Oracle startet neue Entlassungswelle trotz Milliarden-Investitionen in KI
Der Softwarekonzern baut weiter Stellen ab, während er hohe Schulden für KI-Infrastruktur aufnimmt.

Oracle (NYSE:ORCL) hat eine neue Runde von Stellenabbau eingeleitet. Dies berichten drei betroffene Mitarbeiter sowie eine von Business Insider eingesehene interne E-Mail. Die Entlassungen begannen am Montag, wie eine mit dem Unternehmen vertraute Quelle bestätigte. Ein Sprecher von Oracle reagierte zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.
Bereits im Vormonat hatte Business Insider berichtet, dass Oracle Pläne für weitere Personalreduzierungen vorbereite. Ziel ist es, die Lohnkosten zu senken, während das Unternehmen Milliardenbeträge in Schulden steckt, um den Ausbau seiner KI-Infrastruktur zu finanzieren. Laut einem internen Dokument sollen die geplanten Kürzungen bei einigen Teams zweistellige Prozentanteile erreicht haben.
Hintergrund der Personalreduzierung
Am Montag erschienen auf Plattformen wie LinkedIn, Reddit und Blind Beiträge von Personen, die angaben, von den neuesten Entlassungen betroffen zu sein. Diese Runde schließt an frühere Personalabbauten in diesem Jahr an. Der Mitarbeiterbestand von Oracle ging im Geschäftsjahr, das am 31. Mai 2026 endete, bereits um 21.000 bzw. 13 Prozent zurück. Vor der aktuellen Entlassungswelle beschäftigte das Unternehmen rund 141.000 Mitarbeiter.
Parallel zu den Personalkürzungen sorgte eine Entscheidung von Oracle-Gründer und Tech-Milliardär Larry Ellison für Aufsehen. Ellison hat einen 10b5-1-Handelsplan storniert, der am 22. Juni 2026 eingeführt worden war. Dieser Plan hätte ihm den Verkauf von bis zu 50 Millionen Oracle-Aktien im Wert von rund 7,5 Milliarden US-Dollar bis zum 24. Oktober ermöglicht.
Ellison stoppt Aktienverkaufsplan
Die Stornierung wurde in einer Offenlegung vom 11. September bekanntgegeben. Oracle bestätigte, dass im Rahmen des Plans keine Aktien verkauft wurden. Die Gründe für Ellisons Vorgehen hat das Unternehmen nicht öffentlich erläutert. Ein alternativer Verkaufsplan wurde bislang nicht offengelegt.
Die Entwicklungen werfen Fragen zur strategischen Ausrichtung des Softwarekonzerns auf. Einerseits investiert Oracle massiv in den boomenden KI-Sektor und nimmt dafür hohe Schulden auf. Andererseits wird das Personal weiter reduziert, um Kosten zu sparen. Für Anleger bleibt abzuwarten, wie sich dieser Spagat auf die zukünftige Geschäftsentwicklung auswirken wird.
Oracle zählt zu den etablierten Größen der US-Technologiebranche. Das Unternehmen ist bekannt für seine Datenbanksoftware und Cloud-Dienste. In den letzten Jahren hat der Konzern verstärkt auf Künstliche Intelligenz gesetzt, um im Wettbewerb mit Branchenriesen wie <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und Amazon nicht den Anschluss zu verlieren.
