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UBS sieht US-Dollar zum Franken durch weite Zinsdifferenz gestützt

Nach der SNB-Sitzung hält die Großbank an ihren USDCHF-Prognosen von 0,81 für Dezember und 0,79 für März fest.

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UBS sieht US-Dollar zum Franken durch weite Zinsdifferenz gestützt

Die Schweizer Großbank UBS Switzerland AG sieht den US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken durch die weite Zinsdifferenz gestützt. Auslöser dieser Einschätzung ist die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), ihren Leitzins auf ihrer jüngsten Sitzung unverändert zu lassen. Wie die Bank in ihrer Analyse ausführt, profitieren die Kurse des Währungspaares USDCHF von der anhaltenden Differenz zwischen den Zinssätzen der beiden Währungsräume.

Gleichzeitig ist die UBS der Ansicht, dass die Märkte in Bezug auf eine weitere Verschärfung der Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) überreagieren. Für deutsche Privatanleger ist diese Einschätzung relevant, weil sie die Richtung des Dollar-Franken-Kurses und damit auch die Bewertung Schweizer Vermögenswerte berührt. Hinter der Analyse stehen die UBS-Strategen Constantin Bolz und Clémence Dumoncel.

Nach Einschätzung der beiden Strategen hat die SNB auf ihrer Sitzung keinen übermäßig restriktiven Ton angeschlagen. Die Schweizer Inflation ist im August von 0,4 Prozent auf 0,8 Prozent im Jahresvergleich gestiegen, doch die innerstaatlichen inflationären Druckfaktoren bleiben begrenzt. Damit bleibt der Spielraum der Notenbank für eine vorsichtige Normalisierung der Geldpolitik erhalten.

Die Details

Die UBS-Ökonomen erwarten nun zwei Zinserhöhungen der SNB im März und Juni 2027. Damit wird der erste Anstieg vorverlegt gegenüber der bisherigen Erwartung einer Erhöhung Mitte 2027. Der günstige Carry-Hintergrund sollte nach UBS-Einschätzung eine anhaltende Aufwertung des Schweizer Frankens bis Ende des Jahres begrenzen.

Bei den konkreten Kursprognosen bleibt die Bank bei ihren bisherigen Annahmen. Die UBS behielt ihre Prognosen für USDCHF bei 0,81 für Dezember und 0,79 für März bei. Die kurzfristigen Risiken sind dabei nach oben verzerrt.

Eine zentrale Rolle spielt in der Analyse der Status des Frankens als Funding-Währung. Diese Eigenschaft habe zunehmend seine Eigenschaft als sichere Hafen-Anlage in den Schatten gestellt, so die UBS. Die Bereitschaft der SNB, einer schnellen Aufwertung entgegenzuwirken, habe das wahrgenommene Risiko verringert, Carry-Trades in Franken zu finanzieren. Auch der Zinsanstieg der Bank of Japan und das Risiko japanischer Interventionen haben den Yen als Funding-Währung weniger attraktiv gemacht.

Für den weiteren Kursverlauf hält die UBS kurzfristig auch höhere Notierungen für möglich. USDCHF könnte nach der Entscheidung der SNB und deren zurückhaltender Kommunikation in den kommenden Monaten hoch bleiben und potenziell die Marke von 0,84 bis 0,85 testen, so der Bericht. Mittel- bis langfristig erwartet die UBS dennoch einen tendenziell sinkenden Kurs, da die Unterstützung durch die Fed nachlässt und die SNB mit ihrer geldpolitischen Verschärfung beginnt.

Auf der technischen Seite nennt die Bank konkrete Marken. Der erhebliche Renditevorteil des Dollars sollte weiterhin ein Gegenwind für die Gesamtrenditen des Frankens sein. Die US-Wirtschaft bleibe widerstandsfähig, unterstützt durch KI-bezogene Kapitalausgaben, so die UBS. Die Unsicherheit im Umfeld der US-Zwischenwahlen könnte jedoch den internationalen Bedarf an Dollar-Anlagen belasten.

Als erste Unterstützung für USDCHF nennt die UBS ein Niveau von rund 0,80, gefolgt von einem Niveau knapp unter 0,77. Widerstand besteht nahe 0,84 und 0,8580. Damit sind die kurzfristigen Spielräume nach beiden Seiten abgesteckt.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die aktuelle Einschätzung der UBS reiht sich in eine Serie ähnlicher Bewertungen der vergangenen Monate ein. Bereits am 28.05.2026 berichtete aktien.news, dass die UBS sich klar gegen die vorherrschenden Markterwartungen einer aggressiveren US-Notenbank Federal Reserve positioniert. Die Bank argumentierte damals, dass die jüngsten Bewegungen bei den Renditen von US-Staatsanleihen die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen überbewerten, und empfahl Anlegern, den Fokus auf die robusten Fundamentaldaten der Unternehmen zu legen.

