Trump verbannt CNN, MSNBC und Politico aus dem Weißen Haus
US-Präsident verschärft Angriff auf Pressefreiheit und droht mit weiteren Sperren.

Donald Trump hat am Freitag angekündigt, CNN, MSNBC und Politico vom Weißen Haus auszuschließen. Der US-Präsident drohte zudem damit, künftig weitere Medienunternehmen zu sperren. Damit verschärft Trump seinen Angriff auf die Pressefreiheit und die sogenannte vierte Gewalt in den Vereinigten Staaten.
Trump erklärte, das Verbot für die drei Sender gelte „sofort“ und sei „eine Folge ihrer ständigen Berichterstattung mit FAKE NEWS!“ Konkrete Geschichten oder Berichte, die zu dem Verbot geführt haben, nannte er nicht. Allerdings zieht seine Regierung bereits seit Langem über Berichterstattung her, die sie als kritisch empfindet.
Das Verbot markiert eine deutliche Eskalation in Trumps Bemühungen, die US-Medien einzuschüchtern. Dabei könnte er auf verfassungsrechtlich garantierte Schutzbestimmungen der Meinungsfreiheit stoßen. Der Vorsitzende der Federal Communications Commission (FCC) unter Trump hat zudem zwei Untersuchungen gegen die ABC-Netzwerke von Disney eingeleitet und deren Programmgestaltung angegriffen.
Rechtliche Auseinandersetzungen und Drohungen
Im vergangenen Jahr hatte der US-Präsident in separaten Klagen Milliardenbeträge an Schadensersatz von der New York Times und der Wall Street Journal gefordert. Über die Social-Media-Plattform Truth Social schrieb Trump, Medien „dürften nicht ständig FIKTION und LÜGEN schreiben oder berichten, wenn sie den Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Trump-Regierung oder die Vereinigten Staaten von Amerika abdecken“.
Später am Freitag im Oval Office sagte Trump nicht aus, ob Reporter der drei Medienunternehmen ihre Akkreditierungen verlieren oder von der Gruppe der Journalisten ausgeschlossen würden, die den Präsidenten auf Reisen begleiten. „Ich will sie nicht in meinem Büro“, sagte er. „Ich will sie nicht hier. Ich würde sagen, das Verbot geht so weit, wie es rechtlich möglich ist.“
Reaktionen der betroffenen Medien
CNN betonte, seine Berichterstattung sei fair und genau. Die Verfassung gewähre ihnen das Recht auf Meldung „ohne Behinderung oder Einmischung durch die Regierung“. „Sollte das von Präsident Trump angedrohte Verbot umgesetzt werden, wäre dies ein illegaler Angriff auf dieses grundlegende und verfassungsmäßig geschützte Recht“, hieß es im Netzwerk.
Politico postete auf X, man werde „weiterhin fair über dieses Weiße Haus und künftige Regierungen berichten“. „Wir werden unsere Rechte nach dem First Amendment energisch verteidigen gegen jeden Versuch, sie einzuschränken“, fügte das Blatt hinzu. „Die Behauptung, POLITICO habe staatliche Subventionen erhalten, ist falsch und wurde gründlich widerlegt.“ MSNBC, zuvor bekannt als MSNBC, lehnte eine Kommentierung ab.
Seth Stern, der bei der gemeinnützigen Organisation Freedom of the Press Foundation für Advocacy zuständig ist, erklärte, es sei „schwer vorstellbar, einen offeneren Verstoß gegen das First Amendment zu finden als Trumps Verbot von Nachrichtenagenturen aus dem ‚Haus des Volkes‘ wegen Kritik an der Regierung“.
Bisherige juristische Niederlagen
Trumps scharfe Angriffe auf die Presse sind vor Gericht oft gescheitert. Während seiner ersten Amtszeit entschied ein Bundesgericht 2018, dass seine Regierung die vom Weißen Haus entzogenen Akkreditierungen eines CNN-Reporters wiederherstellen müsse. Während Trumps Rechtsstreitigkeiten gegen die New York Times und die Wall Street Journal andauern, haben Richter die ursprünglichen Beschwerden abgewiesen.
Die Drohung mit Klagen und regulatorischen Eingriffen hat dennoch einige Medien dazu gezwungen, die Kosten teurer Gerichtsverfahren und das Risiko abzuwägen, dass eine Konfrontation mit dem Präsidenten Konsequenzen für ihre Unternehmensinhaber haben könnte.
Widersprüchliche Transparenz-Behauptungen
Das Weiße Haus unter Trump bezeichnete ihn wiederholt als „den transparentesten und zugänglichsten Präsidenten in der amerikanischen Geschichte“. Tatsächlich verhängte die Verwaltung jedoch Beschränkungen für den Zugang der Presse zu Bundesbehörden wie dem Pentagon. Der Sprecher des Außenministeriums hat seit einem Jahr keine Pressekonferenz mehr abgehalten. Das Pentagon hielt zuletzt vor vier Monaten eine Pressekonferenz ab, trotz des Krieges mit dem Iran.
Das Ministerium hat Reporter generell davon abgehalten, sich militärischen Einheiten anzuschließen, und bricht damit mit jahrzehntelanger Tradition. Das Weiße Haus hat zudem eine Politik eingeführt, bei der die erste Frage bei seinen halbregelmäßigen Pressekonferenzen an sogenannte „New-Media-Mitglieder“ vergeben wird – typischerweise einen pro-Trump-Influencer oder Blogger.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, da die betroffenen Medienkonzerne wie Warner Bros. Discovery (CNN-Muttergesellschaft) und NBCUniversal (MSNBC) börsennotiert sind. Zudem könnten regulatorische Eingriffe der FCC weitreichende Folgen für die gesamte Medienbranche haben.
