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Europäische Gaspreise fallen auf Ein-Wochen-Tief nach Streikende

TTF fällt auf 76,98 Euro – Streikende in Frankreich entlastet Gasmärkte

2 Min
Europäische Gaspreise fallen auf Ein-Wochen-Tief nach Streikende

Die europäischen Großhandelspreise für Erdgas sind am Donnerstag zum dritten Mal in Folge gefallen und haben ein Ein-Wochen-Tief erreicht. Auslöser ist das Ende eines eintägigen Arbeitsstreiks im französischen Energiesektor, der die Durchsatzkapazität eines wichtigen LNG-Importterminals vorübergehend eingeschränkt hatte.

Der Benchmark-Vertrag für den niederländischen Vormonatsmarkt (TTF) gab um 1,23 Prozent nach und notierte bei rund 76,98 Euro pro Megawattstunde (MWh) – dem niedrigsten Stand seit über einer Woche. In Großbritannien sank der entsprechende Großhandels-Gasvertrag (NBP) ebenfalls um 1,23 Prozent und hielt sich flach bei rund 191,00 Pence pro Therm, ebenfalls auf einem Ein-Wochen-Tief.

Arbeitsstreik in Frankreich als Preistreiber

Der Hauptgrund für die abwärtsgerichtete Dynamik an den europäischen Gas-Hubs war die Beendigung des Arbeitsstreiks französischer Energiegewerkschaften. Die Arbeitsniederlegung am Dienstag hatte dazu geführt, dass der belgische Terminalbetreiber Fluxys die Durchsatzkapazität am LNG-Terminal Dunkirk – Frankreichs größter Importanlage – drastisch reduzieren musste. Die Kapazität fiel von mindestens 9,4 Gigawattstunden (GWh) pro Tag auf lediglich 4 GWh pro Tag.

Mit dem Ende der Arbeitsniederlegungen normalisiert sich der Betrieb in der französischen Kernkraft- und Gasinfrastruktur wieder. Die Regasifizierungsraten in Dunkirk haben sich erholt und nähern sich der Basis-Kapazität an. Die Rückkehr französischer Exportströme über grenzüberschreitende Verbindungsleitungen übte unmittelbaren Abwärtsdruck auf die kurzfristigen europäischen Verträge aus und überlagerte damit breitere Versorgungsrisiken aus dem Persischen Golf.

Speicherstände bleiben unter Durchschnitt

Trotz des mehrphasigen Rückgangs der Großhandelspreise bleibt der allgemeine physische Hintergrund durch strukturelle Versorgungsanfälligkeiten geprägt. Die Einspeisesaison geht in ihre Endphase, und die Daten von Gas Infrastructure Europe zeigen, dass die unterirdischen Speicherkavernen in der Europäischen Union auf 68,5 Prozent ihrer Kapazität angestiegen sind.

Die Reserven sind im Vergleich zu historischen Normen jedoch stark erschöpft. Sie liegen etwa 16 Prozentpunkte unter dem fünfjährigen saisonalen Durchschnitt. Zu diesem Zeitpunkt des Kalenderjahres erreichen die Anlagen typischerweise eine nahezu volle Sättigung – ein deutliches Zeichen für die anhaltende Versorgungsknappheit in Europa.

Makroökonomischer Kontext belastet zusätzlich

Der Rückgang an den europäischen Gas-Hubs fällt mit einer hochspannenden Woche für die globale Geldpolitik zusammen. Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die US-Notenbank Federal Reserve haben kürzlich Zinserhöhungen vorgenommen. Die Zentralbanker betonen dabei, dass klebrige Energie-Einsatzkosten weiterhin der primäre Treiber der Inflationsrate sind.

Die Energy-Trading-Abteilungen halten die Risikoaufschläge bei Winterverträgen daher auf hohem Niveau. Die kurzfristige Entspannung durch das Ende des französischen Streiks ändert nichts an der grundsätzlich angespannten Versorgungslage. Die europäischen Gasmärkte bleiben anfällig für weitere Preisspitzen, insbesondere falls es im Winter zu zusätzlichen Lieferunterbrechungen kommen sollte.

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