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Howard Buffett übernimmt Vorsitz – Rückkaufpolitik von Berkshire geändert

Warren Buffett wird Ehrenvorsitzender, sein Sohn Howard übernimmt den Vorsitz bei Berkshire Hathaway.

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Howard Buffett übernimmt Vorsitz – Rückkaufpolitik von Berkshire geändert

Berkshire Hathaway hat am Freitag einen bedeutenden Führungswechsel bekannt gegeben. Warren Buffett, der das Konglomerat 56 Jahre lang als Vorsitzender führte, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Sohn Howard Buffett, seit 1993 Mitglied des Aufsichtsrats, übernahm mit sofortiger Wirkung den Vorsitz des Unternehmens.

Warren Buffett verlässt Berkshire Hathaway jedoch nicht vollständig. Er bleibt Mitglied des Aufsichtsrats und wird dem Unternehmen weiterhin mit Rat und Perspektive zur Seite stehen. Dennoch markiert der Schritt einen historischen Einschnitt: Buffett hatte den Vorsitz seit 1970 inne – eine Ära von mehr als fünf Jahrzehnten.

Die operative Verantwortung hatte Warren Buffett bereits im Januar dieses Jahres an Greg Abel übergeben, der seitdem als CEO fungiert. Abel verfügt damit über die letzte Entscheidungsbefugnis über rund 365 Milliarden Dollar in Bargeld und Schatzbriefen, die Berkshire Hathaway anhäuft.

Ein Vorsitzender für die Kultur

Warren Buffett beschrieb die neue Arbeitsteilung in einem Brief an die Aktionäre selbst: „Greg führt das Unternehmen; Howard wird seine Kultur und Werte bewahren – beides ist mehr wert als alles, was in unserer Bilanz steht.“ Die Aufgabe von Howard Buffett ist demnach vor allem auf Kontinuität ausgelegt. Er ist seit 33 Jahren im Aufsichtsrat von Berkshire tätig und soll sicherstellen, dass das Unternehmen so operiert, wie es sein Vater aufgebaut hat.

Die Frage, wer künftig über die gewaltigen Barreserven von Berkshire entscheidet, ist damit klar beantwortet: Die Kapitalallokation liegt weiterhin in den Händen von CEO Greg Abel. Bereits in seinem ersten Jahresbrief an die Aktionäre im Februar hatte Abel klargestellt, dass Entscheidungen zur Kapitalallokation, einschließlich des Aktienportfolios, letztlich bei ihm liegen.

Die Rückkaufpolitik trägt einen neuen Namen

Eine wichtige Änderung betrifft jedoch die Rückkaufpolitik des Unternehmens. Das Rückkaufprogramm von Berkshire erlaubt Aktienrückkäufe, wenn der CEO nach Rücksprache mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu dem Schluss kommt, dass die Aktie unter einem vorsichtigen Schätzwert ihres Wertes gehandelt wird. Diese Formulierung stammt aus einer Änderung im Jahr 2025. Zuvor lag die Befugnis bei einer Person, die beide Ämter innehatte.

Bislang war Warren Buffett der Ansprechpartner bei dieser Konsultation. Nun ist es sein Sohn Howard. Diese Änderung könnte praktische Auswirkungen haben, denn die Rückkäufe haben zuletzt deutlich zugenommen.

Nach einem Jahr 2025, in dem überhaupt keine Aktienrückkäufe stattfanden, kaufte Berkshire im ersten Quartal 2026 Aktien im Wert von etwa 235 Millionen Dollar zurück. Im zweiten Quartal beschleunigte sich das Tempo erheblich: Rund 4,5 Milliarden Dollar wurden investiert. Dabei stiegen die Rückkäufe im Laufe des Quartals von null im April auf nahezu 750 Millionen Dollar im Mai und fast 3,8 Milliarden Dollar im Juni.

Bewertung und Ausblick

Die durchschnittlichen Kaufkurse lagen bei etwa 476 bzw. 488 Dollar pro Aktie der Klasse B. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung handeln die B-Aktien bei rund 509 Dollar – etwas über dem Preis, den Berkshire im Juni gezahlt hat. Die Bewertung der Aktie liegt damit bei fast dem 1,5-fachen des Buchwerts. Das Management bewertete die Aktie also noch im Juni als wertvoller als ihren Kostenpreis.

Für Aktionäre ändert sich durch die Ankündigung vom Freitag zunächst wenig. Der CEO ist derselbe, die Richtlinien sind dieselben, und die Barreserven liegen weiterhin in Abels Händen zur Anlage. Warren Buffett selbst schrieb, dass sich das Unternehmen in hervorragenden Händen befinde und er sich freue, weiterhin Aktionär zu bleiben.

Die operative Entwicklung von Berkshire bleibt solide: Die operativen Ergebnisse aus laufendem Geschäft stiegen im zweiten Quartal um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und erreichten etwa 13 Milliarden Dollar. Währungsschwankungen bei den ausländischen Schulden von Berkshire wirkten sich dabei positiv auf den Vergleich aus. Die operativen Ergebnisse schließen Investitionszuwächse und -verluste aus, die nach GAAP im gemeldeten Gewinn verbucht werden.

Letztlich geht es bei der übertragenen Aufgabe vor allem darum, die Kultur von Berkshire Hathaway zu schützen – eine Arbeit, die über Jahrzehnte hinweg bedeutsam sein kann, aber nicht in den Zahlen des nächsten Quartals erscheint.

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