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Roche-Adipositas-Spritze reduziert Körpergewicht um 15,5 Prozent

Roche meldet positive Phase-2-Daten zu Enicepatide bei Adipositas und Diabetes.

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Roche-Adipositas-Spritze reduziert Körpergewicht um 15,5 Prozent

Die Roche Holding AG hat in einer klinischen Studie der mittleren Entwicklungsphase vielversprechende Ergebnisse für ihr experimentelles Adipositas-Medikament Enicepatide erzielt. Wie der Schweizer Pharmakonzern am Dienstag mitteilte, konnte das Präparat bei übergewichtigen oder fettleibigen Patienten mit Typ-2-Diabetes sowohl den Blutzuckerspiegel als auch das Körpergewicht signifikant senken.

Die Daten stammen aus einer Phase-2-Studie, in der verschiedene Dosierungen des Wirkstoffs getestet wurden. Patienten, die die höchste Dosis von 24 Milligramm Enicepatide erhielten, wiesen nach 48 Wochen eine Reduktion des HbA1c-Werts um 2,65 Prozent auf. Der HbA1c-Wert gilt als zentraler Langzeitmarker für die Blutzuckerkontrolle bei Diabetikern.

Noch deutlicher fiel die Gewichtsreduktion aus: Die Probanden verloren im Durchschnitt 15,5 Prozent ihres Körpergewichts. Bemerkenswert ist dabei, dass laut Roche kein Plateau erreicht wurde – die Gewichtsabnahme setzte sich also zum Ende des Beobachtungszeitraums weiter fort. Dies könnte darauf hindeuten, dass bei längerer Behandlung noch stärkere Effekte möglich sind.

Ein wachsender Markt mit hohem Potenzial

Der Adipositas-Markt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der umkämpftesten Felder der Pharmaindustrie entwickelt. Insbesondere die sogenannten GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Ozempic und Wegovy von Novo Nordisk oder Mounjaro von Eli Lilly haben das Segment revolutioniert und erzielen Milliardenerlöse.

Roche ist mit Enicepatide ein vergleichsweise später Einsteiger in diesen boomenden Markt. Die nun vorgelegten Daten könnten dem Konzern jedoch eine starke Ausgangsposition verschaffen. Eine Gewichtsreduktion von 15,5 Prozent liegt auf dem Niveau der etablierten Konkurrenzprodukte und könnte Roche den Einstieg in ein Geschäftsfeld ermöglichen, das Analysten auf ein Volumen von über 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr schätzen.

Für Roche ist der Vorstoß in die Adipositas-Therapie auch strategisch bedeutsam. Der Konzern ist traditionell stark in der Onkologie und Diagnostik aufgestellt, hat aber in den vergangenen Jahren verstärkt in Stoffwechselerkrankungen investiert. Enicepatide ist eines der vielversprechendsten Projekte in dieser Pipeline.

Nächste Schritte und Ausblick

Die nun vorgelegten Daten aus der Mittelphasenstudie bilden die Grundlage für die weitere klinische Entwicklung. Üblicherweise folgen auf positive Phase-2-Ergebnisse größere und länger angelegte Phase-3-Studien, die für eine Zulassung erforderlich sind. Roche hat bislang keinen konkreten Zeitplan für die nächsten Studienschritte genannt.

Besonders interessant ist die Kombination aus Blutzuckersenkung und Gewichtsreduktion. Da viele Adipositas-Patienten auch an Typ-2-Diabetes leiden, könnte Enicepatide beide Krankheitsbilder gleichzeitig adressieren. Die Reduktion des HbA1c-Werts um 2,65 Prozent ist als klinisch bedeutsam einzustufen.

Die Konkurrenz schläft jedoch nicht: Novo Nordisk und Eli Lilly arbeiten bereits an Nachfolgepräparaten der nächsten Generation, die noch wirksamer sein könnten. Zudem drängen weitere Biotech-Unternehmen mit eigenen Kandidaten in den Markt. Roche wird daher unter Zeitdruck stehen, die Entwicklung von Enicepatide zügig voranzutreiben.

Für Anleger sind die Daten ein positives Signal. Roche-Aktien könnten von den vielversprechenden Studienergebnissen profitieren, da sie dem Konzern Zugang zu einem der am schnellsten wachsenden Pharmamärkte eröffnen. Allerdings ist der Weg bis zur Marktzulassung noch lang und mit erheblichen Risiken verbunden. Weitere Studien müssen die Wirksamkeit und vor allem die Sicherheit des Präparats bestätigen, bevor Enicepatide auf den Markt kommen kann.

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