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Netflix vor schlechtestem Jahr seit 2022 – Wells Fargo senkt Kursziel

Wells Fargo stuft Netflix auf "Underweight" herab und senkt das Kursziel drastisch auf 57 Dollar.

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Netflix vor schlechtestem Jahr seit 2022 – Wells Fargo senkt Kursziel

Die Investmentbank Wells Fargo hat die Aktien des Streaming-Primus <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix von "Equal Weight" auf "Underweight" herabgestuft und das Kursziel drastisch von 80 auf 57 US-Dollar gesenkt. Das neue Kursziel impliziert ein potenzielles Minus von 24 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag. Analyst Steven Cahall begründet den Schritt mit besorgniserregenden Engagement-Trends bei den Zuschauern.

Die Netflix-Aktie befindet sich bereits im freien Fall. Im laufenden Jahr 2026 verlor das Papier knapp 20 Prozent an Wert, über die vergangenen zwölf Monate summiert sich das Minus auf rund 38 Prozent. Damit steuert Netflix auf sein schlechtestes Börsenjahr seit 2022 zu, als die Kurse um 51 Prozent einbrachen. Das Unternehmen leidet unter sinkenden Zuschauerzahlen und einem zunehmend härteren Wettbewerb durch Konkurrenten wie Hulu und Disney.

Wells Fargo sieht strukturelle Probleme

"Die Engagement-Trends sehen für uns besorgniserregend aus", schrieb Analyst Steven Cahall in einem Kundenbericht. Die Bank beziffert den Rückgang der Zuschauerquote pro Abonnent auf 1,6 Stunden pro Tag im ersten Halbjahr dieses Jahres. Auf bereinigter Basis bedeute dies einen Rückgang von rund acht Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023.

Cahall sieht ein grundlegendes Dilemma für den Streaming-Riesen: "Wenn die Chance darin besteht, Netflix zu einem breiteren Content-Hub umzugestalten, besteht das Risiko, die wasserspendenden Originalinhalte zu verpassen." Rund 20 Prozent der Sehstunden entfallen laut Wells Fargo auf die Top-100-Titel. "Wir glauben, dass hier viel vom Zeitgeist lebt und der Mitgliederwert getrieben wird", so der Analyst.

Erholung nur mit Durchbruchserfolgen möglich

Eine Trendwende ist aus Sicht von Wells Fargo nicht ausgeschlossen, aber an harte Bedingungen geknüpft. "Wir sehen Durchbruchserfolge als eine Voraussetzung an, damit die Aktie wieder funktioniert", schrieb Cahall. Netflix müsse erfolgreiche TV-Serien und Filme herausbringen, um das Interesse des Publikums zurückzugewinnen.

Gelinge dies nicht, drohe ein weiterer Kursverfall. Die Bank bleibt mit ihrer pessimistischen Einschätzung allerdings eine Minderheitenmeinung an der Wall Street. Von den 52 Analysten, die Netflix abdecken, bewerten 38 die Aktie mit "Kaufen" oder "Stark Kaufen", wie Daten von LSEG zeigen.

Fazit

Die Herabstufung durch Wells Fargo wiegt schwer, auch wenn sie dem Konsens widerspricht. Netflix steht vor der Herausforderung, in einem zunehmend gesättigten Streaming-Markt die Zuschauerbindung zu halten. Die sinkenden Engagement-Zahlen sind ein Warnsignal, das Anleger ernst nehmen sollten. Ob das Unternehmen mit neuen Inhalten gegensteuern kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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