Ladder Capital: 10% Dividendenrendite trotz schwacher 10-Jahres-Rendite
Der Commercial-Mortgage-REIT lockt mit hoher Ausschüttung, enttäuschte aber über ein Jahrzehnt – eine Value Trap oder echte Chance?

Eine Dividendenrendite von 10% ist in der heutigen Marktlage verlockend – liegt die durchschnittliche Dividendenrendite des S&P 500 doch bei rund 1%. Doch wer dieselbe Anlage über das vergangene Jahrzehnt betrachtet, stößt auf ernüchternde Zahlen: eine durchschnittliche jährliche Gesamtrendite von nur 4,7%. Genau dieses Spannungsfeld prägt die aktuelle Bewertung von Ladder Capital (LADR). Für Anleger stellt sich die Frage, ob der Immobilien-Investmenttrust (REIT) eine klassische Value Trap oder eine echte Einstiegschance ist.
Der kommerzielle Hypotheken-REIT hatte im vergangenen Jahrzehnt schwer zu kämpfen. Die Pandemie traf das Unternehmen hart: Ladder Capital musste seine Dividende von 0,34 US-Dollar auf 0,20 US-Dollar pro Aktie kürzen und weitere Maßnahmen ergreifen, um die Liquidität zu stabilisieren. Der Grund lag im Homeoffice-Trend, der die Nachfrage nach Büroimmobilien belastete und es Kreditnehmern erschwerte, ihre Kredite termingerecht zu bedienen.
Deutliche Fortschritte bei der Risikoreduzierung
In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen jedoch erhebliche Fortschritte gemacht. Die Exposition gegenüber dem Bürosektor ist inzwischen deutlich gesunken und macht aktuell nur noch 21% des 2,8 Milliarden US-Dollar schweren Kreditportfolios aus. Dabei handelt es sich überwiegend um neuere Vintages, die seit 2024 originiert wurden. Zudem hat Ladder Capital sein Finanzprofil spürbar verbessert und ist nach eigenen Angaben der einzige Investment-Grade-Commercial-Mortgage-REIT. Darüber hinaus hat das Unternehmen begonnen, seine Gewinne und seine Dividende wieder aufzubauen.
Trotz dieser Fortschritte notiert die Aktie mit einem Abschlag von mehr als 30% unter ihrem Buchwert. Das Management erwartet, durch eine stärkere Allokation in Kredite, Wachstum der Gewinne, Aktienrückkäufe und eine Erhöhung der Dividende wieder an den Buchwert heranzukommen. Die Dividende ist seit der postpandemischen Neuausrichtung bereits um 15% gestiegen.
Der Vergleich mit AGNC Investment
Während Ladder Capital unter seinem Buchwert gehandelt wird, handeln andere REITs mit einem Aufschlag. Der führende Wohnhypotheken-REIT AGNC Investment beendete das zweite Quartal mit einem buchwertbereinigten Wert von 8,59 US-Dollar pro Aktie. Der Kurs notiert aktuell mit einem Aufschlag von mehr als 10% auf den Buchwert. Bemerkenswert ist, dass AGNC selbst dann mit einem Aufschlag bewertet wird, wenn sein Portfolio fast ausschließlich aus Agency-MBS besteht – also Poolen von Wohnhypotheken, deren Ausfallrisiken durch staatliche Stellen garantiert sind. Diese hochliquiden festverzinslichen Anlagen stützen die statische monatliche Dividende.
Ladder Capital verfolgt hingegen eine andere Strategie. Der REIT investiert in senior gesicherte erste Hypotheken auf gewerbliche Immobilien, die überwiegend variable Zinssätze aufweisen. Infolgedessen steigen die Zinsen auf diese Kredite mit den allgemeinen Zinssätzen. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in hochwertige gewerbliche Hypothekenanleihen und hält gewerbliche Immobilien direkt im Eigentum. Das eigene Immobilienportfolio bietet stabiles, wachsendes Mieteinkommen und Potenzial zur Wertsteigerung.
Fazit: Chance statt Falle?
Die enttäuschenden Renditen der vergangenen zehn Jahre haben viele Anleger davon überzeugt, dass der dividendenstarke REIT weiterhin eine Value Trap ist. Der Autor der Analyse sieht ihn jedoch auf dem Weg zu einer echten Chance. Als Argumente nennt er den deutlichen Abschlag unter dem Buchwert, der steigen dürfte, während das Kreditportfolio wächst und weiterhin Dividendenerhöhungen unterstützt. Dieses Upside-Potenzial zusammen mit der hohen Rendite war für ihn der Grund, kürzlich eine Position in Ladder Capital zu eröffnen und diese im Laufe der Zeit auszubauen.
Für deutsche Anleger bleibt festzuhalten: Die Kombination aus zweistelliger Dividendenrendite und Bewertungsabschlag klingt attraktiv, doch die historische Gesamtrendite mahnt zur Vorsicht. Ob sich die operativen Fortschritte in dauerhaft besseren Ergebnissen niederschlagen, wird sich erst zeigen müssen.
