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Ölexporte aus dem Nahen Osten erholen sich trotz Spannungen in Hormus

Die Rohölexporte der Golfstaaten steigen im September auf 12,8 Millionen Barrel pro Tag – der höchste Stand seit Kriegsbeginn.

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Ölexporte aus dem Nahen Osten erholen sich trotz Spannungen in Hormus

Die Rohölexporte aus den wichtigsten Förderländern des Nahen Ostens haben sich im September auf 12,8 Millionen Barrel pro Tag (bpd) erholt. Laut Daten des Marktbeobachters Kpler markiert dies den höchsten Stand seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran im Februar. Vom Vorkriegsniveau von 18,8 Millionen bpd bleibt die Region jedoch weiterhin deutlich entfernt.

Getragen wird die Erholung vor allem von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Beide Länder wickelten ihre Ausfuhren verstärkt über die Straße von Hormus ab, nachdem Angriffe auf die Ost-West-Pipeline den Betrieb des Rotmeer-Terminals Yanbu beeinträchtigt hatten. Der strategisch bedeutsame Meeresengpass bleibt damit der zentrale Knotenpunkt für die Ölversorgung aus der Golfregion.

Die Nachricht fällt in eine Phase anhaltender geopolitischer Unsicherheit. Am Montag stiegen die Ölpreise um fast 3 Prozent, Brent-Rohöl kletterte auf über 107 US-Dollar pro Barrel. Der Markt reagierte damit auf die gescheiterten Verhandlungen über eine Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Die Details

Im Zentrum der jüngsten Entwicklung steht Saudi-Arabien, der größte Exporteur der Region. Das Königreich steigerte seine Lieferungen im September auf schätzungsweise 5,4 Millionen bpd – nach einem Tiefstand von 2,446 Millionen bpd im August. Besonders die Exporte über den Hafen Ras Tanura zogen deutlich an.

Auf der politischen Ebene liegen die Positionen weiter auseinander. Der Iran stellte Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen. Dazu zählte er die Aufhebung der US-Seeblockade, den Abbau militärischen Drucks, das Ende von Sanktionen sowie eine Waffenruhe. US-Präsident Donald Trump wies diese Forderungen zurück. Dennoch gibt es Berichte, wonach unter Vermittlung Katars in dieser Woche neue Gespräche aufgenommen werden könnten.

Die logistische Lage bleibt angespannt. Die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien und die kommerzielle Schifffahrt im Roten Meer intensiviert. Saudi-Arabien meldete zuletzt die Abwehr mehrerer ballistischer Raketen und Drohnen.

Trotz dieser Bedrohungen zeigen die Kpler-Daten eine rege Schifffahrt. Allein in der vergangenen Woche passierten 19 Supertanker die Straße von Hormus. US-Präsident Trump sprach zudem davon, dass am Wochenende über 20 Millionen Barrel die Meerenge durchquert hätten.

Die Straße von Hormus ist für den Weltmarkt von herausragender Bedeutung: Durch sie fließt rund ein Fünftel des weltweiten Seetransports von Rohöl, wie aktien.news bereits am 01.03.2026 berichtete. Saudi-Arabien ist mit Abstand der weltweit größte Lieferant von Seehandelöl, weshalb Händler die Exporte des Königreichs besonders genau beobachten. Jede Verschiebung der saudischen Liefermengen wirkt sich unmittelbar auf das globale Angebot aus.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die aktuelle Erholung ist Teil einer Entwicklung, die aktien.news seit Monaten begleitet. Bereits am 01.03.2026 berichtete aktien.news, dass die Angst vor einem militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise klettern ließ. Damals erreichte Brent-Rohöl mit 73 US-Dollar je Barrel den höchsten Stand seit Juli, und Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate erhöhten ihre Rohölexporte deutlich.

Am 15.09.2026 meldete aktien.news, dass Saudi-Arabien die Öllieferungen durch die Straße von Hormus weiter vorantrieb. Hintergrund war ein Angriff, der das Königreich zur Stilllegung einer wichtigen Pipeline gezwungen hatte. Diese Pipeline war während des Iran-Krieges der Hauptweg für den Export von saudischem Rohöl auf die globalen Märkte.

Wenige Tage später, am 18.09.2026, berichtete aktien.news unter Berufung auf Reuters, dass Saudi-Arabien im September und Oktober rund 60 Millionen Barrel Rohöl aus einem wichtigen Hafen in der Straße von Hormus verkauft habe, die per Schiff-zu-Schiff-Transfer in Oman verladen werden sollten. Raffinerien aus China und Südkorea gehörten demnach zu den größten Abnehmern der Spotlieferungen, während andere Mengen nach Indien und Japan gingen.

Am 24.09.2026 schließlich berichtete aktien.news, dass die Rohölexporte Saudi-Arabiens im September auf den höchsten Stand seit Beginn des Iran-Krieges gestiegen seien. Das Königreich habe seine Ausfuhren über die Straße von Hormus nach einem Angriff auf seine zentrale Umgehungspipeline schnell hochgefahren. Damit reagierte das Land auf eine Störung, die einen zentralen Knotenpunkt seiner Exportlogistik getroffen hatte.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger sind mehrere Punkte relevant. Erstens bleibt der Ölmarkt eng an die politischen Entwicklungen rund um die Straße von Hormus gekoppelt. Jede Nachricht über Verhandlungen, Angriffe oder Blockaden schlägt sich unmittelbar in den Preisen nieder – der Anstieg um fast 3 Prozent am Montag zeigt dies deutlich.

Zweitens richtet sich der Blick der Marktbeobachter zunehmend auf die Versorgung mit raffinierten Produkten. Da die Exporte aus dem Nahen Osten und Russland gestört sind, haben die Dieselpreise in Europa und den USA Rekordhöhen erreicht. Für Verbraucher und Unternehmen in Deutschland bedeutet das steigende Kraftstoff- und Transportkosten.

Drittens ist die Datenlage mit Vorsicht zu genießen. Die Kpler-Statistik berücksichtigt keine Schiffe, die ihre Transponder zur Verschleierung ihrer Position abgeschaltet haben. Die tatsächlichen Exportmengen könnten daher von den ausgewiesenen Zahlen abweichen. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ausblick

Der weitere Verlauf hängt maßgeblich von den Gesprächen ab, die unter Vermittlung Katars in dieser Woche aufgenommen werden könnten. Der Iran hat eine Öffnung der Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen an Bedingungen geknüpft, die US-Präsident Trump bislang zurückgewiesen hat. Ob sich die Positionen annähern, ist offen.

Beobachter werden zudem verfolgen, ob Saudi-Arabien seine Exporte weiter steigern kann. Der Anstieg auf 5,4 Millionen bpd im September nach 2,446 Millionen bpd im August zeigt, wie schnell sich die Liefermengen bewegen. Entscheidend bleibt, ob die Straße von Hormus dauerhaft passierbar bleibt und ob die Angriffe der Houthi-Rebellen auf die Schifffahrt im Roten Meer nachlassen.

Kurz erklärt

  • Barrel pro Tag (bpd): Maßeinheit für die täglich geförderte oder exportierte Rohölmenge.
  • Straße von Hormus: Meerenge am Persischen Golf, durch die ein großer Teil des weltweiten Seetransports von Rohöl fließt.
  • Brent-Rohöl: Nordseesorte, die als Referenzpreis für den internationalen Ölmarkt gilt.
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