Adidas-Aktie: WM-Gewinner mit Umsatzschub und Margendruck
WM-Gewinner, aber Börsenverlierer: Adidas kämpft mit Margendruck bei starkem Umsatzwachstum.

Das WM-Finale 2026 hatte bereits vor dem Anpfiff einen klaren Gewinner: Adidas. Der Sportartikelkonzern aus Herzogenaurach stattete beide Finalteilnehmer aus und sicherte sich damit maximale Sichtbarkeit auf der größten Fußballbühne der Welt. An der Börse sah die Lage zuletzt jedoch anders aus.
Nach der Vorlage der Halbjahreszahlen am 30. Juli geriet die Adidas-Aktie unter Druck. Der Kurs brach ein – eine Entwicklung, die auf den ersten Blick überraschte. Denn Vorstandschef Bjørn Gulden präsentierte durchaus ansprechende Zahlen.
Umsatzwachstum in allen Bereichen
In nahezu allen Regionen, Produktgruppen und Vertriebskanälen legten die Erlöse deutlich zu, überwiegend sogar zweistellig. Konzernweit stieg der Umsatz um zehn Prozent auf 13,3 Milliarden Euro. Ein starkes Signal für den Herzogenauracher Konzern, der sich nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre wieder auf Wachstumskurs befindet.
Dennoch trennten sich viele Investoren von der Aktie. Der Grund: Die operative Marge hielt mit dem Umsatzwachstum nicht Schritt. Sie stagnierte bei 9,6 Prozent. Vor allem die höheren Marketingkosten im WM-Jahr belasteten die Profitabilität spürbar.
WM-Jahre sind Ausnahmejahre
Entscheidend für Anleger ist der Blick über das laufende Geschäftsjahr hinaus. WM-Jahre sind Ausnahmejahre. Die hohen Aufwendungen für Marketing und Sponsoring lassen sich nicht Jahr für Jahr fortschreiben. Sobald der Sondereffekt wegfällt, dürfte sich die Margensituation deutlich entspannen.
Mit Blick auf die Bewertung war die Adidas-Aktie selten so günstig wie derzeit. Das für 2026 aufgelegte Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro ist erst zur Hälfte ausgeschöpft. Das signalisiert Vertrauen des Managements in die eigene Substanz und bietet potenziell Rückenwind für den Kurs.
Charttechnische Unterstützung in Sicht
Charttechnisch betrachtet ist die Aktie an der unteren Begrenzung eines langjährigen Aufwärtstrendkanals angelangt. Sollte sie aus diesem Kanal nach unten ausbrechen, liegt die nächste Auffanglinie bei etwa 100 Euro. Für Anleger, die auf eine Erholung setzen, könnte sich hier eine interessante Einstiegschance bieten.
Die Kombination aus temporärer Margenschwäche, günstiger Bewertung und laufendem Aktienrückkaufprogramm macht Adidas zu einem spannenden Fall für langfristig orientierte Investoren. Der Konzern bleibt trotz des aktuellen Margendrucks operativ stark aufgestellt – und die WM 2026 hat einmal mehr gezeigt, welche Strahlkraft die Marke Adidas auf dem globalen Sportmarkt besitzt.
