Stahlwerk Whyalla streicht 500 Stellen vor Verkauf in Australien
Rund 500 Arbeitsplätze fallen weg, der Hochofen wird stillgelegt.

Das zweitgrößte Stahlwerk Australiens steht vor einem tiefgreifenden Einschnitt. Am Montag gaben Verwalter und Gesetzgeber bekannt, dass rund 500 Arbeitsplätze am Stahlwerk Whyalla in South Australia gestrichen werden sollen. Die Anlage befindet sich derzeit in der Insolvenzverwaltung und sucht einen neuen Eigentümer.
Der Hochofen des Werks werde stillgelegt, wobei die meisten Mitarbeiter entlassen würden, erklärten die Verwalter von KordaMentha. Damit verliert das Werk einen zentralen Teil seiner Produktionskette. Der Premierminister von South Australia, Peter Malinauskas, begründete den Schritt auf einer Pressekonferenz mit der Veralterung der Technologie.
„Der Hochofen steht für veraltete Technologie, die kein Stahlhersteller mehr haben will. Dieser Hochofen hatte für den neuen Eigentümer im Grunde genommen keinen Wert“, sagte Malinauskas. Die Stilllegung ist demnach eine notwendige Maßnahme, um das Werk für einen Käufer attraktiv zu machen.
Hintergrund der Insolvenz
Das Stahlwerk war im vergangenen Jahr in die Insolvenzverwaltung überführt worden. Das betreibende Unternehmen schuldete den Gläubigern Millionenbeträge. Die finanziellen Probleme waren so gravierend, dass sowohl die Regierung des Bundesstaates South Australia als auch die australische Bundesregierung eingreifen mussten.
Gemeinsam legten sie ein Rettungsprogramm in Höhe von 1,9 Milliarden australischen Dollar auf, umgerechnet rund 1,36 Milliarden US-Dollar. Dieses Paket soll den Fortbestand des Werks sichern, bis ein neuer Investor gefunden ist.
Verkaufsprozess läuft
Der Verkaufsprozess solle bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, so Malinauskas. Zwei Bieter sind demnach noch im Rennen. Malinauskas nannte das in Brisbane ansässige Unternehmen M Resources sowie Jindal Steel aus Indien als die beiden verbliebenen Interessenten.
Für die Region um Whyalla ist der Stellenabbau ein schwerer Schlag. Das Werk ist einer der größten Arbeitgeber in South Australia. Die Stilllegung des Hochofens markert zudem einen Wendepunkt für die australische Stahlindustrie, die weltweit unter Druck steht.
Veraltete Anlagen und hohe Produktionskosten setzen den heimischen Herstellern zu. Gleichzeitig drängen günstigere Importe, vor allem aus Asien, auf den Markt. Die Zukunft des Standorts Whyalla hängt nun maßgeblich vom Ausgang des Verkaufsprozesses ab.
