Bank of Japan: Bis zu drei Zinserhöhungen 2025 erwartet
Mizuho-Manager rechnet mit erster Anhebung bereits im März – Yen-Schwäche und Inflation als Treiber

Die Bank of Japan (BoJ) könnte ihre Leitzinsen bereits im März erneut anheben. Dies prognostiziert Kenya Koshimizu, Co-Leiter der Global Markets Division bei Mizuho Financial Group, im Gespräch mit Reuters. Der Experte geht davon aus, dass die japanische Notenbank in diesem Jahr bis zu drei Zinsschritte vollziehen könnte.
Als Hauptgründe für die erwarteten Zinserhöhungen nennt Koshimizu die anhaltende Yen-Schwäche und eine Inflation, die weiterhin über dem Zielwert der BoJ liegt. "Wir können in diesem Jahr mit bis zu drei Zinserhöhungen rechnen, und es ist durchaus möglich, dass der nächste Schritt bereits im März oder April erfolgt", erklärte der Mizuho-Manager. Ein nominales Wirtschaftswachstum von 3-4 Prozent sowie die klarere politische Strategie von Premierministerin Sanae Takaichi schaffen zusätzlichen Spielraum für geldpolitische Straffungen.
Die BoJ hatte im Dezember ihren Leitzins auf 0,75 Prozent angehoben – den höchsten Stand seit 30 Jahren. Diese Entscheidung erfolgte, nachdem die Sorgen über globale Handelskonflikte nachgelassen hatten. Die Zentralbank signalisierte damals bereits ihre Bereitschaft für weitere Zinsschritte, um die Inflation einzudämmen und den Yen zu stützen.
Ökonomen rechnen mit späterem Zeitpunkt
Die Einschätzung von Koshimizu weicht von der Mehrheitsmeinung unter Ökonomen ab. Eine Reuters-Umfrage vom vergangenen Monat ergab, dass die meisten Experten damit rechnen, dass die BoJ bis Juli wartet, bevor sie erneut handelt. Die Zentralbank wolle zunächst die Auswirkungen der Dezember-Anhebung um einen Viertelprozentpunkt gründlich bewerten, so die Begründung.
Der japanische Anleihenmarkt hat bereits auf die veränderten Zinserwartungen reagiert. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen (JGBs) erreichte Ende Januar mit 2,38 Prozent ein 27-Jahres-Hoch, getrieben von Sorgen um die Haushaltslage Japans. Am Donnerstag notierte sie bei rund 2,2 Prozent.
Höhere Renditen als natürliche Entwicklung
Koshimizu sieht die gestiegenen Anleiherenditen als gerechtfertigt an. "In einer Ära mit einem nominalen Wirtschaftswachstum von 3-4 Prozent ist eine Rendite für zehnjährige Anleihen im Bereich von 2 Prozent nicht besonders überraschend", erklärte er. Die Renditen könnten sogar weiter steigen, ohne aus dem Rahmen zu fallen. Diese Einschätzung unterstreicht den grundlegenden Wandel in Japans Wirtschaft, die jahrzehntelang von Deflation und Nullzinsen geprägt war.
Zur Haushaltspolitik äußerte sich der Mizuho-Manager positiv. Die Regierung Takaichi berücksichtige die Haushaltsdisziplin tatsächlich, wie an Maßnahmen wie dem Haushaltsentwurf erkennbar sei. Japans flussbasierter Haushaltssaldo verbessere sich rapide, was zusätzlichen Spielraum für eine straffere Geldpolitik schaffe.
Für deutsche Anleger mit Investments in japanischen Anleihen oder Yen-denominierten Assets bedeuten die erwarteten Zinsschritte sowohl Chancen als auch Risiken. Höhere Zinsen könnten den Yen stärken und Anleiherenditen attraktiver machen, allerdings könnten bestehende Anleihenpositionen zunächst Kursverluste erleiden.
