Kanadischer Dollar verliert gegenüber allen wichtigen Währungen
USD/CAD steigt auf 1,4005 – höchster Stand seit einem Monat.

Der kanadische Dollar hat in der am 18. September endenden Handelswoche gegenüber allen wichtigen Währungen deutlich nachgegeben. Besonders stark fiel der Verlust gegenüber dem US-Dollar aus, wo das Währungspaar USD/CAD von 1,3918 auf 1,4005 anstieg – den höchsten Stand seit einem Monat. Dies entspricht einem Rückgang des kanadischen Dollars um rund 0,6 Prozent.
Auch gegenüber dem Euro, dem japanischen Yen und dem Schweizer Franken zeigte sich der "Loonie", wie der kanadische Dollar im Devisenhandel genannt wird, schwach. Einzig gegenüber dem australischen Dollar konnte sich die kanadische Währung stabil halten. Die breit angelegte Schwäche traf den kanadischen Dollar in einer Woche, die von richtungsweisenden Signalen der globalen Zentralbanken geprägt war.
Zentralbanken und Rohstoffe als Belastungsfaktoren
Die Unterperformance des kanadischen Dollars fiel besonders ins Gewicht, da die großen Notenbanken weltweit zunehmend divergierende geldpolitische Pfade signalisieren. Während die US-Notenbank Federal Reserve weiterhin eine restriktive Haltung einnimmt, zeichnen sich in anderen Volkswirtschaften mögliche Lockerungen ab. Diese Unterschiede in der Geldpolitik verstärken die Nachfrage nach dem US-Dollar und setzen andere Währungen wie den kanadischen Dollar unter Druck.
Hinzu kommt, dass die Rohstoffmärkte dem kanadischen Dollar keine Entlastung bieten konnten. Normalerweise profitiert die rohstoffnahe Währung Kanadas von steigenden Öl- und Rohstoffpreisen. In der vergangenen Woche jedoch verpuffte dieser Effekt weitgehend, sodass der "Loonie" ohne starken Rückhalt aus dem Rohstoffsektor auskommen musste.
US-Dollar-Stärke als Haupttreiber
Den größten Druck auf den kanadischen Dollar übte die anhaltende Stärke des US-Dollars aus. Der Greenback profitierte von der robusten US-Konjunktur und den weiterhin erhöhten Zinserwartungen. Der Anstieg von USD/CAD auf 1,4005 markiert den höchsten Stand seit einem Monat und unterstreicht die aktuelle Dominanz des US-Dollar im Devisenhandel.
Anders verhält es sich beim Währungspaar CAD/JPY. Hier spiegelt die Entwicklung nach Einschätzung von Marktbeobachtern weniger eine Stärke des kanadischen Dollars wider, sondern vielmehr eine fundamentale Schwäche des japanischen Yen. Die japanische Währung leidet unter der ultralockeren Geldpolitik der Bank of Japan, die im krassen Gegensatz zur straffen Haltung der Fed steht.
Ausblick für den kanadischen Dollar
Für die kommenden Wochen bleibt die Richtung des kanadischen Dollars eng an die Entwicklung des US-Dollars und die Rohstoffmärkte gekoppelt. Sollte die Federal Reserve ihre restriktive Geldpolitik fortsetzen, dürfte der Druck auf den "Loonie" anhalten. Gleichzeitig könnten steigende Ölpreise dem kanadischen Dollar zumindest temporär Auftrieb verleihen. Anleger sollten die anstehenden Konjunkturdaten aus Kanada und den USA sowie die nächsten Zentralbanksitzungen genau im Blick behalten.
