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Schneiderin lebt für 96 Euro im Monat im Yellowstone-Nationalpark

Zoe De La Paz tauschte ihren 75.000-Dollar-Bürojob gegen ein Leben als Näherin im Nationalpark.

3 Min

Zoe De La Paz, 26 Jahre alt, lebt einen Traum, den viele nur aus dem Urlaub kennen: Sie wohnt und arbeitet im Yellowstone-Nationalpark. Für ihre Mitarbeiterunterkunft zahlt sie gerade einmal 96 Dollar (umgerechnet rund 86 Euro) pro Monat. Die junge Frau arbeitet als Schneiderin in der Uniformabteilung von Xanterra Parks & Resorts, dem Konzessionsnehmer, der Hotels, Lodges und Restaurants im Park betreibt.

Ihr Weg dorthin war ungewöhnlich. Bis vor kurzem teilte sich De La Paz eine Wohnung mit einer Mitbewohnerin in Chicago und verdiente rund 75.000 Dollar pro Jahr als mechanische Konstrukteurin bei einem Ingenieurunternehmen. Doch sie fühlte sich kreativ nicht erfüllt. „Es war das, was mich erkennen ließ, dass das Leben zu kurz ist und ich in meinem Corporate-Job sehr unglücklich war“, erzählt sie CNBC Make It.

Vom Bürojob zur Nähmaschine

Bereits als Teenager hatte De La Paz mit dem Nähen begonnen, unter anderem für Cosplay. Sie nahm abends und an Wochenenden Gelegenheitsjobs in Musikvenues in Chicago an. Bei einem The-Weeknd-Konzert als Catering-Mitarbeiterin kam sie mit der Garderobenmannschaft des Künstlers in Kontakt und wurde eingestellt, um Kostümarbeiten für die Backup-Tänzer der Tournee zu erledigen.

Anfang 2026 begann sie gezielt nach einem praktischeren Nähjob zu suchen und fand eine Stelle im Yellowstone. Im Juni machte sie sich auf den Weg in den Nationalpark. Heute verdient sie 19,25 Dollar pro Stunde. „Mir wurde schon in jungen Jahren gesagt, dass Arbeit Arbeit sein muss und Spiel Spiel, und dass es nicht unbedingt eine Welt gibt, die beide nebeneinander existieren lässt“, sagt De La Paz. „Ich hätte nie gedacht, dass mein Hobby zu meiner Karriere werden könnte.“

Ein typischer Arbeitstag im Yellowstone

Ihr Arbeitstag beginnt um 6:45 Uhr mit dem Mitarbeiter-Shuttle. Die 15-minütige Fahrt führt von ihrem Wohnheim im Mammoth Village in Wyoming zu ihren Arbeitsstätten in Gardiner, Montana. Als Schneiderin umfasst ihre Arbeit das Aufnähen von Abzeichen, das Reparieren von Druckknöpfen sowie das Austauschen von Knöpfen und Reißverschlüssen an Uniformen für Tausende von Mitarbeitern.

Sie arbeitet 40 Stunden pro Woche, montags bis freitags, grob von 7 Uhr morgens bis 16 Uhr. In der Sommersaison säumte sie an manchen Tagen bis zu 40 Hosenpaare. Neben Reparaturen arbeitet ihr Team an Upcycling-Projekten, etwa alte Rucksäcke in Bauchtaschen umzuwandeln.

Leben mit der Natur

Das Leben im Nationalpark ist eine völlig neue Erfahrung für die gebürtige Illinois-Bewohnerin. „So sehr ich auch Stadtmädchen bin und Chicago mit ganzem Herzen liebe“, sagt sie, „fühle ich mich wirklich verbunden und lebe mit der Natur.“ Bereits am zweiten Tag im Yellowstone stieß sie beim Wandern auf einen Grizzlybären. „Du bist in Naturs Territorium, nicht umgekehrt“, sagt sie.

Ihre monatlichen Ausgaben sind überschaubar: 96 Dollar für die Unterkunft, rund 359 Dollar für den Mahlzeitenzuschuss in den Mitarbeiterrestaurants. Im Juli gab sie zusätzlich 383 Dollar für Essen außerhalb aus, was sie mit ihrem Geburtstag begründet. Sie zahlte zudem 200 Dollar an ihre ehemalige Mitbewohnerin, die sich um ihre Katze Pepperjack kümmert.

Finanzielle Vorsorge trotz geringerem Einkommen

Trotz des geringeren Gehalts spart De La Paz weiterhin. Im Juli steckte sie 586 Dollar in ihre Spar- und Anlagekonten bei Robinhood und Acorns. Sie verfügt über einen Notfallsparfonds von fast 11.000 Dollar und einen 401(k)-Fonds ihres früheren Arbeitgebers mit mehr als 34.000 Dollar.

Ihr Saisonvertrag im Yellowstone läuft bis Ende September. Was danach kommt, ist noch offen. Sie hat Jobangebote in Los Angeles für Filmprojekte oder Konzerttour-Produktionen sowie Hinweise auf Kostümjobs in New York City. „Es ist beängstigend zu denken, dass ich vor weniger als sechs Monaten noch meinen Corporate-Job gearbeitet habe“, sagt sie. „Hier zu sein, hat mein Leben verändert.“

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