Am 27.06.2026 meldete aktien.news, dass die UBS zunehmend optimistisch für den US-Dollar sei und erwarte, dass die amerikanische Währung die globalen Devisenmärkte bis weit in die zweite Jahreshälfte 2026 hinein dominieren werde. Als Haupttreiber nannte die Bank höhere Erwartungen an die US-Zinsen sowie robuste wirtschaftliche Fundamentaldaten. Damals senkte die UBS ihre Prognose für das Währungspaar EUR/USD zum Jahresende 2026 von zuvor 1,14 auf nunmehr 1,12.

Am 16.09.2026 berichtete aktien.news, dass die UBS mit einem kurzfristig weiter unter Druck stehenden Schweizer Franken rechnet. Grund dafür war die im Vergleich zu anderen Währungen niedrige Rendite des CHF, die durch steigende Energiepreise und die Erwartung weiterer geldpolitischer Verschärfungen durch die Europäische Zentralbank, die Federal Reserve und die Bank of England zu einer Verbreiterung der Renditedifferenziale geführt hatte. Der Kurs von EUR/CHF war dadurch bereits über die Marke von 0,94 getrieben. Für die anstehende September-Sitzung der SNB erwartete die UBS damals kaum Veränderungen und keine Zinserhöhung.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger, die in Schweizer Franken oder Schweizer Vermögenswerte investiert sind, ist die Analyse vor allem wegen der erwarteten Zinsdifferenz von Bedeutung. Solange der Dollar einen deutlichen Renditevorteil gegenüber dem Franken bietet, bleibt der Franken als Finanzierungswährung attraktiv. Das kann die Aufwertung des Schweizer Frankens bremsen, was Anlegern mit ungesicherten Franken-Positionen zugutekommt, aber die Rendite von Franken-Anlagen aus Sicht eines Euro- oder Dollar-Investors schmälert.

Gleichzeitig weist die UBS darauf hin, dass die kurzfristigen Risiken für USDCHF nach oben verzerrt sind. Wer auf einen stärkeren Franken setzt, muss also damit rechnen, dass der Kurs zunächst die Marke von 0,84 bis 0,85 testet, bevor er mittelfristig wieder sinkt. Die Bank erwartet, dass USDCHF mittelfristig tendenziell sinkt, da die Unterstützung durch die Fed nachlässt und die SNB mit ihrer geldpolitischen Verschärfung beginnt.

Zu beachten ist auch die Aussage zur Rolle des Frankens als Funding-Währung. Sie hat nach Einschätzung der UBS zunehmend seine Eigenschaft als sichere Hafen-Anlage in den Schatten gestellt. Anleger, die den Franken traditionell als Absicherung gegen Marktturbulenzen halten, sollten daher die veränderten Rahmenbedingungen im Blick behalten. Der erhebliche Renditevorteil des Dollars wirkt weiterhin als Gegenwind für die Gesamtrenditen des Frankens.

Ausblick

Die UBS-Ökonomen erwarten zwei Zinserhöhungen der SNB, und zwar im März und Juni 2027. Damit wird der erste Anstieg vorverlegt gegenüber der bisherigen Erwartung einer Erhöhung Mitte 2027. Für den Kurs von USDCHF behält die Bank ihre Prognosen von 0,81 für Dezember und 0,79 für März bei.

Mittelfristig rechnet die UBS mit einem tendenziell sinkenden USDCHF-Kurs, da die Unterstützung durch die Fed nachlässt und die SNB mit ihrer geldpolitischen Verschärfung beginnt. Kurzfristig könnte USDCHF jedoch hoch bleiben und potenziell die Marke von 0,84 bis 0,85 testen. Als mögliche Belastung für die internationale Nachfrage nach Dollar-Anlagen nennt die Bank die Unsicherheit im Umfeld der US-Zwischenwahlen.

Kurz erklärt

  • Carry-Trade: Eine Strategie, bei der Anleger eine Währung mit niedrigem Zins aufnehmen und in eine Währung mit höherem Zins investieren, um die Zinsdifferenz zu vereinnahmen.
  • Funding-Währung: Eine Währung, die wegen ihrer niedrigen Zinsen bevorzugt aufgenommen wird, um damit Investitionen in höher verzinste Anlagen zu finanzieren.
  • Zinsdifferenz: Der Unterschied zwischen den Leitzinsen zweier Währungsräume, der die Attraktivität von Carry-Trades und die Wechselkursrichtung beeinflusst.
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