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The Onion: Übernahme von Infowars erneut vor Gericht blockiert

Ein texanisches Berufungsgericht stoppt vorübergehend den Deal zwischen dem Satiremagazin The Onion und dem Infowars-Insolvenzverwalter.

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The Onion: Übernahme von Infowars erneut vor Gericht blockiert

Das Satiremagazin The Onion scheitert erneut mit seinem Plan, die Verschwörungsplattform Infowars von Alex Jones zu übernehmen. Ein texanisches Berufungsgericht gab am späten Mittwoch einem Eilantrag von Jones' Anwälten statt und blockierte vorübergehend die Übertragung von Infowars-Vermögenswerten. Eine für Donnerstag angesetzte Anhörung zur Genehmigung des Deals mündete lediglich in eine Statuskonferenz. Der zuständige Richter setzte eine weitere Anhörung für den 28. Mai an.

The Onion hatte mit dem staatlichen Insolvenzverwalter in Texas einen Lizenzvertrag ausgehandelt, der dem Satiremagazin die vorübergehende Nutzung der Marken, Urheberrechte und des geistigen Eigentums von Infowars erlauben würde. Ziel ist es, die Infowars-Plattformen in Comedy-Seiten umzuwandeln, die Jones, Verschwörungstheorien und rechte Narrative parodieren. Die dabei erzielten Einnahmen sollen den Angehörigen der Opfer des Sandy-Hook-Amoklaufs zugutekommen.

Hintergrund: Milliardenschulden nach Sandy-Hook-Verleumdung

Der Hintergrund des Falls ist für deutsche Leser bedeutsam: Alex Jones hatte das Massaker an der Sandy Hook Elementary School in Connecticut im Jahr 2012, bei dem 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet wurden, in seiner Sendung wiederholt als Täuschung bezeichnet. US-Gerichte verurteilten ihn daraufhin zu Schadensersatzzahlungen von mehr als einer Milliarde US-Dollar an die Angehörigen der Opfer. Das in Austin, Texas, ansässige Unternehmen Infowars steht seither vor der Liquidation.

Anwälte der Sandy-Hook-Familien hatten den Obersten Gerichtshof von Texas gebeten, das Urteil des Berufungsgerichts aufzuheben. Das Gericht traf jedoch vor der Donnerstaganhörung keine Entscheidung. Ben Collins, CEO von The Onion, äußerte sich vor der Anhörung in einem Social-Media-Beitrag deutlich: „Diese neuerliche, wahnsinnige und beispiellose juristische Verzögerungstaktik bewirkt nichts anderes, als unser Geschäft mit dem Insolvenzverwalter zur Übernahme von Infowars hinauszuzögern."

Collins ergänzte: „Wir rechnen nun mit neuen Fallen in Alex Jones' amoralischem Krieg, um Zahlungen an die Sandy-Hook-Familien zu verweigern, sind aber erneut überrascht über die Bereitschaft des US-Rechtssystems, dies hinzunehmen."

Jones feiert – und plant bereits weiter

Alex Jones selbst feierte das Urteil des Berufungsgerichts in Videos auf seinen Social-Media-Kanälen. Er bezeichnete den Plan von The Onion als illegal und verwies auf laufende Berufungsverfahren sowie sein fortlaufendes Privatinsolvenzverfahren. „Ich habe schon vor Tagen gesagt, dass es ausgeschlossen ist, dass das Berufungsgericht des dritten Bezirks in Texas dies nicht aufhebt", sagte Jones. Am Donnerstagabend stieß er während eines Livestreams auf X mit seinem Team und den Zuschauern an – kurz bevor nach eigenen Angaben um Mitternacht der Strom im Infowars-Gebäude abgestellt werden sollte.

Mark Bankston, ein Anwalt einiger Angehöriger der Sandy-Hook-Opfer, warf Jones nach der Anhörung vor, die Liquidation von Infowars wiederholt durch gerichtliche Anträge verzögert zu haben. „Für die Welt ist Infowars tot. Das weiß jeder", sagte Bankston. „Er versucht, den aufgeblähten Leichnam eines Medienunternehmens am Leben zu erhalten."

Es ist nicht das erste Mal, dass The Onion bei seinen Übernahmeplänen juristisch scheitert. Im November 2024 wurde das in Chicago ansässige Satiremagazin zunächst zum Gewinner einer Versteigerung der Infowars-Muttergesellschaft Free Speech Systems erklärt. Ein Bundesrichter hob das Auktionsergebnis jedoch unter Verweis auf Verfahrensfehler und das Gebot von The Onion wieder auf.

Jones baut parallel neue Strukturen auf

Ungeachtet der laufenden Verfahren baut Jones parallel neue Strukturen auf. Er erklärte in seiner Sendung, dass ein neues Studio kurz vor der Fertigstellung stehe. Zudem hat er bereits eine neue App sowie Websites eingerichtet, darunter eine für den Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln, Kleidung und Merchandise. Sein persönlicher X-Account mit 4,5 Millionen Followern ist von keinem der Gerichtsverfahren betroffen.

The Onion verkauft unterdessen bereits Infowars-Merchandise auf der eigenen Website, darunter T-Shirts und Stofftaschen mit einem Infowars-Logo, bei dem das „O" durch das markentypische Zwiebel-Symbol ersetzt wurde. Der Ausgang des Rechtsstreits bleibt offen – die nächste Anhörung ist für den 28. Mai angesetzt.

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