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Fed erhöht Leitzins: Wie weit müssen die Zinsen noch steigen?

Kevin Warsh erhöht Leitzins um 25 Basispunkte – weitere Zinsschritte wahrscheinlich

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Fed erhöht Leitzins: Wie weit müssen die Zinsen noch steigen?

Kevin Warsh hat als neuer Fed-Vorsitzender ein starkes Signal gesetzt: Das zinsfestlegende Gremium der US-Notenbank erhöhte den Leitzins um einen Viertelpunkt auf ein Band von 3,75 bis vier Prozent. Es war die erste Zinserhöhung seit Juli 2023, als die Fed verspätet auf den Inflationsanstieg von 2021 reagierte. Die Entscheidung fiel einstimmig.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Nur sieben Wochen zuvor hatte das Gremium noch gegen eine Zinserhöhung gestimmt. Von den 18 Fed-Beamten, die Prognosen einreichten, erwarten nun 16 mindestens eine weitere Viertelpunkterhöhung im Jahr 2026. Damit korrigiert die "Warsh-Fed" eine der drei aus Sicht der Analysten fehlerhaften Zinssenkungen aus dem Jahr 2025.

Inflationstrend bleibt besorgniserregend

Die Datenlage, die dieser Entscheidung zugrunde liegt, zeichnet ein klares Bild. Gemessen am Kernindex der Preise für private Konsumausgaben (Core PCE) — dem bevorzugten Inflationsmaß der Fed — ist die Inflation seit mehr als einem Jahr aufwärtstendiert. Lag dieser Wert im Juli 2025 noch bei 2,9 Prozent, stieg er bis Juli 2026 auf 3,3 Prozent.

Der Autor, Direktor für wirtschaftspolitische Studien am American Enterprise Institute, teilt die wirtschaftliche Einschätzung von Warsh. Die Arbeitslosenquote war im August 2026 niedriger als im August 2025 oder im August 2024. Die langfristigen Renditen staatlicher Anleihen sind zwar gestiegen, doch die allgemeinen Finanzbedingungen erscheinen nicht restriktiv. Das zugrunde liegende Wirtschaftswachstum ist gesund. Die Federal Reserve Bank of Atlanta prognostiziert für das laufende Quartal ein annualisiertes BIP-Wachstum von 5,1 Prozent.

Warsh hatte bereits in seiner Rede in Jackson Hole davor gewarnt, sich auf "isolierte Datenpunkte" zu verlassen. "Trends sind am wichtigsten", argumentierte er. Diese Linie zieht sich nun durch die geldpolitische Entscheidung.

Wie weit müssen die Zinsen noch steigen?

Ein Blick auf die erste Hälfte von 2025 liefert Anhaltspunkte. Damals lag der effektive Federal Funds Rate bei rund 4,3 Prozent. Dieses Niveau war offensichtlich nicht hoch genug, um eine Entinflation zu erzeugen, eine besorgniserregende Abschwächung des Arbeitsmarktes zu verursachen, das Wirtschaftswachstum zu verlangsamen oder einen Anstieg der Aktienpreise einzudämmen. Der Autor erwartet, dass im Laufe des Jahres eine zusätzliche Zinserhöhung notwendig sein wird.

Allerdings ist der Inflationsanstieg teilweise auf Faktoren zurückzuführen, die höhere Zinssätze nicht beeinflussen werden — etwa Zölle und die Weitergabe höherer Energiepreise infolge des Krieges im Iran. Selbst ein Inflationsmaßstab, der Waren und Energiepreise ausklammert, zeigt einen Aufwärtstrend der Inflation seit mehr als einem Jahr.

Offene Fragen zum geldpolitischen Rahmen

Die Pressekonferenz von Warsh nach der Sitzung warf zwei fundamentale Fragen auf. Zunächst charakterisierte Warsh die Entscheidung der Fed als Entfernung einer "Dosis an Lockerung". Dies impliziert einen etablierten geldpolitischen Rahmen — dass es ein Niveau des Federal Funds Rate gibt, unterhalb dessen die Fed die wirtschaftliche Nachfrage unterstützt und oberhalb dessen sie diese eindämmt. In der Pressekonferenz lehnte Warsh diesen Rahmen jedoch ab und verwies ihn als interessante akademische Übung ohne "operative Auswirkungen auf Entscheidungen".

Zweitens argumentierte Warsh, dass er nicht glaube, dass es einen Trade-off zwischen stabiler Inflation und Vollbeschäftigung gebe. Diese Sichtweise hat kurzfristig große Auswirkungen auf die Geldpolitik. Wenn die Entinflation nicht aus zunehmender konjunktureller Schwäche resultiert, stellt sich die Frage, ob sie vollständig durch Inflationserwartungen getrieben wird.

Unabhängigkeit der Fed unter Druck

Trotz dieser offenen Fragen hat Warsh gezeigt, dass er Rückgrat besitzt. Die Zinserhöhung erfolgte nur sieben Wochen vor den Halbzeitwahlen (Midterm Elections), ein politisch heikler Zeitpunkt. Die Unabhängigkeit der Zentralbank ist entscheidend für die Preisstabilität, die wiederum entscheidend für den langfristigen Wohlstand ist.

Donald Trump wird als die größte Bedrohung für die Unabhängigkeit der Fed in der modernen Geschichte beschrieben. Er gehe so weit, das Justizsystem gegen Beamte der Fed zu weaponisieren, um das Gremium an seinen Wunsch nach niedrigeren Zinssätzen zu binden. Warsh ist nun Hüter dieser lebenswichtigen Grundlage des Wohlstands. Einige Republikaner, einschließlich des Präsidenten, könnten die Fed für etwaige Verluste bei den kommenden Halbzeitwahlen mitverantwortlich machen, was die ohnehin schwierige Aufgabe, ihre Unabhängigkeit zu schützen, noch herausfordernder macht.

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