RTL und Sky streichen 500 Stellen – Synergien von 250 Millionen Euro
RTL und Sky streichen bis 2027 rund 500 Stellen – Synergien von 250 Millionen Euro geplant.

Nach dem Zusammenschluss von RTL Deutschland und Sky steht ein massiver Stellenabbau bevor. Bis Ende 2027 sollen rund 500 Arbeitsplätze wegfallen, der Großteil davon bereits im kommenden Jahr 2026. Das gab die RTL Group am Mittwoch bekannt.
Der Medienkonzern betont, dass der Abbau sozialverträglich erfolgen solle. In enger Abstimmung mit den Betriebsräten sollen auslaufende Verträge nicht verlängert und offene Stellen nicht nachbesetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen will das Unternehmen vermeiden. Wie sich die 500 Stellen konkret auf RTL und Sky verteilen, ließ RTL zunächst offen.
Hintergrund: Übernahme und Milliarden-Synergien
Die RTL Group hatte Sky Deutschland im Laufe dieses Jahres übernommen. Ziel ist es, die Position im Streaming- und TV-Markt gegenüber internationalen Giganten wie <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix oder Amazon zu stärken. Besonders das Abonnementgeschäft soll ausgebaut werden.
Innerhalb von drei Jahren verspricht sich der Konzern jährliche Synergien von 250 Millionen Euro. „Der größte Teil davon entsteht durch die Optimierung der Inhalte- und Sachkosten“, teilte RTL mit. „Darüber hinaus werden Doppelstrukturen abgebaut, Verantwortlichkeiten gebündelt und effizientere und zukunftsorientierte Entscheidungsprozesse geschaffen.“
Bertelsmann-Chef hatte Personalauswirkungen angekündigt
Dass die Übernahme nicht ohne Folgen für die Belegschaft bleiben würde, hatte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe bereits vor Abschluss des Deals klargemacht. „Man werde die Unternehmen und die Organisation zusammenführen und weiter verschlanken“, sagte Rabe im April. „Das wird auch Auswirkungen auf das Personal haben. Im Mittelpunkt steht aber die effizientere Nutzung unserer Programminvestitionen.“
RTL und Sky investieren gemeinsam rund 2,5 Milliarden Euro jährlich in Inhalte. Diese Summe soll künftig über alle Plattformen hinweg – RTL, RTL+ und Sky – effizienter ausgespielt werden.
Streaming-Offensive als strategischer Treiber
Mit der Übernahme will sich RTL breiter aufstellen und unabhängiger vom klassischen TV-Werbemarkt machen. Sky bringt dabei vor allem das Geschäft mit Bezahlfernsehen und dem Streamingdienst Wow ein. Der wachsende Streaming-Markt steht im Zentrum der Strategie, um neue Erlösquellen zu erschließen.
Bereits zweite Stellenabbau-Welle innerhalb kurzer Zeit
Erst Ende vergangenen Jahres hatte RTL Deutschland im Zuge einer Neustrukturierung den Abbau von rund 600 Stellen angekündigt. Als Gründe nannte das Unternehmen damals den tiefgreifenden Wandel im Medienmarkt, die schwierige konjunkturelle Lage und die schwachen TV-Werbemärkte. Mit der aktuellen Welle kommen nun weitere Einsparungen hinzu.
RTL Deutschland gehört zur internationalen RTL Group, die mehrheitlich zum Bertelsmann-Konzern zählt. Zum deutschen Ableger gehören unter anderem die Sender RTL, Vox und ntv sowie der Streamingdienst RTL+. Sky Deutschland bringt neben klassischen Fernsehsendern auch den Streamingdienst Wow in den Konzernverbund ein.
Für Anleger bleibt die Entwicklung spannend: Die RTL Group notiert an der Frankfurter Börse und steht unter Druck, im hart umkämpften Streaming-Markt zu bestehen. Die angekündigten Synergien von 250 Millionen Euro jährlich sind ein klares Signal an den Kapitalmarkt, dass der Konzern die Kostenstruktur nachhaltig verbessern will.
