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LNG-Tanker im Mittelmeer von mutmaßlichem Cyberangriff getroffen

Ein Flüssigerdgastanker verlor auf der Fahrt von den USA nach Italien die Kontrolle über interne Systeme.

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LNG-Tanker im Mittelmeer von mutmaßlichem Cyberangriff getroffen

Ein Flüssigerdgastanker, der Treibstoff von den Vereinigten Staaten nach Europa transportierte, hat Anfang September einen schwerwiegenden Systemausfall erlitten. Die Besatzung meldete den Vorfall als mutmaßlichen Cyberangriff, wie ein Bericht von Bloomberg am Freitag zeigte.

Die „Vivit Africa LNG" befand sich auf dem Weg durch das östliche Mittelmeer und die Adria in Richtung Italien, als die Crew plötzlich den Zugriff auf einige interne Steuerungssysteme verlor. Das Handelsunternehmen Vitol Group bestätigte laut Berichten, dass das Schiff unter einem langfristigen Chartervertrag, einer sogenannten Time-Charter, betrieben wird, gab jedoch keine weiteren Kommentare ab.

Nach einem Zwischenstopp vor der italienischen Küste, bei dem die Ladung nicht entladen wurde, begann das Schiff am Mittwoch, sich von seinem vorgesehenen Bestimmungsort Rovigo zu entfernen. Stattdessen kehrte der Tanker zurück zum spanischen Hafen Algeciras nahe dem Eingang zum Mittelmeer, wie aus Schiffsdaten von Bloomberg hervorgeht.

Hintergrund des Vorfalls

Die Crew meldete den Vorfall Anfang der letzten Woche an Korean Register, die Organisation, die als technischer und sicherheitstechnischer Berater für das südkoreanische Eigentum des Schiffes fungiert. Die Ermittlungen laufen noch. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, wer der Täter des mutmaßlichen Angriffs sein könnte.

Der mutmaßliche Hacking-Angriff reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein. Bereits Ende August wurden zwei Öl- und Gastanker vor der US-Küste von der Küstenwache und dem Federal Bureau of Investigation wegen möglicher Cyberangriffe an Bord überprüft. Amerikanische Beamte überwachen nach Angaben des Berichts fast 20 Schiffe weltweit auf solche Bedrohungen.

Der betroffene Tanker führte eine Ladung aus dem Cameron LNG-Terminal in Louisiana, wie Schiffsverfolgungsdaten zeigen. Er hatte den Atlantik überquert und befand sich im frühen September kurz vor seiner Ankunft, als die Crew auf technische Probleme stieß.

Eingreifen der italienischen Küstenwache

Die italienische Küstenwache leistete dem Schiff Hilfe. Kapitän Roberto D'Arrigo erklärte in einer per E-Mail gesendeten Stellungnahme: Die Küstenwache half dem Schiff, „nachdem der Kapitän einen Defekt in den Systemen zur Überwachung der Ladungsparameter gemeldet hatte, was Eingriffe durch Techniker des Unternehmens erforderlich machte".

Die Ursache des Problems konnte nicht identifiziert werden. D'Arrigo präzisierte weiter: „Die Chioggia-Küstenwache griff ausschließlich aus navigations-sicherheitsbezogenen Gründen ein und gab eine dringende Warnung an Seeleute heraus, um Abstand zu halten."

Der Vorfall unterstreicht die wachsende Bedrohung durch Cyberangriffe auf die maritime Infrastruktur. Gerade LNG-Tanker sind kritische Komponenten der globalen Energieversorgungskette, insbesondere für Europa, das nach dem Wegfall russischer Pipeline-Gase zunehmend auf verflüssigtes Erdgas aus den USA angewiesen ist. Die Sicherheit der Schiffssteuerungssysteme rückt damit verstärkt in den Fokus von Behörden und Reedereien.

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