NASCAR-CEO O'Donnell: Streaming und Film als Wachstumstreiber
NASCAR-CEO Steve O'Donnell über Wachstum, Streaming und internationale Pläne

NASCAR-CEO Steve O'Donnell sieht den Rennsportverband nach einer schwierigen Phase wieder im Aufwind. In einem Interview mit CNBC betonte der neue starke Mann der Rennserie, das Unternehmen habe "viel Schwung" entwickelt. Als wesentliche Treiber nannte O'Donnell die Präsenz auf mehreren Streaming-Plattformen sowie den angekündigten Fortsetzungsfilm "Days of Thunder 2" mit Tom Cruise.
Der im April zum CEO ernannte O'Donnell ist der erste Chef außerhalb der Gründerfamilie France. Er löste Jim France ab und steht nun vor der Aufgabe, die traditionsreiche Rennserie für die Zukunft zu positionieren. Dabei setzt er auf eine breite Medienstrategie und die wachsende Popularität bei jüngeren Zielgruppen.
Breite Medienpräsenz als Erfolgsfaktor
NASCAR-Inhalte sind über ein breites Spektrum an Plattformen verfügbar. Dazu zählen Fox, Comcasts NBC, Versants USA Network, Warner Bros. Discoverys TNT Sports und Amazon Prime Video. Grundlage sind siebenjährige Medienrechteverträge, die laut verschiedenen Medienberichten einen geschätzten Gesamtwert von 7,7 Milliarden US-Dollar haben.
Auf die Frage, ob die fragmentierte Struktur exklusiver Streaming-Rechte für Rennen die Zuschauer verwirren könnte, zeigte sich O'Donnell gelassen. Er bewertete die Vielfalt an Plattformen als klaren Vorteil für die Liga. Die Möglichkeit, online mit Fans in Kontakt zu treten, habe maßgeblich zur wachsenden Beliebtheit bei jüngeren Zielgruppen beigetragen.
"Days of Thunder 2" als Fan-Magnet
Ein weiterer Baustein der Wachstumsstrategie ist die Filmindustrie. Der Fortsetzungsfilm "Days of Thunder 2" zum Hit aus dem Jahr 1990 soll neue Fans gewinnen. Tom Cruise wird erneut in die Rolle des NASCAR-Fahrers Cole Trickle schlüpfen, Anne Hathaway soll eine Hauptrolle übernehmen. Der Paramount-Film soll im Sommer 2028 Premiere feiern, wie Cruise in den sozialen Medien bekannt gab.
O'Donnell berichtete, dass Cruise kürzlich das NASCAR-Hauptquartier in Daytona Beach, Florida, besucht habe. Er zeigte sich überzeugt, dass der Film neue Zuschauergruppen an die Liga heranführen werde. Damit greift NASCAR ein Erfolgsmodell auf, das die Konkurrenz bereits vorgemacht hat.
Vorbild Formel 1 und "Ford v Ferrari"
Die globale Rennserie Formel 1 hat in den vergangenen Jahren durch Streaming und Filme neue Fans gewonnen. Die <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix-Dokumentarserie "Drive to Survive" und der Apple-Film "F1", der 2025 Premiere feierte, trugen maßgeblich zum Popularitätsschub bei. Der Brad-Pitt-Blockbuster wurde zum umsatzstärksten Film von Apple.
Ähnlich erfolgreich war "Ford v Ferrari", ein Biopic über ein legendäres Team britischer und amerikanischer Rennfahrer. Der Film gehörte zu den umsatzstärksten Originalfilmen des Jahres 2019. NASCAR hofft nun, mit "Days of Thunder 2" an diese Erfolge anzuknüpfen.
Internationale Expansion geprüft
Während NASCAR seine Reichweite im Inland ausbaut, ist O'Donnell auch für internationale Expansion offen. "Absolut", antwortete er auf die entsprechende Frage. Derzeit fährt die Liga nur in den USA und Mexiko, prüft aber Optionen für zusätzliche internationale Standorte.
Allerdings stellte O'Donnell klar, dass zunächst die Markenbekanntheit international etabliert werden müsse, bevor konkrete Pläne für künftige Rennstandorte geschmiedet werden könnten. Die Kombination aus breiter Medienpräsenz, Filmprojekten und digitaler Fan-Ansprache soll die Grundlage für weiteres Wachstum schaffen.
