UBS sieht globale Zinsdynamik als Belastung für schwedische Krone
Die Schweizer Bank hält an ihrer EUR/SEK-Prognose von 11,00 für Dezember 2026 fest und verweist auf anhaltenden globalen Zinsdruck.

Die UBS Switzerland AG hat ihre Prognose für den EUR/SEK-Wechselkurs bei 11,00 für Dezember 2026 beibehalten. Als Begründung führt die Schweizer Bank den anhaltenden Druck auf die schwedische Krone durch die globalen Zinsdynamiken an – und das trotz stützender inländischer Fundamentaldaten. Die Strategen Clémence Dumoncel und Constantin Bolz bestätigten damit die bisherige Einschätzung des Instituts zur Entwicklung des Währungspaares.
Auch für die Folgequartale bleiben die Schweizer Analysten bei ihren bisherigen Projektionen. So erwarten sie einen Kurs von 10,90 für März 2027, 10,70 für Juni 2027 und 10,60 für September 2027. Damit rechnet die UBS mittelfristig mit einer schrittweisen, aber moderaten Erholung der schwedischen Krone gegenüber dem Euro.
Riksbank hält Leitzins stabil
Das EUR/SEK-Paar blieb trotz eines hawkisheren Tons der schwedischen Reichsbank (Riksbank) auf ihrer Sitzung im September erhöht. Die schwedische Zentralbank beließ ihren Leitzins unverändert bei 1,75 Prozent und stellte fest, dass die Inflation ohne fiskalische Maßnahmen nahe ihrem Ziel von 2 Prozent liegen würde. Der Markt reagierte nur begrenzt auf diese Kommunikation, da die Anleger die Wende in der Rhetorik weitgehend erwartet hatten.
Nach Einschätzung der UBS wird die Krone primär von den globalen Zinsdynamiken und weniger von den inländischen Fundamentaldaten getrieben. Schwedens Wirtschaft bleibe dabei relativ widerstandsfähig, gestützt durch sich erholende Vertrauensindikatoren und eine solide Übertragung der Geldpolitik. Diese Stärke im Inland reicht nach Ansicht der Bank jedoch nicht aus, um die Währung nachhaltig zu stützen.
Externe Faktoren dominieren den Wechselkurs
Mehrere externe Faktoren lasten weiterhin auf der schwedischen Krone. Dazu zählen erhöhte Energiepreise, die vergleichsweise niedrigen Zinssätze in Schweden sowie die Erwartungen weiterer Verschärfungen durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Das EUR/SEK-Paar reagiere empfindlich auf Bewegungen bei den globalen Staatsanleiherenditen, wobei die Krone Schwierigkeiten habe, von inländischen Entwicklungen zu profitieren.
Die UBS sieht auf der inländischen Seite keine ausreichende Rechtfertigung für weitere Verschärfungen durch die Riksbank. Eine eingedämmte Kerninflation und Arbeitsmarktreserven gäben der Zentralbank Spielraum, die Politik unverändert fortzusetzen. Die Bank erwartet, dass die Riksbank bis zum Jahresende auf Kurs bleibt, während die Europäische Zentralbank (EZB) wahrscheinlich im Dezember erneut die Zinsen anheben wird.
Ausblick und technische Marken
Ein günstigeres Umfeld für die Krone würde nach Einschätzung der UBS voraussetzen, dass die Zinserhöhungen der Fed bereits vollständig eingepreist sind. Dies würde den Druck auf renditeschwächere Währungen reduzieren und der schwedischen Krone Raum zur Erholung geben. Bis dahin dürfte der globale Zinszyklus die entscheidende Rolle für die Kursentwicklung spielen.
Auf technischer Ebene identifizierte die UBS Widerstandsniveaus um 11,50 für das Währungspaar. Die wichtige Unterstützung liegt aus Sicht der Strategen weiterhin bei 11,00. Für deutsche Anleger, die in schwedische Vermögenswerte investieren oder Währungspositionen halten, bleibt die Entwicklung des EUR/SEK-Kurses damit ein zentraler Faktor für die Rendite.
Zusammenfassend bleibt die UBS bei ihrer vorsichtigen Haltung gegenüber der schwedischen Krone. Solange die globalen Zinsdynamiken – insbesondere die Politik der Fed – den Ton angeben, dürfte die Währung trotz solider inländischer Fundamentaldaten nur begrenzt profitieren. Die Prognosen der Schweizer Bank signalisieren eine langsame, aber stetige Annäherung an niedrigere EUR/SEK-Niveaus bis Ende 2027.
