moomoo meldet 50 Prozent mehr Krypto-Käufer: Nachfrage wird breiter
Retail-Broker moomoo verzeichnet ein kräftiges Plus bei Krypto-Käufern – Bitcoin führt, doch das Interesse weitet sich aus.

Die Retail-Brokerage-Plattform moomoo verzeichnet einen 50-prozentigen Anstieg bei Nutzern, die Kryptowährungen kaufen. Das berichtet Investing.com unter Berufung auf Albi Mema, Direktor der Krypto-Operationen bei moomoo U.S. Bitcoin ist dabei die am aktivsten gehandelte Coin, während die Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten über die großen Marktkapitalisierungen hinaus wächst.
moomoo gehört zu Futu Holdings, einem an der Nasdaq gelisteten Unternehmen. Mema erklärte in dieser Woche gegenüber Investing.com, der Zuwachs speise sich aus zwei Quellen: neuen Nutzern, die von anderen Plattformen kommen, und bestehenden Aktien- und Optionshändlern, die Krypto-Assets in ihre Portfolios aufnehmen. Damit verschiebt sich das Bild der typischen Kundschaft – weg vom reinen Krypto-Spezialisten, hin zum selbstgesteuerten Multi-Asset-Anleger.
Besonders der Start von Krypto-Wallets hat offenbar Bewegung in die Kundschaft gebracht. „Seit der Einführung von Krypto-Wallets haben wir gesehen, dass Nutzer von anderen Börsen zu unserer Plattform wechseln, um Gelder einzuzahlen und abzuheben, angezogen teilweise durch unsere niedrigeren Kosten“, sagte Mema. Eine breitere Produktpalette, einschließlich Event Contracts, ziehe Kunden über die gesamte Plattform hinweg an, fügte er hinzu.
Die Details
Bitcoin und Ether machen den Großteil der Krypto-Aktivitäten bei moomoo aus. Das Spektrum weitet sich jedoch aus: „Vermögenswerte wie XRP und HYPE haben bei unseren Kunden erhebliche Akzeptanz gefunden und rangieren konstant unter den am aktivsten gehandelten Coins auf der Plattform“, so Mema. Damit bestätigt der Broker einen Trend, den Marktbeobachter seit längerem beschreiben – die Nachfrage der Privatanleger verteilt sich zunehmend auf eine größere Zahl von Token.
Auffällig ist laut Mema die erhebliche Überschneidung zwischen den Krypto-Nutzern der Plattform und denen, die Aktien und Optionen handeln. Das weise auf eine selbstgesteuerte, multi-asset Investor-Basis hin, die Krypto zunehmend als Teil eines breiteren Portfolios betrachte. Krypto ist für diese Kundengruppe also nicht mehr ein isoliertes Spekulationsobjekt, sondern ein Baustein neben klassischen Wertpapieren.
Mema beschreibt zugleich einen Wettbewerb, der sich verschoben hat. Da der Zugang zu Kryptowährungen immer weiter verbreitet wird, konkurrieren Broker seinen Angaben zufolge nicht mehr in erster Linie über den bloßen Zugang, sondern über die Qualität des begleitenden Erlebnisses: Daten, Charting, KI-Tools und Bildung. Hinzu kommt der Anspruch, die Lücke zwischen institutioneller und Retail-Infrastruktur zu schließen.
„Institutionen verfügen über ausgefeilte Custody-, Settlement-Daten- und Risikoinfrastrukturen, während Privatanlegern oft nicht mehr als eine Kursdatenquelle und einen Kauf-Button geboten wurde“, erklärte Mema. „moomoo schließt diese Lücke.“ Der Broker positioniert sich damit in einem Markt, in dem die technische Ausstattung für Privatanleger zum Differenzierungsmerkmal wird.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 11.02.2026 berichtete aktien.news, dass der Online-Broker Webull einen konsolidierten Marktdaten-Feed für den US-Nachthandel einführt. Die Innovation sollte globalen Anlegern erstmals eine einheitliche Sicht auf Liquidität und Preisbildung über mehrere außerbörsliche Handelsplätze hinweg ermöglichen und die langjährige Intransparenz in den Nachtmärkten beenden. Der Fall zeigt, dass der Wettbewerb unter den Retail-Brokern schon vor der aktuellen Krypto-Offensive stark über Datenqualität und Infrastruktur geführt wurde.
