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Pokémon-Karten-Einschränkungen lassen Mercari-Aktie auf holprigem Kurs

Pokémon-Karten-Einschränkungen belasten Mercari-Aktie – Citibank sieht Kaufgelegenheit nach übermäßigem Pessimismus.

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Pokémon-Karten-Einschränkungen lassen Mercari-Aktie auf holprigem Kurs

Die Aktien des japanischen Online-Marktplatzes Mercari zeigen sich volatil, nachdem das Unternehmen vergangene Woche Einschränkungen für die Einstellungsliste von Produkten zum 30. Jubiläum von Pokémon verhängt hatte. Am Freitag legten die Papiere um mehr als vier Prozent zu und setzten damit ihre Erholung von einem zwischenzeitlichen Ausverkauf fort.

Der Kurs war am Mittwoch, dem Tag des Inkrafttretens der Beschränkungen, um 6,4 Prozent eingebrochen. Bereits am Donnerstag zeigte sich eine Stabilisierung mit einem Plus von 1,4 Prozent. Am Freitagmorgen notierte die Aktie zudem über dem Nikkei-225-Index, der rund ein Prozent zulegte.

Hintergrund der Einschränkungen

Mercari begründete das vorübergehende Einstellungsverbot mit Bedenken hinsichtlich der Handelsumgebung. Ein Anstieg der Transaktionen nach der Veröffentlichung der Jubiläumsprodukte könnte zu Handelsstreitigkeiten sowie zur Belästigung von an den Transaktionen beteiligten Nutzern führen, so das Unternehmen. Die Einschränkungen sollen so lange in Kraft bleiben, wie Mercari feststellt, dass eine sichere und intakte Handelsumgebung nicht gewährleistet werden könne.

Die Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund eines globalen Booms bei Pokémon-Sammelkarten. Der Online-Marktplatz eBay gab an, dass „Pokémon“ im Juli mehr als sechs Millionen Mal auf seiner britischen Website gesucht wurde. Die Preise für Pokémon-Karten sind seit 2020 um 1.350 Prozent gestiegen, wie ein von Collectors erstellter Index zeigt, der die Kartenbewertungsagentur Professional Sports Authenticator besitzt.

Citibank sieht Überverkauf und Einstiegschance

Die Citibank führte den Rückgang von mehr als sechs Prozent am Mittwoch direkt auf die Ankündigung von Mercari bezüglich der Pokémon-Karten-Einschränkungen zurück. Die Analysten der Bank bewerteten die jüngste Kursschwäche jedoch als übertrieben. Die Aktie sei auf „übermäßig pessimistische Niveaus“ gedrückt worden und gelte als „überverkauft“. Den Rücksetzer stufen die Experten als Investitionsmöglichkeit ein.

Zwar sei das Handelsverbot für bestimmte Produkte negativ für Mercari, so die Citibank. Die Auswirkungen seien jedoch nicht erheblich genug, um die eigenen Prognosen zu revidieren. Positiv hob die Bank hervor, dass das Wachstum des Wertes der auf Mercaris Marktplatz verkauften Waren im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen übertroffen habe. Eine Erholung in mehreren Kategorien könnte zudem das zweistellige Wachstum unterstützen.

Pokémon-Karten als Phänomen des Sammlermarktes

Die Nachfrage nach Pokémon-Karten hat in den vergangenen Jahren extreme Ausmaße angenommen. Neue Karten können innerhalb von Minuten ausverkauft sein, wobei Sammler auf Plattformen wie X und Discord koordinieren, um rechtzeitig zu erfahren, wo welche Produkte erhältlich sind. Ein Post auf X behauptete erst in diesem Monat, dass eine Pokémon-Karte bei einer Auktion für 2,7 Millionen US-Dollar verkauft wurde und damit einen Rekord aufstellte.

Bereits im Februar verkaufte Influencer Logan Paul eine seltene Pikachu-Illustrator-Karte für mehr als 16 Millionen US-Dollar, nachdem er sie 2021 für etwas mehr als fünf Millionen US-Dollar erworben hatte. Solche Preise befeuern die Spekulation und locken zunehmend auch Händler und Investoren auf die entsprechenden Marktplätze.

Mercaris Partnerschaft mit Pokémon

Mercari unterzeichnete bereits 2023 eine Vereinbarung mit The Pokémon Company, um den sichereren Handel mit Pokémon-Produkten auf seinem Marktplatz zu fördern. Im Jahr 2025 führte das Unternehmen zudem eine Politik ein, die es ihm ermöglicht, Einstellungen einzuschränken, wenn Probleme wie Betrug, Transaktionsstreitigkeiten oder extreme Preisschwankungen die Sicherheit des Marktplatzes bedrohen. Die aktuellen Einschränkungen sind die bislang deutlichste Anwendung dieser Richtlinie.

Für Anleger bleibt die Situation zweigeteilt: Einerseits belasten regulatorische Eingriffe in den florierenden Zweitmarkt für Pokémon-Karten kurzfristig die Stimmung. Andererseits signalisiert Mercari mit den Maßnahmen Verantwortungsbewusstsein gegenüber seinen Nutzern, was langfristig das Vertrauen in die Plattform stärken könnte. Die Citibank sieht in der aktuellen Schwäche jedenfalls eine Kaufgelegenheit.

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