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Paramount-Fusion: Vergleich mit US-Bundesstaaten ebnet Weg für Deal

Proteste gegen Mega-Fusion: Vergleich mit US-Bundesstaaten ebnet Weg für 110-Milliarden-Deal.

4 Min
Paramount-Fusion: Vergleich mit US-Bundesstaaten ebnet Weg für Deal

Vor dem Büro des Attorney General von New York versammelten sich am Montag rund 20 Gegner der geplanten Fusion zwischen Paramount und Skydance-Warner Bros. Discovery. Die Demonstranten forderten Letitia James auf, keinen Vergleich im Rahmen des rechtlichen Widerspruchs der Bundesstaaten gegen den Deal einzugehen. Angeführt wurde die Protestaktion von Mitgliedern des Committee for the First Amendment, einer Gruppe für Meinungsfreiheit unter der Leitung der Schauspielerin Jane Fonda. Die Teilnehmer hielten Schilder mit der Aufschrift „#BlockTheMerger“ und riefen James dazu auf, „standhaft zu bleiben“ und keine Zugeständnisse zu machen.

Doch der Appell der Demonstranten könnte zu spät gekommen sein. Noch während der Kundgebung kursierten Berichte, dass ein möglicher Vergleich zwischen Paramount und den zwölf Bundesstaaten erzielt worden sei. Kurz darauf bestätigte das Büro des Attorney General von Kalifornien einen Deal, der den rechtlichen Widerstand beendete und damit eine wichtige Hürde für die Transaktion aus dem Weg räumte. Die Fusion hat ein Volumen von 110 Milliarden Dollar und würde zwei der größten Hollywood-Studios zu einem einzigen Medienkonzern vereinen.

Die Details des Vergleichs

Zu den Bedingungen des Vergleichs gehört das Versprechen des Unternehmens, in den ersten zwei Jahren der Fusion jährlich 30 Filme herauszubringen. In den darauffolgenden drei Jahren sollen es jeweils 32 Filme pro Jahr sein. Sollte Paramount dieses Ziel verfehlen, ist eine Gebühr fällig. Zudem verpflichtet sich das Unternehmen zur Einrichtung unabhängiger Redaktionsräte, die die Geschäftstätigkeit von CNN und CBS News überwachen sollen.

Die Bundesstaaten, darunter New York und Kalifornien, hatten in einer im Juli eingereichten, 38 Seiten langen Klage argumentiert, dass der Deal den Wettbewerb in Hollywood „auslöschen“ würde. Paramount, angeführt von CEO David Ellison, hat wiederholt betont, dass der Deal „gesetzlich konform, wettbewerbsfördernd sei und Verbrauchern, Kreativen, Arbeitnehmern sowie der Unterhaltungsindustrie zugutekommen werde“.

Die Kundgebung am Montag war eine von drei geplanten Protestveranstaltungen gegen die Fusion. Eine weitere fand bereits am Sonntag vor dem Büro des kalifornischen Attorney General Rob Bonta in Oakland statt. Eine zusätzliche Demonstration ist für Dienstag vor dem Sitz der Writers Guild of America in Los Angeles geplant. „Wir möchten uns einfach bei allen bedanken, die zugehört haben. Wir wollen, dass die Leute das Wort verbreiten und jedem klar machen: Diese Fusion ist schlecht“, sagte Bruce Cohen, ein Produzent, der zu den Teilnehmern und Rednern der Kundgebung gehörte. „Sie ist schlecht für Hollywood, sie ist schlecht für die Arbeitnehmer, sie ist schlecht für die Demokratie.“

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 15.07.2026 berichtete aktien.news, dass ein Dutzend demokratisch geführter US-Bundesstaaten Klage gegen die Fusion eingereicht hatte. Das Geschäft wurde damals mit einem Volumen von 81 Milliarden Dollar beziffert. Angeführt wurde die Klage vom kalifornischen Generalstaatsanwalt Rob Bonta. Das Vorgehen der Bundesstaaten war ungewöhnlich, da sie sich in Fusionsverfahren üblicherweise auf die Einschätzung der US-Bundesregierung verlassen.

Am 26.07.2026 folgte die Meldung, dass David Ellisons Paramount Skydance zugestimmt hatte, die Fusion einzufrieren. Die Aussetzung galt bis spätestens 1. Juni 2027 oder bis ein Gericht über die Begründetheit der Kartellklage entschieden hatte. Die Kläger argumentierten, die Übernahme würde den Wettbewerb für Blockbuster-Produzenten, Distributoren und Kabelfernsehgruppen erheblich beeinträchtigen.

Am 19.09.2026, nur zwei Tage vor dem aktuellen Vergleich, berichtete aktien.news, dass sich Paramount in fortgeschrittenen Vergleichsgesprächen mit kalifornischen Behörden befand. Die Gespräche kamen zu einem kritischen Zeitpunkt, da Paramount die Übernahme zügig abschließen wollte, um die Branche grundlegend neu zu strukturieren.

Was das für Anleger bedeutet

Der Vergleich mit den Bundesstaaten räumt eine der größten rechtlichen Hürden für die Fusion aus dem Weg. Paramount-Vorstandsmitglieder sind bestrebt, den Deal so schnell wie möglich abzuschließen. Ein wesentlicher Treiber ist die Vereinbarung, Warner-Bros.-Aktionären eine „laufende Gebühr“ von 25 Cent pro Aktie vierteljährlich zu zahlen, falls die Transaktion nicht bis zum 30. September abgeschlossen wird. Diese Strafe ist mit mehr als 600 Millionen Dollar pro Quartal erheblich.

Paramount hatte bereits die regulatorische Genehmigung des Justizministeriums erhalten und ähnliche Genehmigungen aus Australien, China und der Europäischen Union hervorgehoben. Die Fusion genießt zudem die Unterstützung der AMC Theatres und Regal Cinemas, den größten Kinoketten in den USA. Für Anleger bedeutet der Vergleich eine deutliche Reduzierung des Risikos von Verzögerungen und damit auch der anfallenden Strafzahlungen.

Ausblick

Die Writers Guild of America gab am selben Tag bekannt, ihren Rechtsstreit mit Paramount beigelegt zu haben. Der Verband, der aus mehr als 21.000 Mitgliedern besteht, erklärte, dass man dem Deal zwar weiterhin ablehnend gegenüberstehe, sich aber nach dem Rückzug der Bundesstaaten „mit der Realität auseinandersetzen“ müsse, allein weiterzumachen. William Tong, der Attorney General von Connecticut, äußerte Enttäuschung über die Bedingungen und sagte: „Connecticut wollte und forderte die vollständige Abtrennung von CNN und CBS News.“ Die für den 24. September angesetzte Anhörung zu Paramonts Kautionsantrag vor Richterin Araceli Martínez-Olguín dürfte durch den Vergleich nun hinfällig werden.

Kurz erklärt

  • Vergleich: Eine außergerichtliche Einigung zwischen zwei Parteien, bei der beide Seiten Zugeständnisse machen, um einen Rechtsstreit zu beenden.
  • Kartellklage: Eine rechtliche Klage, die darauf abzielt, wettbewerbswidrige Praktiken oder Fusionen zu verhindern, die den Markt dominieren könnten.
  • Unabhängiger Redaktionsrat: Ein Gremium, das die journalistische Arbeit eines Medienunternehmens überwacht, um redaktionelle Unabhängigkeit und journalistische Standards sicherzustellen.
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