Auch auf der Kursseite gab es in diesem Jahr markante Bewegungen. Am 19.02.2026 meldete aktien.news, dass Bitcoin um 1,4 Prozent auf 67.202 Dollar kletterte, während Ethereum 2,1 Prozent auf 1.981 Dollar zulegte. Als Hauptkatalysator nannten Analysten der Deutschen Bank vorbörsliche Berichte über eine umfangreiche Liefervereinbarung zwischen Nvidia und Meta.
Am 17.03.2026 berichtete aktien.news über einen Kurssprung bei XRP: Die Kryptowährung legte um 10,02 Prozent zu und notierte auf dem Investing.com-Index bei 1,5879 US-Dollar – der größte prozentuale Tagesgewinn seit dem 6. Februar 2025. Die Marktkapitalisierung von XRP kletterte damit auf rund 96,24 Milliarden US-Dollar, ein Anteil von 3,75 Prozent an der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung. Im 24-Stunden-Handel bewegte sich der Kurs zwischen 1,5353 und 1,5881 US-Dollar, das Handelsvolumen belief sich auf 4,74 Milliarden US-Dollar. Auf Wochensicht stand ein Plus von 14,36 Prozent zu Buche.
Am 21.07.2026 folgte ein weiterer Bericht: Bitcoin erreichte ein Zwei-Wochen-Hoch von 65.755,40 US-Dollar, gestützt durch wiederkehrende Zuflüsse in börsengehandelte Bitcoin-ETFs. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten zwei Wochen in Folge positive Mittelzuflüsse, die sich laut dem Aggregator SoSoValue auf 75,7 Millionen bzw. 197,4 Millionen US-Dollar beliefen. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran begrenzten damals allerdings die Kursgewinne im gesamten Kryptomarkt.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem ein Signal über die Struktur des Marktes, nicht über kurzfristige Kurse. Wenn ein Broker wie moomoo einen 50-prozentigen Anstieg bei Krypto-Käufern meldet und zugleich eine hohe Überschneidung mit Aktien- und Optionshändlern beschreibt, deutet das auf eine wachsende Gruppe hin, die Krypto als Portfoliobaustein behandelt. Wer selbst über eine solche Aufteilung nachdenkt, sollte die Kostenstruktur, die Verwahrung und die Datenqualität der jeweiligen Plattform vergleichen – genau die Punkte, die Mema als Wettbewerbsfelder nennt.
Zugleich bleibt die Volatilität ein zentraler Faktor. Die Archivberichte zeigen Kurssprünge von 10,02 Prozent an einem einzelnen Tag bei XRP und Bitcoin-Bewegungen im Bereich von 1,4 bis 2,6 Prozent innerhalb kurzer Zeiträume. Solche Ausschläge sind für Anleger mit kurzem Horizont ein erhebliches Risiko. Die breitere Nachfrage über mehrere Token hinweg ändert daran nichts – sie erhöht eher die Zahl der Positionen, die einzeln schwanken können. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Konkrete Termine oder Zielmarken nennt moomoo in dem Bericht nicht. Mema beschreibt jedoch die Richtung: Der Wettbewerb unter den Brokern dürfte sich weiter über Daten, Charting, KI-Tools und Bildung entscheiden, ebenso über die Angleichung von institutioneller und Retail-Infrastruktur. Sollte die Nachfrage nach Vermögenswerten jenseits von Bitcoin und Ether anhalten, wäre eine weitere Ausweitung des handelbaren Spektrums bei Retail-Plattformen die naheliegende Folge. Belege für neue Produktankündigungen mit Datum liefert der Quelltext allerdings nicht.
Kurz erklärt
- Krypto-Wallet: Eine digitale Geldbörse, in der Nutzer Kryptowährungen verwahren und Transaktionen abwickeln.
- Event Contracts: Handelsprodukte, mit denen Anleger auf den Eintritt oder Nichteintritt eines definierten Ereignisses setzen.
- Custody: Die Verwahrung von Vermögenswerten durch einen Dienstleister, einschließlich der Absicherung und Buchführung.
- Multi-Asset-Anleger: Ein Investor, der sein Kapital über mehrere Anlageklassen wie Aktien, Optionen und Kryptowährungen streut.
