Gasspeicher-Füllstand niedrig: Sefe und Uniper sollen helfen
Staatsunternehmen kaufen Gas ein, um Versorgungssicherheit im Winter zu gewährleisten.

Die Gasspeicher in Deutschland sind derzeit nur zu 56 Prozent gefüllt – ein ungewöhnlich niedriger Wert für diese Jahreszeit. Um die Versorgungssicherheit im kommenden Winter zu gewährleisten, hat das staatliche Gasunternehmen Sefe damit begonnen, eigenständig Erdgas einzukaufen. Das bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Sefe betonte, dass es sich um eine eigenständige kommerzielle Geschäftsentscheidung handle. Man agiere ausschließlich aus strategischen und wirtschaftlichen Erwägungen. Eine Anweisung des Bundeswirtschaftsministeriums habe es nicht gegeben.
Gespräche auch mit Uniper
Bereits am Vortag war bekannt geworden, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit den beiden Staatsunternehmen Sefe und Uniper in Gesprächen ist. Ziel ist es, die Gasspeicher besser zu füllen. Die Kosten sollen dabei vom Markt getragen werden und nicht von den Steuerzahlern oder Gaskunden über eine Umlage, wie es aus Regierungskreisen hieß.
Normalerweise kaufen Großhändler im Sommer Erdgas günstig ein, speichern es und verkaufen es im Winter mit Gewinn. Doch die aktuellen Preise sind infolge des Iran-Kriegs sehr hoch. Eine Einspeicherung ist wirtschaftlich derzeit nicht attraktiv – die Speicher bleiben daher deutlich geringer gefüllt als üblich.
Sefe: Befüllung ist vorteilhaft
Sefe selbst sieht die aktuelle Befüllung als vorteilhaft an. „Versorgungssicherheit zu gewährleisten liegt in der Verantwortung aller Energieunternehmen“, betonte das Unternehmen. Man übernehme diese Verantwortung für die Kunden. „Profitabilität und Versorgungssicherheit schließen sich daher nicht aus, sondern sind auch mit Blick auf die anstehende Privatisierung gleichermaßen von wesentlicher Bedeutung.“
Sefe hieß früher Gazprom Germania und war eine Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom. Als Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der daraus resultierenden Energiekrise wurde das Unternehmen verstaatlicht. Die EU-Kommission hat bestimmt, dass der Bund Sefe bis Ende 2028 wieder weitgehend privatisieren muss.
Für Anleger bleibt die Lage am Gasmarkt angespannt. Die hohen Preise und die niedrigen Speicherstände könnten im Winter zu erneuten Volatilitäten an den Energiemärkten führen. Insbesondere Unternehmen mit hohem Gasbedarf sollten die Entwicklung im Auge behalten.
