Gold steigt auf Vierwochenhoch durch Unsicherheiten
Inflationsängste und Trumps mögliche Zollpolitik treiben die Nachfrage nach Edelmetallen

Goldpreise haben sich nahe eines Vierwochenhochs stabilisiert. Grund dafür ist die gestiegene Nachfrage nach sicheren Anlagen, während Investoren mögliche wirtschaftliche und inflationäre Auswirkungen der Politik des künftigen US-Präsidenten Donald Trump abwägen. Am Donnerstag stieg der Spotpreis für Gold um 0,1 % auf 2.663,34 US-Dollar pro Unze, während die Gold-Futures in den USA um 0,3 % auf 2.679,60 US-Dollar zulegten. Analysten zufolge wird der Anstieg durch die Unsicherheiten im Vorfeld von Trumps Amtsantritt begünstigt.
Ein stärkerer US-Dollar und anhaltend hohe Renditen bei US-Staatsanleihen üben jedoch Druck auf den Goldpreis aus. Der Dollarindex verharrte nahe eines Wochenhochs, was Gold für Investoren in anderen Währungen weniger attraktiv macht. Gleichzeitig notierten die Renditen von Staatsanleihen in der Nähe von Achtmonatshöchstständen. Trotz dieser Faktoren bleibt die Nachfrage nach Gold als Inflationsschutz bestehen, da Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Stabilität anhalten.
Berichten zufolge erwägt Trump, den nationalen Wirtschaftsnotstand auszurufen, um universelle Zölle auf Importe zu rechtfertigen. Dieses Vorhaben könnte sowohl Handelskonflikte als auch die Inflation anheizen, was die Attraktivität von Gold weiter erhöhen würde. Analysten erwarten, dass solche Maßnahmen die Märkte in den kommenden Wochen beeinflussen werden.
Der Fokus der Investoren richtet sich nun auf den am Freitag erscheinenden Bericht zu den US-Arbeitsmarktdaten außerhalb der Landwirtschaft. Eine Reuters-Umfrage prognostiziert, dass im Dezember 160.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, nach einem deutlichen Anstieg um 227.000 im November. Diese Zahlen könnten Hinweise auf den zukünftigen Kurs der US-Notenbank geben, insbesondere im Hinblick auf die Zinspolitik.
Die jüngsten Protokolle der Dezember-Sitzung der Federal Reserve zeigen, dass die Notenbank weiterhin besorgt über mögliche Auswirkungen von Trumps Politik auf die Inflation ist. Höhere Zinssätze mindern traditionell die Attraktivität von nicht renditetragenden Anlagen wie Gold, was ebenfalls ein Risiko für den Goldpreis darstellen könnte. Dennoch wurden physisch besicherte Gold-ETFs im vergangenen Jahr erstmals seit vier Jahren wieder positiv bewertet, wie der World Gold Council mitteilte.
Auch die Preise für andere Edelmetalle bewegten sich leicht. Silber legte um 0,4 % auf 30,23 US-Dollar pro Unze zu, während Platin um 0,1 % auf 956,10 US-Dollar stieg. Palladium verzeichnete hingegen einen Rückgang um 0,5 % auf 923,99 US-Dollar. Die Entwicklung bleibt insgesamt von globalen Marktunsicherheiten und geopolitischen Risiken geprägt.
