New York Cannabis-Verkäufe überschreiten 4,1 Milliarden US-Dollar Marke
Lizenzierte Einzelhändler setzen im dritten Quartal 2026 1,41 Milliarden US-Dollar um und festigen New Yorks dritten Platz landesweit.

Lizenzierte Cannabis-Einzelhändler im US-Bundesstaat New York haben im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 1,41 Milliarden US-Dollar erzielt. Damit überschritten die kumulierten Gesamtumsätze des Adult-Use-Marktes seit der Eröffnung der ersten Dispensary im Dezember 2022 die Marke von 4,1 Milliarden US-Dollar. Das geht aus einer Pressemitteilung vom 27. Oktober aus dem Büro von Gouverneurin Kathy Hochul hervor.
Mit diesen Zahlen belegt New York landesweit den dritten Platz bei den Einzelhandelsumsätzen für Cannabis zum Freizeitgebrauch. Der Bundesstaat hatte den Markt für Erwachsene legalisiert und dabei nach eigenen Angaben das Ziel verfolgt, eine sichere und faire Branche aufzubauen.
„Als New York den Cannabismarkt für Erwachsene legalisierte, haben wir das Versprechen abgegeben, eine Branche aufzubauen, die sicher und fair ist und echte Chancen für die Gemeinden schafft, die am härtesten von Jahrzehnten gescheiterter Drogenpolitiken betroffen waren“, sagte Hochul in einer Erklärung. „Ein Umsatz von über 4 Milliarden US-Dollar zeigt, dass dieses Versprechen zur Realität geworden ist.“
Die Details
Die Umsätze der ersten neun Monate des Jahres 2026 entfielen auf etwa 34 Prozent der gemeldeten kumulativen Einzelhandelsumsätze des Bundesstaates. Derzeit sind landesweit 744 lizenzierte Dispensaries für den Freizeitgebrauch in Betrieb. Insgesamt hat New York 1.039 Einzelhandelslizenzen für den Adult-Use-Bereich erteilt, wobei rund 28 Prozent dieser Lizenznehmer noch keine Dispensaries betreiben.
Neben den Einzelhandelslizenzen wurden landesweit 2.351 Cannabislizenzen in verschiedenen Kategorien für Freizeitgebrauchsgeschäfte vergeben. 56 Prozent der Lizenzen für den Freizeitgebrauch gingen an Bewerber aus Programmen für soziale und wirtschaftliche Chancengleichheit. Zusätzlich hat der Bundesstaat 35 Millionen US-Dollar über seinen Community Grants Reinvestment Fund bereitgestellt, der Cannabis-Einnahmen in Gemeinden lenkt, die unverhältnismäßig stark von früheren Drogengesetzen betroffen waren.
Ein Wachstumshemmnis bleibt die kommunale Ebene: Laut einer Präsentation der staatlichen Aufsichtsbehörden aus Februar 2025 können etwa 46 Prozent der New Yorker Gemeinden aufgrund lokaler Opt-out-Regelungen keine Dispensaries für den Freizeitgebrauch beherbergen. Der Marktstart in New York war ohnehin langsam verlaufen, da im ersten Jahr des legalen Verkaufs nur eine begrenzte Anzahl von Ladenfronten geöffnet war.
Parallel setzt der Bundesstaat auf die Bekämpfung des illegalen Handels. Im Jahr 2026 führten die Durchsetzungsmaßnahmen nach Angaben aus dem Gouverneursbüro zu 352 Inspektionen von Ladenfronten, zur Schließung und Verplombung von 191 illegalen Cannabisgeschäften und zur Sicherstellung von illegalem Cannabis-Material im geschätzten Wert von 125 Millionen US-Dollar. Seit Beginn der Durchsetzungsmaßnahmen hat der Bundesstaat 738 illegale Ladenfronten geschlossen oder verplombt und Produkte im Wert von rund 276,9 Millionen US-Dollar sichergestellt. Insgesamt wurden in diesem Rahmen 2.257 Inspektionen von Ladenfronten durchgeführt und 1.615 Verstoßbescheide (Notices of Violation) ausgestellt.
