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Wells Fargo: Morgan Stanley stuft Aktie auf Overweight hoch

Analyst Manan Gosalia sieht 27 Prozent Kursfantasie und erklärt Wells Fargo zum Top-Pick unter den US-Banken.

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Wells Fargo: Morgan Stanley stuft Aktie auf Overweight hoch

Morgan Stanley hat die Aktie von Wells Fargo von „Equal Weight“ auf „Overweight“ hochgestuft und das Papier zum Top-Pick erklärt. Analyst Manan Gosalia setzt ein Kursziel von 102 US-Dollar, was einer Steigerung von 27 Prozent gegenüber dem Schlusskurs am Freitag entspricht. Im Vorhandel legte die Aktie nach der Aufwertung um mehr als ein Prozent zu.

Die Aufwertung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Wells Fargo im Vergleich zu den großen US-Banken deutlich zurückliegt. Die Aktie verzeichnet im laufenden Jahr (Year-to-Date) ein Minus von 14 Prozent. Die Konkurrenz entwickelt sich besser: JPMorgan Chase kommt laut der Aufstellung auf ein Plus von 3,2 Prozent, Bank of America steht bei minus 2,3 Prozent, Citigroup bei plus 10 Prozent, Morgan Stanley bei plus 7,2 Prozent und Goldman Sachs bei plus 2,7 Prozent. Die operative Schwächephase schlägt sich also klar im Kurs nieder – genau hier setzt die Investmentthese an.

Hoffnung auf stabilere Zinsmarge

Gosalia begründet seine Zuversicht mit der Entwicklung der Bilanz. „Die Normalisierung des Bilanzwachstums sollte den Finanzierungsdruck entlasten, die [Nettozinsspanne] stabilisieren und unsere Überzeugung hinsichtlich des Pfades zu höheren Renditen stärken“, zitiert die Quelle den Analysten. Die Nettozinsspanne ist eine zentrale Rentabilitätskennzahl für Banken. Sie bildet das Verhältnis zwischen den Zinserträgen und den Zinsen ab, die das Institut auf Einlagen zahlt. Eine stabile oder steigende Marge gilt als wichtiger Treiber für die Profitabilität einer Bank.

Der Analyst blickt dabei über das aktuelle Jahr hinaus. „Unsere Ansicht ist, dass 2026 ein Übergangsjahr war, in dem Wells Fargo seine Wachstumsmaschine wieder aufgebaut hat, bevor der volle Nutzen für Gewinn und Renditen wirksam wird“, so Gosalia weiter. Mit dem Nachlassen des anfänglichen Expansionstempos erwartet er eine Verbesserung des Gewinnprofils: weniger Margendilution, mehr Umsatz aus bestehenden Kundenbeziehungen und eine anhaltende operative Hebelwirkung.

Bewertung als Kaufargument

Ein weiteres Argument liefert die Bewertung. Laut Gosalia ist die Aktie mit dem 1,5-fachen des materiellen Buchwerts pro Aktie für 2027 unterbewertet und biete damit eine große Kaufchance. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis zählt zu den klassischen Bewertungsmaßstäben im Bankensektor, weil es das Eigenkapital eines Instituts in Relation zum Marktwert setzt.

Der optimistische Ton des Analysten deckt sich mit dem grundsätzlichen Stimmungsbild. Die Mehrheit der Analysten, die die Aktien abdecken, ist bullisch. Daten von LSEG zeigen, dass 18 von 26 Analysten eine Kauf- oder starke Kaufempfehlung für Wells Fargo abgegeben haben. Auch das durchschnittliche Kursziel deutet auf ein Potenzial von 24 Prozent hin.

Für deutsche Privatanleger ist die Einstufung insofern interessant, als Wells Fargo traditionell zu den schwächer bewerteten Häusern unter den großen US-Banken zählt. Die Aufwertung durch Morgan Stanley signalisiert, dass sich die operative Trendwende aus Sicht eines der größten Wettbewerber allmählich in der Bewertung niederschlagen könnte. Ob sich diese Erwartung bestätigt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich Bilanzwachstum und Zinsmarge in den kommenden Quartalen tatsächlich entwickeln – und davon, ob das vom Analysten skizzierte Übergangsjahr tatsächlich in höhere Renditen mündet.

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