Goldpreis sinkt wegen starkem Dollar und Handelsruhe
US-Wirtschaftsdaten im Fokus – Zinserwartungen beeinflussen Entwicklung der Edelmetallmärkte

Der Goldpreis ist am Mittwoch im frühen Handel gefallen, beeinflusst durch einen stärkeren US-Dollar und nachlassende Spannungen im internationalen Handel. Anleger warteten gleichzeitig auf wichtige US-Wirtschaftsdaten, um Rückschlüsse auf den weiteren Kurs der US-Notenbank ziehen zu können. Um 4:30 Uhr GMT notierte der Spot-Goldpreis mit einem Rückgang von 0,4 Prozent bei 3.302,58 US-Dollar je Unze. Die US-Gold-Futures verzeichneten ein Minus von 0,7 Prozent und lagen bei 3.310,70 US-Dollar.
Der Dollar legte gegenüber einem Korb aus anderen wichtigen Währungen um 0,1 Prozent zu. Ein festerer Dollar verteuert Gold für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten, was sich dämpfend auf die Nachfrage auswirkt. Laut Nicholas Frappell, globaler Leiter institutioneller Märkte bei ABC Refinery, habe sich die allgemeine Dollarstärke leicht erholt, was zu einer Korrektur beim Goldpreis geführt habe.
US-Präsident Donald Trump unterzeichnete zwei Anordnungen, um die Auswirkungen seiner Autozölle abzumildern. Zugleich verwies sein Handelsstab auf ein erstes Abkommen mit einem ausländischen Handelspartner. Trotz der teilweisen Lockerung blieben die Zölle auf einem hohen Niveau. Laut Kyle Rodda, Marktanalyst bei Capital.com, sei das Vertrauen in US-Anlagen dadurch möglicherweise dauerhaft erschüttert.
Gold hatte zuletzt von politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten profitiert und am 22. April mit 3.500,05 US-Dollar je Unze ein Allzeithoch erreicht. Marktteilnehmer richteten ihren Blick nun auf die erwarteten Zahlen zu den persönlichen Konsumausgaben in den USA sowie auf den Arbeitsmarktbericht. Beide Veröffentlichungen gelten als wichtig für die Einschätzung der künftigen Zinspolitik der Federal Reserve.
Rodda erklärte, dass bei einer erwarteten weiteren Preisabkühlung in den PCE-Daten die Wahrscheinlichkeit für weitere Zinssenkungen steigen könne. Sollte es jedoch zu einem überraschenden Anstieg kommen, könnten sich die Aussichten für Zinssenkungen verschlechtern, was den Goldpreis zusätzlich belasten würde. Derzeit erwarten Händler Zinssenkungen der US-Notenbank in Höhe von insgesamt rund 95 Basispunkten bis zum Jahresende.
Auch andere Edelmetalle zeigten sich schwächer. Der Preis für Silber sank um 0,7 Prozent auf 32,72 US-Dollar je Unze. Platin gab um 0,6 Prozent nach und notierte bei 971,75 US-Dollar. Palladium fiel um 0,2 Prozent auf 932,40 US-Dollar.
