Trump: USA und Kuba werden Abkommen schließen
US-Präsident Trump erwartet eine Einigung mit Kuba und hält militärische Maßnahmen für nicht erforderlich.

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag die Erwartung geäußert, dass die Vereinigten Staaten und Kuba eine Einigung erzielen werden. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass militärische Maßnahmen nicht nötig sein würden. „Ich würde sagen, Kuba und wir werden einen Deal aushandeln. Ich glaube nicht, dass wir das Militär benötigen“, sagte Trump gegenüber Reportern im Weißen Haus.
Die Äußerungen fallen in eine Phase erheblicher Spannungen zwischen beiden Ländern. Die Trump-Administration hat offen erklärt, dass ihr Ziel darin besteht, die kubanische Regierung zu stürzen. Eine von den USA auferlegte Ölblockade, die bereits in diesem Jahr eingeführt wurde, hat das Land unter erheblichen Druck gesetzt. Kuba kämpft mit Kraftstoffmangel und Stromausfällen, die durch eine marode Infrastruktur zusätzlich verschärft werden.
Trump will Kuba „für unsere Menschen öffnen“
Vor seiner Abreise nach Tennessee betonte Trump die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. „Wir wollen Kuba helfen“, sagte er. „Wir wollen Kuba für unsere Menschen öffnen.“ Diese Aussagen stehen im Kontrast zu seiner Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am Dienstag, in der er Kuba als gescheiterten Staat bezeichnete und erklärte, „die Freiheit werde auf die Insel kommen“. Die kubanische Delegation verließ während dieser Rede den Saal.
Kubas Außenminister Bruno Rodriguez erklärte bei den Vereinten Nationen später am Samstag, dass Kuba stets für einen Dialog mit den Vereinigten Staaten offen sei. Auf Trumps konkrete Kommentare ging er dabei nicht spezifisch ein. „Wir sind offen für kommerzielle und geschäftliche Beziehungen mit US-Unternehmen, genau wie mit jedem anderen Land“, sagte Rodriguez. Gleichzeitig verurteilte er scharf das US-Handelsembargo gegen Kuba.
Jahrzehntelanges Embargo und wachsender Druck
Die USA halten seit mehr als 60 Jahren ein Embargo gegen Kuba aufrecht. Die Trump-Administration hat den Druck zuletzt weiter verstärkt, nachdem sie im Januar militärisch interveniert war, um den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro zu stürzen. Venezuela galt über Jahre als wichtiger Verbündeter und Öllieferant Kubas, weshalb die politischen Umwälzungen in Caracas die wirtschaftliche Lage auf der Karibikinsel zusätzlich belasten.
Für deutsche Anleger und Beobachter der internationalen Politik bleibt die Entwicklung schwer einzuschätzen. Einerseits signalisiert Trump Gesprächsbereitschaft und stellt eine Einigung in Aussicht, andererseits hält seine Regierung an einem erklärten Regimewechsel-Ziel fest und setzt Kuba wirtschaftlich massiv unter Druck. Ob aus diesen widersprüchlichen Signalen tatsächlich konkrete Verhandlungen erwachsen, ist offen. Klar ist: Kuba zeigt sich dialogbereit, pocht aber zugleich auf ein Ende des Embargos, das die USA seit Jahrzehnten aufrechterhalten. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob aus den Ankündigungen reale Schritte werden.
