Goldpreis steigt wegen Trumps Zollplänen
Anleger flüchten in sichere Häfen – Fed-Zinsentscheid im Fokus der Märkte

Der Goldpreis ist am Dienstag auf ein Zwei-Wochen-Hoch gestiegen. Auslöser war die wachsende Nachfrage nach dem als sicher geltenden Edelmetall, nachdem Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump neue Sorgen über Handelszölle ausgelöst hatten. Spot-Gold legte um 0,7 Prozent auf 3.357,63 US-Dollar pro Unze zu, nachdem es zuvor den höchsten Stand seit dem 22. April erreicht hatte. Die US-Gold-Futures stiegen um 1,3 Prozent auf 3.366,10 US-Dollar je Unze.
Die jüngste Kursentwicklung spiegelt die Rückkehr vieler Anleger in sichere Anlageklassen wider. Marktbeobachter verweisen insbesondere auf Trumps Ankündigung, einen Einfuhrzoll von 100 Prozent auf im Ausland produzierte Filme zu erheben. Konkrete Angaben zur Umsetzung dieser Maßnahme machte Trump bislang nicht. Darüber hinaus erklärte er, in den kommenden zwei Wochen auch Zölle auf Arzneimittel bekannt geben zu wollen.
Parallel dazu richtet sich der Fokus der Finanzmärkte auf die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve. Die Bekanntgabe der geldpolitischen Linie sowie Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell werden für Mittwoch erwartet. Seit Dezember hält die Zentralbank ihren Leitzins in einer Spanne zwischen 4,25 und 4,50 Prozent. Experten gehen davon aus, dass die Zinssätze zunächst unverändert bleiben. Dies könnte jedoch das letzte Mal sein, dass eine Entscheidung dieser Art als klar vorhersehbar gilt.
Beobachter warnen, dass die von Trump geplanten Zölle neue Unsicherheiten für den wirtschaftlichen Ausblick schaffen. Die Fed dürfte daher vor einer möglichen Zinssenkung weitere Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und andere belastbare Konjunkturdaten abwarten. Laut einer Einschätzung von Goldman Sachs könnte es im Juli, September und Oktober jeweils zu einer Senkung um 25 Basispunkte kommen.
Gold, das keine laufenden Erträge abwirft, profitiert traditionell von einem Umfeld niedriger Zinsen und wird häufig als Absicherung gegen politische und wirtschaftliche Risiken genutzt. Auch andere Edelmetalle zeigten sich fester: Der Silberpreis stieg um 1,7 Prozent auf 33,05 US-Dollar pro Unze, Platin verteuerte sich um 1,5 Prozent auf 973,20 US-Dollar, und Palladium legte um 1 Prozent auf 950,66 US-Dollar zu.
