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Zuckerberg erzwingt Meta-Deal gegen Kaliforniens Reichensteuer Proposition 40

Der Meta-Chef drohte mit Wegzug und handelte eine Vereinbarung aus, die seine Kontrolle sichert.

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Zuckerberg erzwingt Meta-Deal gegen Kaliforniens Reichensteuer Proposition 40

Kalifornien ist der Sitz der meisten großen US-Techkonzerne – und genau dort droht mit Proposition 40 eine einmalige Steuer von fünf Prozent auf Nettovermögen von mehr als einer Milliarde Dollar. Rund 225 Milliardäre leben im Bundesstaat. Einer von ihnen ist Mark Zuckerberg, dessen Vermögen mehr als 200 Milliarden Dollar beträgt. Seine mögliche Steuerlast liegt bei rund zehn bis zwölf Milliarden Dollar.

Zuckerberg drohte laut einem Bericht der New York Times mit dem Wegzug aus Kalifornien. Gegenüber dem Verwaltungsrat von Meta stellte er ein Ultimatum: Entweder übernimmt das Unternehmen die Steuer, oder er verkauft sein Haus in Palo Alto. Der Verwaltungsrat fürchtete einen offiziellen Hausverkauf in Palo Alto – er hätte Aufsehen erregt und Mitarbeiterdiskussionen ausgelöst.

Der Deal: Aktien gegen Wohnsitz

Die gefundene Lösung: Meta kauft zusätzliche Aktien, um Vermögensverluste bei der Steuerzahlung auszugleichen. Im Gegenzug verpflichtet sich Zuckerberg zu mindestens acht Jahren Wohnsitz in Kalifornien. Die neue Aktienkategorie entsteht durch einen Aktiensplit im Verhältnis zwei zu eins und soll ab Januar gehandelt werden.

Entscheidend für den Meta-Chef: Die neuen Aktien haben kein Stimmrecht. Zuckerbergs Stimmrechtsanteil von 60 Prozent bleibt damit unangetastet. Er kann Aktien für die Steuer verkaufen, ohne Einfluss zu verlieren. Für andere Aktionäre bedeutet das jedoch, dass ihr Anteil am Unternehmensgewinn schrumpft – die Frage nach einem Reputationsschaden durch die Mitzahlung steht im Raum.

Meta betont die Bedeutung von Zuckerbergs Führung. In der Finanzmitteilung heißt es, seine Leitung sei angesichts der KI-Transformation in der Tech-Branche und der Weltwirtschaft "von entscheidender Bedeutung". Der Konzern verweist damit auf die strategische Rolle des Gründers in einer Phase des Umbruchs.

Politische Lage und Ausblick

Die Vereinbarung gilt auch dann, wenn die Reichensteuer ausbleibt. Umfragen zufolge hat Proposition 40 derzeit keine Mehrheit. Tech-Milliardäre investieren hohe Summen gegen die Steuer. Zu den Beteiligten zählen Americans for Tax Fairness, David Lazarus von KTLA5 sowie Persönlichkeiten wie Sergey Brin (Google), Peter Thiel (Palantir) und Eric Schmidt.

Die Erlöse der Steuer wären zweckgebunden für Schul- und Gesundheitswesen. Zuckerberg besitzt Anwesen in Florida, Hawaii und Irland sowie mindestens zwei Häuser in Kalifornien – in Palo Alto und am Lake Tahoe. Während der Covid-19-Pandemie arbeitete er von Kauai in Hawaii aus – eine Anspielung, die in der Debatte um seinen Wohnsitz mitschwingt.

Die Midterm-Wahlen am 3. November könnten die Weichen stellen. Für Privatanleger ist vor allem relevant, wie sich die neue Aktienklasse auf die Kapitalstruktur auswirkt: Die Kontrolle bleibt bei Zuckerberg, während die wirtschaftliche Beteiligung der übrigen Aktionäre verwässert wird. Anleger sollten daher genau verfolgen, wie viele neue Aktien ausgegeben werden und wie sich das auf den Gewinn je Aktie auswirkt.

Bemerkenswert ist die Konstruktion des Deals: Zuckerberg trägt die Steuerlast nicht selbst, sondern lässt sie vom Unternehmen ausgleichen – und sichert sich gleichzeitig seine Stimmrechtsmehrheit. Ob die Reichensteuer kommt oder nicht, der Deal zwischen Zuckerberg und Meta steht. Das zeigt, wie viel Verhandlungsmacht ein einzelner Gründer gegenüber dem eigenen Verwaltungsrat entfalten kann.

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