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Musikindustrie startet Offensive gegen KI-generierten Streaming-Betrug

Fast zehn Prozent aller Streams gelten als betrügerisch – neue Brancheninitiative soll Gegensteuern geben.

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Musikindustrie startet Offensive gegen KI-generierten Streaming-Betrug

Die Musikindustrie schlägt Alarm: Immer mehr KI-generierte Songs überschwemmen Streaming-Plattformen und entziehen legitimen Künstlern Millionen an Tantiemen. Branchenvertreter schätzen, dass mittlerweile fast zehn Prozent aller Streams als betrügerisch eingestuft werden müssen. Ein Großteil dieser Musik wird von Künstlicher Intelligenz erzeugt.

Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI), der weltweite Dachverband der aufgenommenen Musikindustrie, wird am Montag eine neue Initiative vorstellen. Große Vertriebsplattformen haben sich auf gemeinsame Richtlinien geeinigt, um betrügerische KI-generierte Titel künftig von Streaming-Diensten fernzuhalten.

Streaming-Betrug: Ein Milliardengrab für echte Künstler

Die Methode der Betrüger ist simpel, aber effektiv: Aus einfachen Textanweisungen werden massenhaft Songs generiert. Anschließend lassen Bot-Netzwerke diese Titel tausende Male abspielen. Die Einnahmen aus den so erzielten Tantiemen fließen an die Urheber der KI-Songs – zulasten echter Musiker und Songwriter.

„Streaming-Betrug täuscht Fans und beraubt legitime Künstler und Songwriter ihres Einkommens, das ihnen zusteht“, sagte Victoria Oakley, CEO der IFPI, gegenüber der Financial Times. „Das ist einfacher Diebstahl.“

Der französische Streaming-Dienst Deezer liefert alarmierende Zahlen: Im Juli bestand mehr als die Hälfte aller neu hochgeladenen Musik aus KI-generierten Songs. Pro Monat kommen durchschnittlich 90.000 solcher Titel hinzu. Noch erschreckender: Bis zu 85 Prozent der Streams vollständig KI-generierter Titel waren im vergangenen Jahr betrügerisch.

Neue Regeln für Vertriebsplattformen

Die nun vorgestellte „Streaming Integrity Initiative“ verpflichtet teilnehmende Vertriebsplattformen zu deutlich strengeren Kontrollen. Dazu gehören die Überprüfung von Eigentumsrechten und der Identität der Kunden, die Kontrolle von Inhalten auf Urheberrechtsverletzungen und betrügerische Aktivitäten sowie die Identifikation KI-bezogener Risiken. Zudem sollen Wiederholungstäter konsequent ausgeschlossen und Informationen zwischen den Plattformen ausgetauscht werden.

Getragen wird die Initiative von mehr als einem Dutzend Labels und Vertriebsplattformen, darunter Sony Music, Universal Music, Virgin Music, Absolute Label Services, Revelator, Warner Music, Absolute, FUGA und The Orchard. Die Organisationen rufen die verbleibenden Vertriebsplattformen und digitalen Diensteanbieter auf, sich anzuschließen.

Erste Erfolge im Kampf gegen Musikbetrug

Die neue Initiative baut auf der Kampagne „End Streaming Fraud“ auf, die IFPI und führende Musikunternehmen bereits gestartet hatten. Einige Streaming-Dienste haben schon konkrete Maßnahmen ergriffen: Deezer schließt betrügerische KI-Streams von Tantiemenzahlungen aus, sobald diese entdeckt werden.

Auch die Justiz wird aktiv. In den USA hat ein Mann im ersten Strafverfahren wegen KI-unterstützten Streaming-Betrugs seine Schuld anerkannt. In Brasilien gehen die Behörden gegen Unternehmen vor, die gefälschte Streams, Follower und Engagement verkaufen.

Die Musikindustrie steht vor einer grundlegenden Herausforderung: Künstliche Intelligenz senkt die Hürden zur Musikproduktion drastisch, doch ohne wirksame Kontrollmechanismen droht das System der Streaming-Vergütung für echte Künstler zusammenzubrechen. Die neue Brancheninitiative ist ein erster wichtiger Schritt – ob sie ausreicht, wird sich zeigen müssen.

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