Dominion und NextEra planen milliardenschweres Lieferantenprogramm in Virginia
Bei Genehmigung der Fusion fließen jährlich bis zu einer Milliarde Dollar in den Bundesstaat.

Dominion Energy und NextEra Energy haben am Montag ein umfangreiches Lieferantenprogramm für den Bundesstaat Virginia vorgestellt. Sollte die geplante Fusion der beiden Versorger genehmigt werden, ist ein Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar jährlich über fünf Jahre vorgesehen. Die Ankündigung ist Teil einer Reihe von Zugeständnissen, mit denen die Unternehmen politische und regulatorische Unterstützung für den Zusammenschluss gewinnen wollen.
Die Fusionspläne waren bereits im Mai bekannt gegeben worden. Hintergrund ist der stark steigende Strombedarf in den USA, der durch Rechenzentren, Elektrofahrzeuge und andere wachsende Branchen angetrieben wird. Diese Entwicklung sorgt für eine neue Welle der Konsolidierung im amerikanischen Versorgungssektor.
Details des Lieferantenprogramms
Das neue Programm soll Ausgaben gezielt in Richtung von Auftragnehmern, Lieferanten und Dienstleistern in Virginia lenken. Damit wollen Dominion und NextEra die lokale Wirtschaft stärken und politische Unterstützung für die Fusion sichern. Die Zusagen umfassen mehrere Komponenten, die über das reine Lieferantenprogramm hinausgehen.
So schlagen die Unternehmen vor, die monatlichen Rechnungsgutschriften in Höhe von zehn Dollar von zwei auf vier Jahre zu verlängern. Zudem soll die finanzielle Unterstützung für einkommensschwache Haushalte bei Dominion um 100 Millionen Dollar bis zum Jahr 2038 erhöht werden. Ein weiterer 100-Millionen-Dollar-Fonds ist für die Entwicklung der Arbeitskräfte vorgesehen.
Politische Unterstützung und regulatorische Hürden
Die Gouverneurin von Virginia, Abigail Spanberger, hatte bereits im August angekündigt, sich in die regulatorische Prüfung der Fusion einzuschalten. Sie drängt auf verbindliche Zusagen zu bezahlbarer Energie, Arbeitnehmerschutz und Investitionen in saubere Energie. Die nun vorgelegten Vorschläge dürften als Reaktion auf diese Forderungen zu werten sein.
Das kombinierte Unternehmen plant zudem, einen gemeinsamen Hauptsitz-Turm in der Landeshauptstadt Richmond zu errichten, der von den Aktionären finanziert werden soll. Darüber hinaus ist ein jährlicher Energiesummit im Bundesstaat vorgesehen. Die Unternehmen haben zugesagt, den aktuellen Mitarbeiterbestand in Virginia für fünf Jahre zu erhalten.
Aktionäre haben bereits zugestimmt
Die Aktionäre beider Unternehmen haben der vorgeschlagenen Fusion im Wert von 66,8 Milliarden Dollar bereits Anfang dieses Monats zugestimmt. Die Transaktion wartet nun noch auf behördliche Genehmigungen. Der Abschluss wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2027 erwartet.
Sollte die Fusion wie geplant über die Bühne gehen, entsteht einer der größten Versorger der USA. Die nun vorgelegten Zusagen zeigen, wie stark der politische Druck auf die Unternehmen ist, um die Zustimmung der Regulierungsbehörden zu erhalten. Für den Bundesstaat Virginia wäre das Programm ein erheblicher wirtschaftlicher Impuls.
