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Jimmy Kimmel attackiert FCC wegen Equal-Time-Regeln für Kandidaten

ABC-Moderator wirft Trump-Administration Einschränkung der Meinungsfreiheit vor

2 Min
Jimmy Kimmel attackiert FCC wegen Equal-Time-Regeln für Kandidaten

Der bekannte Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel hat scharfe Kritik an der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) und der Trump-Administration geübt. In seiner Sendung auf dem Netzwerk ABC warf er den Behörden vor, die Meinungsfreiheit einschränken zu wollen. Konkret geht es um die sogenannten Equal-Time-Regularien, die Kimmel zufolge verhindern, dass politische Interviews in seiner Show ausgestrahlt werden.

Hintergrund der Kritik ist ein geplantes Interview mit dem demokratischen Senatskandidaten aus Texas, James Talarico. Dieses durfte laut Kimmel nicht auf ABC ausgestrahlt werden. Der Grund: Der zum Disney-Konzern gehörende Sender befürchtete, gegen die Equal-Time-Regeln der FCC zu verstoßen. Diese Vorschriften verlangen von Rundfunkanstalten, dass sie politischen Kandidaten gleiche Sendezeiten einräumen.

Hintergrund der Equal-Time-Regeln

Die Equal-Time-Doktrin der FCC ist ein Relikt aus der Anfangszeit des Rundfunks. Sie soll sicherstellen, dass kein politischer Kandidat durch übermäßige Sendezeit eines Senders einen unfairen Vorteil erhält. In der Praxis führt dies jedoch häufig dazu, dass Sender ganz auf politische Interviews verzichten, um aufwendige Ausgleichsberechnungen zu vermeiden.

Kimmel machte in seinem Monolog am Mittwochabend deutlich, dass er diese Praxis für einen Angriff auf die Meinungsfreiheit hält. Der Moderator, der für seine politisch zugespitzten Kommentare bekannt ist, sieht durch die Regularien die Berichterstattung über politische Inhalte massiv eingeschränkt.

Disney-Konzern in der Zwickmühle

ABC gehört zum Medienriesen Disney, der als lizenziertes Rundfunkunternehmen besonders strengen FCC-Auflagen unterliegt. Die Sorge vor regulatorischen Konsequenzen wiegt für den Konzern offenbar schwerer als der Wunsch nach politischer Berichterstattung in der Late-Night-Show. Dies zeigt das Spannungsfeld, in dem sich große Medienkonzerne in den USA bewegen.

Die Debatte um die Equal-Time-Regeln ist nicht neu, gewinnt aber im Vorfeld der US-Wahlen an Brisanz. Kritiker argumentieren, dass die Vorschriften aus der analogen Ära stammen und im digitalen Zeitalter überholt seien. Befürworter sehen in ihnen weiterhin ein wichtiges Instrument zur Sicherung der politischen Fairness im Rundfunk.

Die FCC selbst hat sich bislang nicht zu Kimmels Vorwürfen geäußert. Der Vorfall zeigt jedoch, wie tief der Graben zwischen der Trump-Administration und großen Teilen der Medienlandschaft in den USA mittlerweile ist. Für deutsche Anleger ist der Fall auch deshalb interessant, weil Disney als globaler Konzern an der Börse notiert ist und regulatorische Risiken in den USA stets den Aktienkurs beeinflussen können.

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