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AMC-Aktie: Trotz 99,5% Verlust – drei Gründe für den Einstieg

Ein Investor trotzt der Skepsis und kauft AMC-Aktien – trotz 99,5 Prozent Kursverlust in fünf Jahren.

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AMC-Aktie: Trotz 99,5% Verlust – drei Gründe für den Einstieg

Ein langjähriger Kritiker wird zum Aktionär: Ein Autor des Finanzportals The Motley Fool hat entgegen aller Skepsis eine kleine Position in der angeschlagenen Kinokette AMC Entertainment aufgebaut. Die Aktie des größten Multiplex-Betreibers der USA ist in den vergangenen fünf Jahren bereinigt um Aktienaufteilungen um 99,5 Prozent eingebrochen. CEO Adam Aron hat die Aktionäre in dieser Zeit massiv verwässert – die Anzahl der ausgegebenen Aktien hat sich seit Ende 2019 etwa verfünfundfünfzigfach erhöht. Dennoch sieht der Investor nun erste Anzeichen einer Erholung und nennt drei konkrete Gründe für seinen Einstieg.

Kinos kehren zurück – Blockbuster beflügeln die Branche

Der erste Grund ist die spürbare Rückkehr der Kinobesucher. Der Autor prognostiziert, dass Marvels „Avengers: Doomsday“ mindestens der sechste Film des Jahres sein wird, der weltweit mehr als eine Milliarde Dollar an Karteneinnahmen verbucht. Dies wäre erst das zweite Mal überhaupt, dass die Branche sechs oder mehr Milliarden-Dollar-Filme in einem Jahr verzeichnet – zuletzt gelang dies 2019. Zwar ist die Inflation bei den Ticketpreisen zu berücksichtigen, und die tatsächliche Zahl der verkauften Tickets erreichte in den USA vor 24 Jahren ihren Höhepunkt. Dennoch kehren die Zuschauer zurück.

Hollywood hat diesen Trend erkannt. Studios, die zuvor ihre Veröffentlichungsfenster verkürzt hatten, um Filme schnell in Streaming-Dienste zu bringen, schalten nun um, um von der neuen Kino-Dynamik zu profitieren. Sogar <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix spielt mit: Greta Gerwigs „The Chronicles of Narnia: The Magician’s Nephew“ wird im Februar 2027 zunächst im Kino laufen, 45 Tage bevor er auf dem Streaming-Dienst verfügbar ist. Die AMC-Aktie selbst liegt in diesem Jahr bereits 58 Prozent im Plus.

Der Nachzügler könnte zum Marktführer werden

Der zweite Grund betrifft die Bewertung von AMC im Vergleich zur Konkurrenz. Während AMC in den vergangenen fünf Jahren mehr als 99 Prozent seines Wertes verloren hat, hat der kleinere Rivale Cinemark seinen Wert mehr als verdoppelt. Cinemark ist zudem das vierte Jahr in Folge profitabel und zahlt eine quartalsweise Dividende. Auch IMAX, der Partner von AMC, hat sich mehr als verdreifacht.

Dennoch notiert AMC trotz eines um 56 Prozent höheren Umsatzes im letzten Zwölfmonatszeitraum zu einem Unternehmenswert von lediglich dem 1,7-Fachen seines rückwärtigen Umsatzes. Das ist ein Abschlag gegenüber dem vergleichbaren Multiplikator von Cinemark von 1,9. Der Marktführer handelt selten mit einem Abschlag gegenüber seinen Wettbewerbern. Der Grund: AMC ist nicht durchgängig profitabel. Es wird erwartet, dass das Unternehmen erst bis 2028 wieder einen jährlichen Gewinn ausweisen wird – ein Jahrzehnt nach dem letzten Mal. Allerdings wuchs AMC im vergangenen Jahr beim Umsatz schneller als Cinemark, und dieser Trend setzt sich auf Basis der rückwärtigen Zwölfmonatszahlen fort.

Es geht nicht nur um Karteneinnahmen

Der dritte Grund ist die Diversifizierung der Einnahmequellen. Ein großes Argument gegen den Kauf von Aktien eines Multiplex-Betreibers ist, dass der Erfolg nicht in den Händen der Veranstalter liegt, sondern von den Studios und deren Exklusivitätsfenstern abhängt. AMC hat jedoch das Kinobesucher-Erlebnis durch reservierte Sitzplätze, verbesserte Snack- und Getränkeangebote sowie Mitglieder-Loyalitätsabos verbessert.

Die kostenlose AMC Stubs-Stufe macht inzwischen die Hälfte des Publikums aus. Die Premium-Version AMC Stubs A-List – bei der Nutzer bis zu 30 Dollar pro Monat für den Zugang zu vier wöchentlichen Vorstellungen zahlen – hat derzeit 1,1 Millionen zahlende Mitglieder, die 20 Prozent der Besuche ausmachen. AMC behält etwa die Hälfte der Karteneinnahmen, während die Studios den Rest erhalten. Wer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Vorstellung erhält, gibt tendenziell auch am Imbissstand Geld aus – und dort wird das eigentliche Geld verdient.

Die Karteneinnahmen machten 54 Prozent von AMCs 1,6 Milliarden Dollar Umsatz im neuesten Quartal aus. Die Imbissverkäufe trugen zwar nur 36 Prozent zum Gesamtumsatz bei, aber aufgrund der 81-prozentigen Bruttomarge dieses Segments entfiel ein größerer Teil des Bruttogewinns auf die Lebensmittel- und Getränkeverkäufe als auf die Kinoeinnahmen. Volle Säle steigern zudem die Aussichten für Werbeeinnahmen mit hoher Marge. Darüber hinaus führt AMC Sammlerstücke zu großen Kinoveröffentlichungen ein, hat einen Deal zum Premium-Streaming von Live-Konzerten abgeschlossen und vermietet seine Einrichtungen zu ruhigeren Zeiten.

Der Autor räumt ein, dass der Aufsichtsrat von AMC die Anleger in der Vergangenheit im Stich gelassen hat, als das Unternehmen in Schwierigkeiten war und den kurzlebigen Hype der Meme-Aktie ausnutzte. Nun, da sich die Fundamentaldaten verbessern und die Dynamik stimmt, könnte die Wende gelingen. „Wir kommen an diesen Ort wegen der Magie“, sagt Nicole Kidman im ikonischen Werbespot, der vor jeder AMC-Vorführung läuft. Investoren beginnen zu erkennen, dass die Magie diesmal vielleicht real ist.

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