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Putin zielt auf Nestlés Russland-Geschäft ab – Kreml verschärft Kontrolle

Russland stellt Nestlés Vermögenswerte unter Zwangsverwaltung – ein weiterer Schritt gegen westliche Firmen.

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Putin zielt auf Nestlés Russland-Geschäft ab – Kreml verschärft Kontrolle

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé prüft seine rechtlichen Optionen, nachdem Russland die lokalen Vermögenswerte des Unternehmens unter vorläufige externe Verwaltung gestellt hat. Das entsprechende Dekret von Präsident Wladimir Putin wurde am Donnerstag auf dem offiziellen Rechtsportal des Landes veröffentlicht, wie Nestlé am Freitag bestätigte.

Der Hersteller von Nescafé-Kaffee und KitKat-Schokoladentafeln erklärte, man habe das Dekret zur Kenntnis genommen und „bewerte die Situation“. Die Aktien von Nestlé notierten am Freitag 2,2 Prozent niedriger. „Nestlé ist bestrebt, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um seine Rechte zu schützen und die Kontinuität der Geschäftstätigkeit im Interesse aller Stakeholder, insbesondere seiner Mitarbeiter, sicherzustellen“, hieß es in einer Unternehmenserklärung.

Hintergrund des Kreml-Dekrets

Die überraschende Maßnahme wird weithin als erster Schritt hin zur Übergabe der Vermögenswerte an kremlfreundliche Investoren angesehen. Sie ist Teil einer erneuten Offensive gegen westliche Unternehmen, die trotz des Ukraine-Krieges weiterhin in Russland tätig sind. Putin hatte bereits 2023 ein Dekret unterzeichnet, das Moskau die Befugnis gibt, Eigentum von Personen oder Unternehmen aus sogenannten „unfreundlichen“ Ländern unter vorläufige Verwaltung zu stellen.

Seitdem hat Russland die lokalen Einheiten von Dutzenden westlicher Unternehmen übernommen. Darunter befinden sich der dänische Brauer Carlsberg, der französische Lebensmittelproduzent Danone und das finnische Versorgungsunternehmen Fortum. Nun trifft es auch Nestlé, Auchan und Leroy Merlin.

Auchan und Leroy Merlin ebenfalls betroffen

Neben Nestlé sind auch der französische Einzelhändler Auchan und Lemana Pro, die ehemalige russische Niederlassung des französischen Heimwerkermarktes Leroy Merlin, von dem Dekret betroffen. Die russischen Vermögenswerte dieser Unternehmen sollen an eine Briefkastenfirma namens L. E. V. Management übertragen werden. Ein Sprecher von Auchan war bei Kontakt durch CNBC am Freitag nicht sofort verfügbar, um sich zu äußern. Lemana Pro lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Freitag laut der Nachrichtenagentur RIA Novosti: „Im Moment sprechen wir spezifisch über die Einführung eines externen Managements; es wurden noch keine anderen Entscheidungen getroffen.“

Schweiz zwischen Neutralität und Sanktionen

Die Schweiz, die kein Mitglied der Europäischen Union ist, hat die EU-Sanktionen gegen Russland weitgehend übernommen, seit Moskau Anfang 2022 seinen vollständigen Überfall auf die Ukraine begann. Dieser Schritt hat eine innenpolitische Initiative ausgelöst, die eine strengere Auslegung des langjährigen Neutralitätsansatzes des Landes fordert. Die Schweizer Wähler werden später in diesem Monat über den entsprechenden Vorschlag entscheiden.

Russland hat erklärt, es betrachte die Schweiz nicht länger als neutralen Staat, und hat das Land scharf kritisiert, weil es humanitäre Hilfe für die Ukraine bereitstellt. Für Nestlé bedeutet die aktuelle Entwicklung eine erhebliche Unsicherheit über die Zukunft des Russland-Geschäfts, das zuletzt noch als eines der wenigen großen westlichen Lebensmittelunternehmen im Land aktiv war.

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