ANZEIGE

USA verlassen, nach Spanien gezogen: Haus für 72.000 Dollar gekauft

Ein US-Ehepaar tauscht Florida gegen Andalusien und lebt mit rund 1.216 Dollar monatlich – ohne Hypothek.

•• 4 Min
USA verlassen, nach Spanien gezogen: Haus für 72.000 Dollar gekauft

Ein US-amerikanisches Ehepaar hat sein Leben in Florida aufgegeben und ist nach Spanien ausgewandert. Alicia Sanchez und ihre Frau Luci Peraza kauften in Castil de Campos, einem Dorf in Andalusien, ein Haus für rund 72.000 Dollar – und das ohne Hypothek. Der Schritt sei „einer der größten Vertrauenssprünge" gewesen, den sie je unternommen hätten, berichtet Sanchez in einem Erfahrungsbericht für CNBC.

Zuvor lebten die beiden mit ihrer damals siebenjährigen Tochter in einem Strandbungalow in Ormond Beach, Florida. Sanchez arbeitete im Marketing für ein großes amerikanisches Unternehmen, Luci war im Bereich der psychischen Gesundheit tätig. Trotz eines stabilen Lebens hatten sie den Punkt erreicht, an dem Stabilität für sie nicht mehr mit Erfüllung gleichzusetzen war. Jahrelang hatten sie mehrere Jobs und Nebenbeschäftigungen ausgeübt, um sich ein Leben mit mehr Freiheit, Naturzugang und gemeinsamer Familienzeit zu ermöglichen.

Die Entscheidung für Spanien fiel auch aus praktischen Gründen: Sanchez ist dominikanisch-amerikanischer Herkunft, ihre Frau kubanisch-amerikanisch, beide sprechen Spanisch. Zudem hatte Sanchez vor rund 20 Jahren bereits in Spanien gelebt und dort als Englischlehrer gearbeitet. Innerhalb von fünf Monaten vermieteten sie ihr Haus in Florida, meldeten ihre Tochter von der Schule ab und verschickten Andenken und Kunstutensilien in einem einzigen Container über den Atlantik.

Ankunft ohne Garantie und der Kauf des Hauses

Die Reise nach Spanien erfolgte ohne Sicherheit, dass alles klappen würde. Das Digital-Nomad-Visum der Familie wurde noch bearbeitet, die Genehmigung kam erst nach der Ankunft. Zunächst wohnten sie sechs Wochen lang in einem Airbnb in Alicante und besichtigten Immobilien. Schnell stellten sie fest, dass viele Mietpreise höher lagen als erwartet. „Wie sollen wir uns das leisten können?", erinnert sich Sanchez an ein Gespräch mit ihrer Frau.

Im Juli 2025 stießen sie beim Ansehen von Videos eines YouTube-Kanals, dem sie seit Jahren folgten, auf ein Haus zum Verkauf in Castil de Campos. Das Anwesen bietet fünf Schlafzimmer, zwei Badezimmer und 1600 Quadratfuß Wohnfläche. Sie kauften es für etwa 72.000 Dollar und konnten bar bezahlen. Der Preis habe fast unmöglich gewirkt, so Sanchez.

Die laufenden Kosten sind überschaubar. Monatlich gibt die dreiköpfige Familie typischerweise etwa 350 Dollar für Lebensmittel aus, 116 Dollar für Wasser, 116 Dollar für Strom, 116 Dollar für Telefon und Internet, 230 Dollar für die Krankenversicherung, 127 Dollar für den Steuerberater, 103 Dollar für die Sozialversicherung und 58 Dollar für die Hausratversicherung. Das monatliche Budget für den Lebensunterhalt beläuft sich damit auf rund 1.216 Dollar.

Kreativstudio im Dorf und Nebeneinkünfte

Im April eröffneten die beiden ein kreatives Studio im Dorf. Dort bieten sie Workshops in Töpferei, Nähen, naturinspirierter Kunst und handgefertigtem Kunsthandwerk an. Ziel ist es, Besuchern und Einheimischen einen Raum zu geben, um innezuhalten und sich der Kunst zu widmen. Im ersten Monat verdienten sie gerade einmal 50 Dollar. Sanchez wertet dies dennoch als Beweis, dass jemand von der Idee überzeugt war – genug, um weiterzumachen. Die über den Ozean verschickten Vorräte halfen, die Startkosten früh zu senken.

Sanchez arbeitet weiterhin als freiberufliche Marketingstrategin. Ihr Einkommen liegt je nach aktuellen Verträgen meist zwischen rund 7.000 und 9.000 Dollar pro Monat. Dieses Einkommen ermöglichte es der Familie, die Immobilie kontinuierlich zu verbessern und das Geschäft schrittweise auszubauen, statt darauf zu warten, dass es die Familie sofort vollständig ernährt. Rund 60.000 Dollar investierten sie in die Umgestaltung des Hauses, einschließlich Gästehaus, Pool und Außenbereiche. Der Rückzugsort „Stay & Create" soll offiziell im Mai 2027 für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Lebenstempo und neue Definition von Erfolg

Die größte Überraschung seit dem Umzug war für Sanchez das Lebenstempo. In den USA sei man gewohnt, Dinge sofort erledigt zu bekommen. In ihrer neuen Heimat gebe es beispielsweise kein Uber Eats, und vieles werde vielleicht erst morgen oder nächste Woche erledigt. Auch die Mittagsruhe (Siesta) erfordere Umstellung, obwohl sie himmlisch klinge. Da Sanchez mit Kunden in den USA und in Spanien arbeitet, ist sie oft in verschiedenen Zeitzonen tätig.

Die Familie genießt die Entspannung in Castil de Campos, entdeckt aber auch die umliegenden Dörfer wie Iznájar, Lucena und Baena. Ausflüge führen sie nach Granada für Outdoor-Aktivitäten, nach Jaén zum Einkaufen und nach Córdoba für einen Abend in der Stadt – alle etwa eine Stunde entfernt. Auch Reisen nach Barcelona, Madrid und Paris sind nun günstiger und leichter möglich. In Priego de Córdoba gibt es Tapas-Bars sowie Obst- und Gemüseläden mit frischer Ware, und wöchentlich fährt ein Lieferwagen mit Produkten lokaler Bauernhöfe durch das Dorf.

Rückblickend ging es beim Verlassen der USA darum, eine andere Definition von Erfolg zu verfolgen. Statt korporativen Beförderungen oder größeren Häusern zählt für die Familie nun: Morgenblicke über die Olivenhaine, Nachmittage mit Kunst und Menschen aus aller Welt sowie das Aufwachsen der Tochter in einer geliebten Gemeinschaft. Für deutsche Leser zeigt der Bericht, wie stark sich Lebenshaltungskosten und Alltagsrhythmus zwischen den USA und ländlichen Regionen Spaniens unterscheiden können – und welche Rolle ein ortsunabhängiges Einkommen dabei spielt.

Spanien AuswanderungHauskauf SpanienAndalusien ImmobilienDigital Nomad VisumLebenshaltungskosten SpanienAuswandern UsaCastil De CamposKreativstudio Spanien

Meistgelesene News

  1. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  2. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  3. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  4. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg
  5. Ölpreis stabilisiert sich: USA und Iran prüfen gestaffelten Hormus-Deal

Disclaimer