ANZEIGE

Trumpismus treibt Brics-Staaten zu seltener Einigkeit

US-Zölle und Trumps Außenpolitik vereinen die zehn Schwellenländer im Widerstand.

2 Min
Trumpismus treibt Brics-Staaten zu seltener Einigkeit

Kritiker bezeichnen die BRICS oft als uneinheitliche Sammlung von Schwellenländern, die sich auf wenig einigen und noch weniger erreichen. Doch angesichts der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump, seinem Krieg im Iran und seinen Angriffen auf die internationale Zusammenarbeit zeigten sich die Führer des zehnköpfigen Blocks am vergangenen Wochenende in Neu-Delhi bemerkenswert geschlossen.

Die Staats- und Regierungschefs hatten kaum Schwierigkeiten, sich auf eine gemeinsame Position zu verständigen, um ihren Widerstand gegen die US-Politik auszudrücken. Dies berichten Michael Stott, Andres Schipani und Joe Leahy für die Financial Times. Der Gipfel markiert einen seltenen Moment der Einigkeit in einem Bündnis, das sonst für seine internen Differenzen bekannt ist.

Einigkeit durch äußeren Druck

Der sogenannte „Trumpismus“ mit seiner unilateralen Handelspolitik und militärischen Konfrontationen wirkt als Katalysator für die Zusammenarbeit der Brics-Staaten. Während die Mitglieder in wirtschaftlichen und geopolitischen Fragen oft unterschiedliche Interessen verfolgen, schafft der gemeinsame Gegner in Washington eine neue Dynamik.

Chinas Staatschef Xi Jinping nahm ebenfalls an dem Gipfel teil. Die Volksrepublik China ist als größte Volkswirtschaft unter den Brics-Staaten eine treibende Kraft hinter der kritischen Haltung gegenüber den US-Zöllen. Auch die anderen Mitglieder des Bündnisses, darunter Russland, Indien, Brasilien und Südafrika, sehen sich durch Trumps protektionistische Maßnahmen herausgefordert.

Hintergrund für deutsche Leser

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von Bedeutung, da die Brics-Staaten einen wachsenden Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt halten. Eine geeintere Haltung der Schwellenländer könnte langfristig zu einer Verschiebung der Handelsströme führen und neue Risiken, aber auch Chancen für exportorientierte deutsche Unternehmen bedeuten.

Die BRICS-Gruppe, die ursprünglich aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika bestand, hat sich inzwischen auf zehn Mitglieder erweitert. Die zunehmende Politisierung des Bündnisses gegen die US-Politik könnte die globalen Machtverhältnisse weiter verschieben.

Ausblick

Der Gipfel in Neu-Delhi zeigt, dass externe Bedrohungen die Brics-Staaten kurzfristig zusammenschweißen können. Ob diese Einigkeit von Dauer sein wird, bleibt abzuwarten. Die wirtschaftlichen Interessen der Mitgliedsländer sind weiterhin sehr unterschiedlich. Für den Moment aber haben die Zölle und die Außenpolitik von US-Präsident Trump das erreicht, was interne Anreize nicht vermochten: eine gemeinsame Front der Schwellenländer.

BricsTrumpZölleSchwellenländerGipfelEinigkeitHandelspolitikNeu-Delhi

Meistgelesene News

  1. Amazon Prime Air Crash in Miami: Fünf Tote bei Frachtflugzeug-Unglück
  2. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  3. Marktdissonanz: Die historische Umschichtung von Anleihen in Aktien
  4. Oracle-Aktie 50% gefallen – Ist der Einstieg jetzt sinnvoll?
  5. Novartis-Aktie stürzt ab: Zwei Medikamenten-Fehlschläge erschüttern Konzern

Disclaimer