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Tokenisiertes Gold soll von britischen Fondsvorschriften ausgenommen werden

FCA plant Ausnahme für tokenisiertes Gold, um Londons Dominanz im Goldhandel zu sichern.

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Tokenisiertes Gold soll von britischen Fondsvorschriften ausgenommen werden

Die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) plant, tokenisiertes Gold von den bestehenden Fondsvorschriften auszunehmen. Ziel der Reform ist es, Londons führende Position als globales Zentrum für den Handel und die Verwahrung von Barrengold zu stärken. Die Vorschläge sollen am Montag vorgestellt werden.

Die FCA wird gemeinsam mit dem Finanzministerium (Treasury) und der Bank of England prüfen, ob ein „maßgeschneidertes Regelwerk für tokenisiertes Gold oder allgemein für tokenisierte Rohstoffe“ geschaffen werden kann. Bei der Tokenisierung von Gold werden digitale Vermögenswerte erstellt, die Eigentumsrechte an physischem Gold repräsentieren. Die Goldbarren werden vom Emittenten als Sicherungsasset für die Tokens gehalten.

Hintergrund der Regulierungsinitiative

Die Aufsichtsbehörde ist der Ansicht, dass die Tokenisierung dazu beitragen könnte, mehr von Londons Goldreserven als Sicherheiten in Finanztransaktionen einzubinden. „Im Gegensatz zu Aktien oder Schuldscheindarlehen, die bereits über ausgereifte elektronische Marktinfrastrukturen emittiert, gehandelt und abgewickelt werden, könnte die Tokenisierung ein traditionell physisches und operationell komplexes Asset einfacher teilbar und über digitale Märkte übertragbar machen“, heißt es in der Stellungnahme der FCA.

Branchenteilnehmer hatten die FCA zuvor gewarnt, dass die Tokenisierung von Gold durch Unsicherheiten beeinträchtigt werden könnte. Es ist unklar, ob tokenisiertes Gold unter die Vorschriften für kollektive Investmentprogramme (CIS) oder alternativen Investmentfonds (AIF) des Vereinigten Königreichs fällt, was den Zugang für einige Anleger einschränken könnte.

Geplante Ausnahmeregelung

Die Aufsichtsbehörde wird erklären, dass sie erwägen könnte, mit dem Finanzministerium zusammenzuarbeiten, „um eine gezielte Ausnahme vom CIS- und AIF-Rahmen für bestimmte tokenisierte Goldprodukte oder Goldmarktinfrastrukturen zu bewerten und möglicherweise einzuführen“. FCA-Beamte betonten jedoch, dass noch keine Entscheidungen getroffen worden seien und man offen prüfen wolle, wie mit tokenisiertem Gold umgegangen werden soll.

Das Vereinigte Königreich dominiert den globalen Goldmarkt mit etwa 70 Prozent der Handelsvolumina, so die Branchenvereinigung World Gold Council. Allerdings sieht sich London zunehmend mit Konkurrenz aus China konfrontiert, das bestrebt ist, sich zu einem Barrenhandelszentrum zu entwickeln.

Branche zeigt Interesse

„In unseren Diskussionen mit der Industrie zur Tokenisierung hat sich tokenisiertes Gold als ein Bereich von Interesse herauskristallisiert“, sagte Jon Relleen, Direktor für Infrastruktur und Börsen bei der FCA, gegenüber der Financial Times. „Wir sind bestrebt zu verstehen, ob die bestehenden regulatorischen Rahmenwerke weiterhin für die Goldmärkte geeignet sind und wie Innovationen die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der britischen Märkte stärken könnten.“

Die Vorschläge sind Teil eines umfassenderen Vorstoßes britischer Aufsichtsbehörden, die Tokenisierung der Großhandelsgeschäftsmärkte zu fördern. In einem separaten Papier werden die FCA und die Bank of England darlegen, dass Branchenteilnehmer die größte Chance auf diesem Gebiet darin sehen, Kapital und Sicherheiten freizusetzen, indem Post-Trade-Operationen wie Clearing und Abwicklung effizienter gestaltet werden.

Sicherheiten und Stablecoins

Unter Berufung auf aktuelle Forschungsergebnisse, die ergaben, dass US-amerikanische Marktteilnehmer durchschnittlich 7 Prozent mehr Sicherheiten hielten als notwendig, um einen zusätzlichen Sicherheitspuffer zu schaffen, werden die Behörden erklären, dass die Branche die Tokenisierung als „eine große Chance“ ansieht. Die Bank of England erwägt zudem, tokenisierte Vermögenswerte, einschließlich Stablecoins, als zulässige Sicherheiten in ihrem Sterling Monetary Framework aufzunehmen, das Finanzinstitutionen Liquidität bereitstellt.

Die Zentralbank werde später in diesem Jahr auch konsultieren, ob Clearingstellen als zentrale Kontrahenten tokenisierte Vermögenswerte als Sicherheiten akzeptieren dürfen. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung besonders relevant, da der Londoner Goldmarkt als Preisreferenz für den gesamten europäischen Raum dient und regulatorische Änderungen dort direkte Auswirkungen auf die Goldpreisbildung haben können.

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