Starker Dollar drückt Goldpreis in Richtung Wochentief
Handelsspannungen und Zinspolitik belasten auch Silber, Platin und Palladium

Der Goldpreis hat sich am Freitag kaum bewegt, steuert jedoch auf ein Wochenminus zu. Grund dafür ist ein stärkerer US-Dollar, der die Unterstützung durch neue Handelsspannungen überwiegt. Zum Zeitpunkt der Beobachtung lag der Preis für Spot-Gold bei 3.292,18 US-Dollar pro Unze und damit um 1,3 Prozent niedriger als zu Beginn der Woche. US-Gold-Futures verzeichneten einen Rückgang um 0,2 Prozent auf 3.342,10 US-Dollar.
Der Dollarindex erreichte den höchsten Stand seit Ende Mai, was Gold für Anleger aus anderen Währungsräumen teurer macht. Marktanalyst Edward Meir vom Handelshaus Marex erklärte, dass sich Gold in den letzten zwei Monaten in einer Preisspanne zwischen 3.250 und 3.450 US-Dollar pro Unze bewegt habe. Nun deuteten die Anzeichen darauf hin, dass sich der Kurs dem unteren Ende der Spanne nähere – mit der Möglichkeit, dieses auch zu unterschreiten. Die Stärke des Dollars sei laut Meir auf die anhaltend straffe Haltung der US-Notenbank zurückzuführen, die ebenfalls auf den Goldpreis drücke.
Die US-Notenbank hatte am Mittwoch den Leitzins unverändert im Korridor zwischen 4,25 und 4,50 Prozent belassen und gleichzeitig Erwartungen auf eine baldige Zinssenkung, etwa im September, gedämpft. Da Gold keine Zinsen abwirft, ist es für Anleger in einem Umfeld steigender Zinsen weniger attraktiv.
Neue handelspolitische Spannungen sorgen zusätzlich für Unsicherheit. Ex-Präsident Donald Trump unterzeichnete einen Erlass, der sogenannte "reziproke" Zölle zwischen 10 und 41 Prozent auf Einfuhren aus Dutzenden Ländern vorsieht. Kanada ist dabei besonders betroffen: Hier steigen die Zölle auf nicht vom nordamerikanischen Handelsabkommen abgedeckte Produkte von 25 auf 35 Prozent. Mexiko erhielt einen 90-tägigen Aufschub, um über ein erweitertes Abkommen zu verhandeln.
Sollten betroffene Länder die Zölle nicht erfolgreich nachverhandeln, könnten steigende Preise infolge zunehmender Handelskonflikte wieder für Auftrieb beim Gold sorgen, so Meir. Derweil ist die Inflation in den USA im Juni gestiegen, unter anderem weil Zölle bereits erste Auswirkungen auf Importwaren zeigen.
Der Blick der Märkte richtet sich nun auf die US-Arbeitsmarktdaten, die im Tagesverlauf veröffentlicht werden sollen. Diese könnten weitere Hinweise auf den zukünftigen Kurs der Geldpolitik geben.
Silber notierte zuletzt 0,3 Prozent schwächer bei 36,63 US-Dollar je Unze, während Platin mit 1.288,70 US-Dollar stabil blieb. Palladium legte um 0,4 Prozent auf 1.195,91 US-Dollar zu. Alle drei Edelmetalle verzeichneten in dieser Woche Verluste. Auch an den US-Börsen überwogen am Donnerstag negative Vorzeichen: Der Dow Jones verlor rund drei Viertel Prozent, der S&P 500 mehr als ein Drittel, während der Nasdaq leicht im Minus schloss.
