Playmobil: Vorstand Bahri Kurter verlässt den Spielzeughersteller
Nach Produktionsaus in Deutschland verlässt Vorstand Bahri Kurter den Spielzeughersteller.

Die Spielzeugmarke Playmobil verliert ein weiteres Vorstandsmitglied. Bahri Kurter, seit 2023 für Entwicklung, Marketing und Vertrieb zuständig, verlässt das Unternehmen der Horst Brandstätter Group im mittelfränkischen Zirndorf. Ein Sprecher bestätigte den Abgang, ohne Gründe zu nennen. „Es wird eine kurzfristige Nachbesetzung geben. Darüber werden wir zu gegebener Zeit informieren“, teilte der Sprecher mit. Zuvor hatten die „Nürnberger Nachrichten“ über den Weggang berichtet.
Der Schritt ist der jüngste in einer Reihe von einschneidenden Veränderungen bei dem traditionsreichen Spielzeughersteller. Playmobil kämpft seit längerem mit rückläufigen Umsätzen und einem schrumpfenden Marktumfeld. Die Horst Brandstätter Group hatte bereits weitreichende Sparmaßnahmen eingeleitet, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.
Personalrochade im Vorstand
Mit dem Abgang von Kurter verkleinert sich der Vorstand der Horst Brandstätter Group. René Feser und Matthias Fauser bleiben dem Sprecher zufolge im Amt und führen weiterhin das operative Geschäft. Wer die Nachfolge von Kurter antreten wird, ist noch offen. Eine kurzfristige Lösung sei jedoch geplant, so der Sprecher.
Kurter war erst 2023 in den Vorstand eingetreten und verantwortete dort die Bereiche Entwicklung, Marketing und Vertrieb. Sein Weggang kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Playmobil tiefgreifende Umstrukturierungen durchläuft. Die Marke, die vor allem für ihre Spielfiguren und detailreichen Spielwelten bekannt ist, steht unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.
Umsatzrückgang und Stellenabbau
Die finanziellen Kennzahlen der Horst Brandstätter Group geben Anlass zur Sorge. Playmobil leidet unter sinkenden Umsätzen, ein Trend, der sich über mehrere Quartale hinweg verfestigt hat. Als Reaktion auf die angespannte Lage hatte das Unternehmen bereits 700 Stellen im In- und Ausland abgebaut.
Ein besonders einschneidender Schritt war die Schließung des einzigen deutschen Produktionsstandorts im mittelfränkischen Dietenhofen Ende Juni. 350 Beschäftigte verloren dort ihre Arbeitsplätze. Die Produktion wird künftig nur noch in Malta und Tschechien stattfinden. Für die deutsche Fertigung bedeutet dies das endgültige Aus – ein Symbol für den Strukturwandel in der Spielzeugindustrie.
Herausforderungen für die Spielzeugbranche
Playmobil steht mit seinen Problemen nicht allein da. Die gesamte Spielzeugbranche sieht sich mit veränderten Konsumgewohnheiten, steigenden Rohstoffkosten und dem wachsenden Einfluss digitaler Unterhaltungsangebote konfrontiert. Hinzu kommt der zunehmende Wettbewerb durch internationale Konkurrenten und günstigere Produktionsstandorte.
Für die Horst Brandstätter Group, die als inhabergeführtes Familienunternehmen agiert, geht es nun darum, die Marke Playmobil wieder profitabel aufzustellen. Die Verlagerung der Produktion ins Ausland und die Verschlankung der Führungsstruktur sind Teil dieser Strategie. Ob die Maßnahmen ausreichen, um die Trendwende zu schaffen, bleibt abzuwarten.
Privatanleger, die in den Spielzeugsektor investieren, sollten die Entwicklung bei Playmobil im Auge behalten. Die Horst Brandstätter Group ist nicht börsennotiert, doch die Schwierigkeiten des Marktführers sind ein Indikator für die gesamte Branche. Die Konzentration auf kostengünstigere Produktionsstandorte und die Straffung des Managements sind typische Reaktionen auf Margendruck – ein Phänomen, das sich auch bei börsennotierten Wettbewerbern beobachten lässt.
