Goldpreis sinkt wegen Entspannung im Handelskonflikt
Stärkerer Dollar und sinkende Nachfrage nach sicheren Anlagen belasten Edelmetalle weiter

Der Goldpreis ist am Montag gefallen, nachdem sich die Spannungen im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China etwas entspannt hatten. Dies führte zu einer verbesserten Risikobereitschaft der Investoren und verringerte die Nachfrage nach als sicher geltenden Anlagen wie Gold. Zudem übte ein stärkerer US-Dollar zusätzlichen Druck auf den Goldpreis aus. Der Spot-Goldpreis sank um 0,8 Prozent auf 3.292,43 US-Dollar je Unze. Noch am 22. April hatte der Goldpreis ein Rekordhoch von 3.500,05 US-Dollar erreicht. Die US-Gold-Futures stiegen hingegen leicht um 0,2 Prozent auf 3.303,70 US-Dollar.
Der Dollar-Index legte um 0,2 Prozent gegenüber einem Korb anderer wichtiger Währungen zu. Dies verteuerte Gold für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten, da der Dollar in deren Währungen aufgewertet wurde. Laut dem Chefmarktanalysten von KCM Trade, Tim Waterer, bewerten die Finanzmärkte und insbesondere risikobehaftete Anlagen die aktuelle Lage rund um die Handelszölle positiver als noch in der ersten Aprilwoche. Äußerungen aus dem Weißen Haus hätten die Hoffnung genährt, dass ein Handelsabkommen zwischen den USA und China möglich sei, was die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold abschwächen ließ.
US-Präsident Donald Trump erklärte, es fänden Gespräche mit China über die Zölle statt. Die Regierung signalisierte in der vergangenen Woche Bereitschaft, den Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zu entschärfen. Diese Auseinandersetzung hatte zuvor Ängste vor einer globalen Rezession geschürt. China kündigte am Freitag an, bestimmte US-Importe von den hohen Zöllen auszunehmen, wies jedoch Trumps Aussage über laufende Verhandlungen umgehend zurück.
Gold gilt traditionell als Absicherung gegen wirtschaftliche und politische Unsicherheiten und profitiert von einem niedrigen Zinsumfeld. Während der Frühjahrstagungen des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank äußerten viele Teilnehmer, dass die US-Regierung in ihren Forderungen an von den Zöllen betroffene Handelspartner uneins sei. In dieser Woche stehen wichtige Konjunkturdaten an, darunter der Bericht zu den offenen Stellen am Dienstag, die Ausgaben der privaten Haushalte am Mittwoch sowie die Arbeitsmarktdaten am Freitag. Diese könnten weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank liefern.
Neben Gold verbilligten sich auch andere Edelmetalle. Der Spotpreis für Silber fiel um 0,6 Prozent auf 32,88 US-Dollar je Unze. Platin gab um 0,2 Prozent auf 969,73 US-Dollar nach. Palladium verlor 0,6 Prozent und wurde zuletzt bei 943,28 US-Dollar gehandelt.
