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USA und China vereinbaren Zollsenkungen und Kohleimporte im Handelsstreit

Gipfeltreffen in Washington bringt Einigung: Zölle auf Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar sinken, China kauft US-Kohle.

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USA und China vereinbaren Zollsenkungen und Kohleimporte im Handelsstreit

Nach einem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Washington haben die USA und China eine Einigung zur Senkung von Handelsbarrieren erzielt. Das Abkommen umfasst gegenseitige Zollsenkungen für Waren im Wert von jeweils 30 Milliarden US-Dollar, was einem Gesamtvolumen von 60 Milliarden Dollar entspricht. Als zentrales Element wurde die Gründung eines gemeinsamen Handelsrats („Board of Trade“) beschlossen, der den Austausch nicht-sensibler Güter erleichtern soll.

Konkret reduzieren die USA ihre Zölle auf 77 chinesische Produktkategorien. Darunter fallen Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschinen und Toaster, Kindersitze, Spielzeug, Dekorationsartikel, Feuerwerkskörper und Sportausrüstung. Peking reagiert im Gegenzug mit Vergünstigungen für 1.619 US-Produkte, darunter medizinische Geräte, Kosmetika, Holz- und Fischereiprodukte sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Mais, Weizen, Sorghum, Fleisch und Molkereiprodukte. Diese Maßnahmen sollen China dabei unterstützen, das vereinbarte jährliche Importziel von 17 Milliarden Dollar für US-Agrarprodukte zu erreichen.

Sojabohnen bleiben ein strategisches Druckmittel

Eine bemerkenswerte Ausnahme bilden US-Sojabohnen, die weiterhin mit einem zusätzlichen Zoll von 10 % belegt bleiben. Experten wie Feng Chucheng von Hutong Research werten dies als politisches Signal Pekings, Sojabohnen als strategisches Druckmittel im Hinblick auf die anstehenden US-Zwischenwahlen zu nutzen. Die gezielte Aussparung eines so wichtigen Agrarprodukts zeigt, dass China trotz der Annäherung an Washington seine Verhandlungsposition nicht vollständig aufgibt.

Ein weiterer Pfeiler der Einigung ist die Verpflichtung Chinas, in den Jahren 2027 und 2028 jährlich 10 Millionen Tonnen US-Kohle zu importieren. Analysten von Bloomberg bewerten dieses Ziel als gut erreichbar, da der chinesische Markt diese Menge problemlos aufnehmen kann. Die Wiederaufnahme der Kohleimporte erfolgt vor dem Hintergrund einer schwächelnden inländischen Produktion und Unsicherheiten bei der Lieferzuverlässigkeit aus Indonesien, dem bisherigen Hauptlieferanten. Für den weltgrößten Kohlemarkt China bedeutet die Rückkehr zu US-Lieferungen eine zusätzliche Absicherung bei der Energieversorgung.

Die Einigung geht mit einer zweimonatigen Verlängerung des Handelswaffenstillstands bis zum 10. Januar einher. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer bezeichnete diese Phase als „Compliance-Phase“ zur Überprüfung der chinesischen Zusagen. Trotz der Entspannung bestehen weiterhin Differenzen, etwa bei der Versorgung mit Seltenen Erden, bei denen China laut US-Angaben nur etwa zwei Drittel seiner Lieferverpflichtungen erfüllt. Über den Handel hinaus vereinbarten beide Seiten eine engere Kommunikation im Bereich Künstliche Intelligenz, die Zulassung weiterer US-Finanzinstitute auf dem chinesischen Markt sowie Gespräche über eine Ausweitung der Flugverbindungen.

Märkte reagieren verhalten

Die Finanzmärkte reagierten verhalten auf die Nachricht: Der chinesische Leitindex verlor nach Bekanntgabe der Einigung mehr als 2 % und erreichte ein Einjahrestief. Belastet wurde die Stimmung durch die anhaltenden Spannungen im Technologiesektor sowie Pläne der USA, chinesische Komponenten aus Datenzentren zu verbannen. Anleger werten die handelspolitische Annäherung damit nur bedingt als Signal für eine nachhaltige Entspannung.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung vor allem mit Blick auf exportorientierte Unternehmen und die globale Konjunktur relevant. Ein dauerhaft nachlassender Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften könnte Lieferketten stabilisieren und die Unsicherheit an den Märkten reduzieren. Ob die vereinbarten Maßnahmen über die Compliance-Phase hinaus Bestand haben, bleibt jedoch offen – die ungelösten Streitpunkte bei Seltenen Erden und im Technologiesektor dürften die weitere Entwicklung maßgeblich bestimmen.

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