Sazerac bietet 68 Prozent Aufschlag: Berentzen stimmt Übernahme zu
US-Riese Sazerac legt ein Angebot vor, das der Berentzen-Vorstand nicht ablehnen konnte.

Der niedersächsische Spirituosenhersteller Berentzen steht vor einer Übernahme durch den US-Konzern Sazerac. Was sich am vergangenen Mittwoch zunächst als Gerücht abzeichnete, ist nun beschlossene Sache: Der Vorstand des Unternehmens unterstützt den Zusammenschluss mit dem amerikanischen Getränkeriesen.
Bereits am Montagmorgen gab Berentzen bekannt, dass man die Übernahmepläne befürworte. Die überraschend schnelle Einigung kommt nicht von ungefähr – der gebotene Preis dürfte die Entscheidung maßgeblich beeinflusst haben.
Ein Angebot mit deutlichem Aufschlag
Sazerac bietet 5,55 Euro je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 68 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Kurs der vergangenen drei Monate. Für Aktionäre, die in den vergangenen Monaten auf eine Erholung des Papiers gehofft hatten, ist dies ein attraktiver Ausstiegspreis.
Berentzen ist vor allem für seine gleichnamigen Kräuterliköre und Fruchtsäfte bekannt. Das Unternehmen mit Sitz in Haselünne blickt auf eine lange Tradition zurück und beschäftigt mehrere hundert Mitarbeiter. Sazerac hingegen zählt zu den größten Spirituosenherstellern der USA und ist Eigentümer zahlreicher bekannter Whiskey- und Likörmarken.
Die Übernahme durch Sazerac eröffnet Berentzen neue Perspektiven. Der US-Konzern verfügt über ein globales Vertriebsnetz, das der deutschen Traditionsmarke den Zugang zu internationalen Märkten erleichtern könnte. Gleichzeitig profitiert Sazerac von einem etablierten Namen im deutschen Markt.
Für die Aktionäre bleibt abzuwarten, ob sich weitere Bieter melden oder ob die Übernahmepläne wie vorgesehen umgesetzt werden. Die Zustimmung der Hauptversammlung und der Kartellbehörden steht noch aus. Derzeit spricht jedoch vieles dafür, dass Berentzen schon bald unter dem Dach des US-Konzerns firmieren wird.
