Goldpreise auf Vier-Wochen-Hoch
Unsicherheiten und US-Arbeitsmarktdaten beeinflussen Nachfrage und Preisentwicklung

Die Goldpreise haben am Freitag ein Vier-Wochen-Hoch erreicht und befinden sich auf Kurs, ihre beste Woche seit sieben Wochen zu verzeichnen. Hauptursache hierfür ist die steigende Nachfrage nach sicheren Anlagen angesichts anhaltender Unsicherheiten im Hinblick auf die Politik des künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Während die Märkte auf die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten warten, suchen Investoren nach Hinweisen auf die künftige Zinspolitik der Federal Reserve.
Der Spotpreis für Gold stieg um 0,4 % auf 2.680,59 US-Dollar pro Unze und erreichte damit den höchsten Stand seit dem 13. Dezember. Im Wochenverlauf legten die Preise bereits um über 1 % zu. Auch die US-Goldfutures verzeichneten einen Anstieg um 0,7 % und erreichten 2.708,90 US-Dollar. Analysten sehen das Potenzial für weiter steigende Preise, insbesondere wenn Unsicherheiten hinsichtlich der Staatsverschuldung und der langfristigen Stabilität des US-Dollars zunehmen. Laut Carsten Menke von Julius Baer könnte die wachsende Verschuldung das Vertrauen in den Dollar als Weltreservewährung belasten.
Der Fokus liegt kurzfristig auf dem US-Arbeitsmarktbericht, der für 13:30 Uhr GMT erwartet wird. Prognosen zufolge könnten die nichtlandwirtschaftlichen Beschäftigten im Dezember um 160.000 gestiegen sein, nach einem Zuwachs von 227.000 im November. Sollte der Bericht besser als erwartet ausfallen, könnte dies die Erwartungen an Zinssenkungen im Jahr 2025 weiter dämpfen und den jüngsten Anstieg der Goldpreise bremsen. Eine Abkühlung des Arbeitsmarkts hingegen könnte die Federal Reserve zu einem weniger straffen geldpolitischen Kurs bewegen und die Preise weiter in Richtung 2.700 US-Dollar treiben, so Han Tan von der Exinity Group.
Auf den globalen Märkten zeigte sich ein gemischtes Bild. Die US-Aktienmärkte schlossen am Mittwoch nahezu unverändert, da Anleger widersprüchliche Arbeitsmarktdaten und Berichte über mögliche Notmaßnahmen zur Inflationsbekämpfung durch die Trump-Regierung bewerteten. In Indien weiteten sich die Goldrabatte aus, da steigende lokale Preise die Verbraucher vom Kauf abhielten. Im Gegensatz dazu sorgte das bevorstehende chinesische Neujahrsfest für eine gesteigerte Nachfrage in anderen asiatischen Märkten.
Auch andere Edelmetalle verzeichneten Zugewinne. Der Spotpreis für Silber stieg um 0,7 % auf 30,34 US-Dollar pro Unze, während Platin um 0,2 % auf 960,20 US-Dollar und Palladium um 2 % auf 945,25 US-Dollar zulegten. Alle drei Metalle stehen vor einem positiven Wochenabschluss.