„Unsere jetzige Verantwortung besteht darin, diese Dynamik aufrechtzuerhalten und die Bedingungen zu schaffen, damit diese Unternehmen und diese Branche auch in den kommenden Jahren gedeihen können“, erklärte John Kagia, Executive Director des New York State Office of Cannabis Management.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 03.10.2026 berichtete aktien.news, dass New Yorks legaler Cannabis-Markt auf einen neuen Jahresrekord zusteuert, die Dynamik aber nachlässt. Damals teilten Beamte des Office of Cannabis Management mit, dass in den ersten drei Quartalen 2026 mehr als 1,41 Milliarden US-Dollar umgesetzt wurden. Damit dürfte das Vorjahresergebnis von 1,68 Milliarden US-Dollar leicht übertroffen werden, wie Daten zeigten, die OCM-Stellvertreter Kevin Brennan dem staatlichen Cannabis Control Board vorlegte. Von einer deutlich ambitionierteren Prognose war der Bundesstaat allerdings weit entfernt: OCM-Geschäftsführer John Kagia hatte im Frühjahr ein jährliches Verkaufsvolumen von 2,6 Milliarden US-Dollar als möglich bezeichnet.
Am 07.08.2026 berichtete aktien.news, dass Gouverneurin Kathy Hochul ein Gesetz unterzeichnet hat, das Marihuana-Mikrounternehmen die uneingeschränkte Teilnahme an Cannabis-Bauernmärkten und Pop-up-Events erlaubt. Bislang durften Inhaber von Mikrounternehmenslizenzen bei diesen sogenannten „Cannabis Showcase Events“ nur ihre eigenen Produkte verkaufen. Mit dem neuen Gesetz können Mikrounternehmen nun in vollem Umfang als Anbauer, Verarbeiter und Einzelhändler an den Veranstaltungen teilnehmen.
Am 23.10.2026 berichtete aktien.news, dass New York einen weiteren Schritt beim Ausbau seines legalen Cannabismarktes macht. Ab dem 5. November öffnet das Office of Cannabis Management die Antragsannahme für Lizenzen zum Anbau von Cannabis für den Adult-Use-Gebrauch. Es ist das erste Mal, dass der Bundesstaat diese Lizenzkategorie anbietet, seit der Adult-Use-Markt im Jahr 2022 eingeführt wurde. Das Bewerbungsfenster ist eng begrenzt: Das OCM nimmt ausschließlich die ersten 50 Anträge entgegen und prüft sie in der Reihenfolge ihres Eingangs.
Was das für Anleger bedeutet
Der New Yorker Markt gehört damit zu den größten für Freizeit-Cannabis in den Vereinigten Staaten. Für deutsche Privatanleger ist die Einordnung wichtig, dass die Pressemitteilung keine börsennotierten Unternehmen namentlich nennt. Die genannten Zahlen betreffen ausschließlich die Marktentwicklung und die Regulierungstätigkeit des Bundesstaates, nicht einzelne Aktiengesellschaften.
Interessant ist die Kombination aus Wachstum und strukturellen Bremsen. Einerseits steigen die kumulierten Umsätze und die Zahl der lizenzierten Dispensaries, andererseits verhindern kommunale Opt-out-Regelungen in einem erheblichen Teil der Gemeinden den Marktzugang. Hinzu kommt, dass rund 28 Prozent der erteilten Einzelhandelslizenzen noch nicht in Betrieb sind. Beide Faktoren begrenzen das kurzfristig ausschöpfbare Marktpotenzial, ohne die grundsätzliche Wachstumsrichtung infrage zu stellen.
Die Durchsetzungszahlen gegen illegale Ladenfronten sind für die Branche ebenfalls relevant: Ein Rückgang des Schwarzmarkts kann lizenzierten Anbietern Umsatz zuführen. Zugleich zeigt die Höhe der sichergestellten Warenwerte, wie groß der illegale Markt in New York weiterhin ist.
Ausblick
Konkrete Termine nennt die Pressemitteilung nicht. Aus dem früheren Bericht vom 23.10.2026 ist jedoch bekannt, dass das Office of Cannabis Management ab dem 5. November die Antragsannahme für die erste Aufzuchtlizenz-Kategorie im Adult-Use-Bereich öffnet und dabei ausschließlich die ersten 50 Anträge berücksichtigt. Beobachter dürften zudem verfolgen, ob sich die Umsatzdynamik im vierten Quartal 2026 fortsetzt und ob das Vorjahresergebnis von 1,68 Milliarden US-Dollar übertroffen wird. Die von OCM-Geschäftsführer John Kagia im Frühjahr genannte Marke von 2,6 Milliarden US-Dollar jährlichem Verkaufsvolumen bleibt bislang eine Prognose, die deutlich über dem aktuellen Niveau liegt.
Kurz erklärt
- Adult-Use: Legal verkaufter Cannabis für den Freizeitkonsum von Erwachsenen.
- Dispensary: Lizenzierte Fachgeschäft für den Verkauf von Cannabisprodukten.
- Opt-out: Kommunale Regelung, mit der sich eine Gemeinde gegen den Betrieb von Cannabisgeschäften entscheidet.
- Notice of Violation: Behördlicher Verstoßbescheid gegen einen Ladenbetreiber.
