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Netflix-Aktie: Trotz 43 Prozent Kursverlust eine außergewöhnliche Kaufchance

Trotz 43 Prozent Kursverlust sehen Analysten bei Netflix eine außergewöhnliche Kaufgelegenheit.

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Netflix-Aktie: Trotz 43 Prozent Kursverlust eine außergewöhnliche Kaufchance

Die <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix-Aktie (NFLX) hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Seit dem Allzeithoch im Juni 2025 ist der Kurs um 43 Prozent gefallen, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum um 23 Prozent zulegte. Sorgen um ein nachlassendes Wachstum, zunehmende Konkurrenz durch Kurzvideo-Plattformen und Künstliche Intelligenz sowie eine veränderte Berichterstattung des Managements haben den Druck auf den Aktienkurs erhöht. Doch ausgerechnet jetzt sehen Analysten eine außergewöhnliche Kaufgelegenheit.

Der Streaming-Pionier verfolgt seit Jahren eine klare operative Kernstrategie. Die primären Finanzkennzahlen sind Umsatz und operativer Gewinn. Da der Großteil der Erlöse aus Abonnements stammt und das Zuschauerwachstum angesichts der massiven Basis von über 325 Millionen Abonnenten nachlässt, kann das Management mit hoher Sicherheit vorhersagen, wie viel Umsatz das Unternehmen im Jahr generieren wird. Anschließend wird die größte Kostenposition – Inhalte – so gesteuert, dass eine Ziel-Operativmarge erreicht wird.

Die operative Strategie bleibt unverändert

Das Management strebt an, die operative Marge von Netflix jedes Jahr auszuweiten. Für das laufende Jahr peilt das Unternehmen eine operative Marge von 31,5 Prozent an. Das wäre eine Ausweitung um zwei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und eine Verbesserung um fünf Prozentpunkte im Vergleich zu vor zwei Jahren. Diese Strategie hat sich bewährt, selbst als das Umsatzwachstum nachließ. Die Content-Kosten stiegen im ersten Halbjahr 2026 lediglich um 11,5 Prozent.

Der Fokus liegt auf einer Mischung aus hochwertigen Flaggschiff-Unterhaltungsangeboten, darunter Live-Events und Sport, sowie breiten, kostengünstigen Ergänzungen wie Video-Podcasts. Die gesamten Sendezeitstunden wuchsen im ersten Halbjahr 2026 im Jahresvergleich um zwei Prozent – schneller als im gleichen Zeitraum 2025. Besonders die Ausweitung des Live-Programmangebots treibt neue Anmeldungen deutlich über die gesamte Streaming-Zeit hinaus. Dies ermöglichte es Netflix, die Preise weiter zu erhöhen, wobei die Abwanderung der Abonnenten gering blieb.

Werbegeschäft als Wachstumstreiber

Live-Events stärken zudem das Werbegeschäft, das in diesem Jahr voraussichtlich rund drei Milliarden Dollar generieren wird. Das Werbegeschäft erweist sich als hochgradig wertvoll für das Gesamtwachstum. Es erlaubt dem Management, den Preis für das werbefreie Abo zu erhöhen, während gleichzeitig ein zugängliches Angebot für ein breites Publikum erhalten bleibt. Analysten sehen noch erhebliches Potenzial, da das werbeunterstützte Sehen weiter skaliert, das Unternehmen neue Werbeprodukte entwickelt, die Werbelast erhöht und die AdTech-Infrastruktur verbessert. Auch Künstliche Intelligenz kann die Präzision der Werbezielsteuerung verbessern, insbesondere wenn eine breitere Palette von Werbetreibenden auf die Plattform gezogen wird.

Der Einbruch im Aktienkurs von Netflix war keine Folge verschlechterter Gewinne. Zwar verlangsamt sich das Umsatzwachstum, doch ist es mit über 325 Millionen Abonnenten naturgemäß schwieriger, weiter zu wachsen als mit nur 150 Millionen. Bemerkenswert ist, dass Netflix immer noch etwa doppelt so viele Abonnenten hat wie seine nächstgelegenen Wettbewerber. Das langsamere Umsatzwachstum führt gleichzeitig zu effizienteren Content-Ausgaben, da die Kosten auf eine viel größere Zuschauerbasis amortisiert werden können.

Aktienrückkäufe in Rekordhöhe

Netflix hat sich als äußerst effizient erwiesen. Die operative Marge expandiert, der Gewinn je Aktie steigt Jahr für Jahr weiter an. Die Free-Cash-Flow-Umsatzquote liegt bei rund 90 Prozent. Das Management verwendet fast diesen gesamten überschüssigen Cashflow zum Rückkauf eigener Aktien. Im zweiten Quartal kaufte das Unternehmen einen Rekordwert von 4,7 Milliarden Dollar seiner eigenen Aktien zurück, und der Vorstand genehmigte zusätzliche Rückkäufe in Höhe von 25 Milliarden Dollar. Zum Ende Juni standen noch 27,1 Milliarden Dollar an Kapazität in den verbleibenden Genehmigungen zur Verfügung.

Durch die stetig expandierende operative Marge und die Aktienrückkäufe ist der Gewinn je Aktie gestiegen, obwohl der Aktienkurs im vergangenen Jahr gefallen ist. Dies hat dazu geführt, dass die Aktie zu einem zukünftigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von nur 21 notiert. Bei zweistelligem Umsatzwachstum, der Ausweitung der operativen Marge und fortgesetzten Aktienrückkäufen sollte das Unternehmen in absehbarer Zukunft den Gewinn je Aktie mit einer Rate von 20 Prozent steigern können. Derzeit wird die Aktie jedoch so bewertet, als würde sie viel langsamer wachsen. Für langfristig orientierte Anleger könnte sich der aktuelle Kursrückgang daher als Einstiegsgelegenheit erweisen.

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