamter sagte Reportern am Freitag jedoch, Chinas Leistung in dieser Hinsicht habe „nicht den Standards entsprochen“. Dies werde ein Thema der Diskussionen vor dem Trump-Xi-Gipfel sein.
Das Moratorium begrenzte die während Trumps zweiter Amtszeit verhängten Zölle auf etwa 20 Prozent. Der Oberste Gerichtshof hatte Trumps Zölle, die auf Basis eines Gesetzes zur nationalen Notlage verhängt wurden – darunter auch Abgaben im Zusammenhang mit dem Fentanyl-Schmuggel –, für ungültig erklärt. Die Trump-Regierung hat diese unter neuen gesetzlichen Befugnissen wieder aufgebaut.
Die USA haben zudem einen Zoll von 12,5 Prozent auf chinesische Waren aufgrund von Vorwürfen der Zwangsarbeit wieder eingeführt. Parallel prüft Washington eine separate Zolluntersuchung, die darauf abzielt, die aus Sicht der USA in China weit verbreitete überschüssige Industriekapazität einzudämmen.
Fentanyl und weitere Themen
Die Trump-Regierung will zudem sehen, dass China stärkere Maßnahmen ergreift, um den Fluss von Fentanyl-Vorläuferchemikalien in die USA einzudämmen, so ein hochrangiger US-Beamter. Die Bekämpfung des Fentanyl-Schmuggels war bereits ein zentrales Argument für die ursprünglichen Zölle Trumps.
Die Gespräche in New York könnten sich nach Angaben einer mit den Plänen vertrauten Quelle auf Arbeitsebene bis Montag erstrecken. Die Agenda werde flexibel gehalten, um breite Diskussionen zu ermöglichen. Details zu den Treffen waren bislang spärlich, sie sollen jedoch mögliche Bereiche erkunden, in denen Trump und Xi beim Gipfel am 24. September übereinstimmen könnten.
Greer erklärte in seiner Stellungnahme: „Die Trump-Regierung wird weiterhin einen ausgewogenen Handel mit China anstreben, indem sie die Umsetzung der jüngsten Verpflichtungen überwacht, den Handel mit nicht sensiblen Gütern optimiert und den Marktzugang für amerikanische Landwirte, Hersteller und Arbeitnehmer verbessert.“
